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Mittwoch, 14. Februar 2018

Turons Senf zur fünfzehnten Folge Discovery


Spoilerwarnung.

Dieser Artikel enthält massive Spoiler zum Inhalt der fünfzehnten Discovery-Folge "Nimm meine Hand" und sollte nur gelesen werden, wenn man die Episode und sämtliche vorangegangenen bereits gesehen hat.


I. Einleitung.
Star Trek ist endlich wieder dahin zurückgekehrt, wo es hin gehört: Auf den Fernsehschirm.
So oder so ähnlich konnte man es im Vorfeld allenthalben lesen, denn nach den umstrittenen Kinofilmen unter J.J. Abrams sehnten nicht wenige Fans die Zeiten herbei, als Star Trek noch das Fernsehen revolutionierte.
Und die Vorzeichen stehen gut:
Der Neuanfang bei einem Streaming-Dienst erinnert an den Syndication-Vertrieb von TNG.
Discovery orientiert sich an den Standards moderner TV-Serien.
Ein Mix aus neuen und alten Produzenten scheint eine gewisse Ausgewogenheit zu garantieren.
Ein abschließendes Urteil kann man aber erst nach der letzten Folge fällen – die just dieser Tage bei Netflix anlief…


II. Story.
Auf dem Weg zum Heimatplaneten der Klingonen schwant Burnham schreckliches:
Hinter der Übernahme des Captains-Stuhls durch die Spiegeluniversums-Entsprechung von Philippa Georgiou steckt mehr als nur eine simple Kartierungsmission für einen präventiven Militärschlag. Georgiou ist willens, die Drecksarbeit für die angsterfüllten Sternenflottenkommandeure zu erledigen und durch einen Genozid an den Klingonen das Kräfteverhältnis im Beta-Quadranten dauerhaft zugunsten der Sternenflotte zu verändern.
In den zerklüfteten Vulkanschloten auf Qo'noS kommt es so zu Showdown zwischen einer Michael Burnham, die ihren Glauben an die Prinzipien der Sternenflotte zurückgefunden hat und einer Imperatorin, die keinerlei Skrupel hat, ganze Zivilisationen für ihre Auslegung von Stärke auszulöschen…


III. Lobenswerte Aspekte.

Kanonfutter.
Meine Güte, da hat es aber jemand gut gemeint.
So viele Premieren!
Die erste Landung eines Föderationsschiffes innerhalb der klingonischen Heimatwelt!
Die erste Urinalszene der Franchise!
Und die erste Andeutung eines absolut nicht jugendfreien Dreiers!
Aber es gibt noch mehr!
Die klingonische Sprache erhält auf den letzten paar Metern noch einmal eine ordentliche Vokabel-Transfusion, das TOS-Urgestein Clint Howard (Balok) bekommt einen kleineren Gastauftritt und der Serie wird eine quantitativ nie erlebte Fülle an Kanon-Referenzen zuteil:


Molor, Betazoiden, Mintaka III, Ceti-Alpha-Aale, Tranya, Trills, klingonische Transportereffekte, Paris, das andorianische Symbol, die dreieckigen Sternenflottenverdienstabzeichen, eine Kameraeinstellung, die eindeutig an den Star-Trek-Pilotfilm "Der Käfig" anspielte, ein TOS-Abspann und noch einiges mehr.
Bei aller Freude hinterlässt dieser wahre Goldregen an Bauchpinseleien für den wissenden Alt-Fan aber auch einen gewissen bitteren Beigeschmack.
Warum etwa hat man den Kanon, der ohnehin in den letzten paar Episoden massiv überspannt wurde, innerhalb der letzten sechs oder sieben Folgen am langen Arm verhungern lassen?
Gerade im Hinblick auf die letzte Szene von "Nimm meine Hand", in der die Discovery der heiligen Kuh der Trekkies (der buchstabenlosen USS Enterprise) vor die Nase gesetzt wird, kommt ein wenig der Verdacht reinen Fanservices auf.
Dabei ist die Situation nicht unspannend: Sarek und Burnham stehen dem Schiff gegenüber, auf dem ihr Anverwandter seinen Dienst verrichtet. Das riecht förmlich nach Konflikt, Abenteuer und griechischer Tragödie!
Aber Discovery hat den Zuschauer bislang ein paar Mal zu oft mit vermeintlichen Cliffhangern gefoppt und es darf immerhin als schwierig gewertet werden, ob es den Produzenten am Ende glückt, angemessene Schauspieler zu verpflichten (oder zu bezahlen), denen es gelingen kann, die großen Fußstapfen von Star-Trek-Legenden wie Pike, Spock oder Nummer Eins auszufüllen.
Der Ball liegt jedoch immerhin in der Hälfte der Discovery-Verantwortlichen. Es dürfte spannend werden zu sehen, was aus der Vorlage am Ende tatsächlich herausspringt…


Charaktermomente.
Es war abzusehen, dass die letzte Folge einen starken Fokus auf Burnham aufweisen würde.
Sonequa Martin-Green nutzt ihre Omnipräsenz für mehrere Ausrufezeichen, indem sie zum Beispiel eine Lernkurve Burnhams aufzeigt, die Biografie ihrer Figur erweitert, und vor allem die Föderation davor bewahrt, ihre Unschuld zu verlieren.
Insbesondere dieser Kampf um die Prinzipien der Föderation, der zwischen Genie (die Unterredung mit Admiral Cornwell an Bord der Discovery) und Pathos (Burnhams Rede auf der Erde) gratwandelt, wird zum großen Teil erfolgreich auf ihren Schultern ausgetragen. Am Ende gelingt es ihr größtenteils, eine denkwürdige Performance zu liefern, vor allem, wenn sie mit anderen Schauspielern im Dialog tritt: So reißt sie vor allem mit, wenn sie zusammen mit Sylvia Tilly, Admiral Cornwall, Sarek, Amanda Grayson oder L'Rell vor der Kamera steht. Selbst ihr Austausch mit Ash Tyler hat längst nicht mehr den Fremdschämfaktor wie in der vorherigen Folge.


Kurz hinter ihr rangiert fraglos Sylvia Tilly, deren Rolle zwar viel Menschlichkeit und Wärme transportiert, aber im gleichen Atemzug auch immer wieder als Ventil für mehr oder weniger komödiantische Einlagen herhalten muss.
Viel zu wenig Raum erhalten wichtige Personen wie Sarek, Amanda Grayson, Saru, Paul Stamets oder Cornwell, bei deren Auftritten kaum Zählbares herausspringt. Sicherlich bieten sie Unterhaltung auf hohen Niveau, aber bei der Dominanz, die Burnham einnimmt, bleibt ihnen kaum noch nennenswerte Momente übrig, um eigenständige Duftnoten zu hinterlassen. Das zeigt sich auf tragische Weise am besten wohl an Saru, dem nach seinen außergewöhnlichen Leistungen die Captainswürde verwehrt bleibt, nur um mit einer billigen Blechmedaille abgespeist zu werden, die angeblich nie zuvor einem Kelpianer an die Brust geheftet wurde.


Immerhin gelingt es Shazad Latif als Ash Tyler wieder in ruhigeres Fahrtwasser zu gelangen und seine zerrissene Figur mit einer stillen Erhabenheit auszufüllen, die zwar im Kontrast zu seinen vorherigen Auftritten steht, aber immerhin als Selbstreifungsprozess gewertet werden kann. Schade eigentlich, dass dieser nunmehr spannende Charakter auf Qo'noS verbleiben musste.
Selbst L'Rell waren einige Momente im Licht vergönnt. Allerdings ergaben sich aus ihren Auftritten mehrere Unstimmigkeiten, auf die wir später noch einmal genauer eingehen werden.
Die große Enttäuschung hingegen war in meinen Augen die Imperatorin Philippa Georgiou. Auch wenn sie viel von Essen redet, hat sie doch deutlich an Biss eingebüßt und ist zu einem flachen Charakter ohne nennenswerte Szenen mutiert. Von der vielschichtigen, skrupellosen und unausrechenbaren Frau, die sie vor allem im Spiegeluniversum gewesen ist, bleibt in "Nimm meine Hand" jedenfalls nicht mehr viel übrig.


Moralität.
Das große Staffelfinale spielt gleich mit mehreren Themen.
Zum Beispiel mit der Liebe zum Feind, die sich an Burnhams Beziehungen zu Georgiou oder Tyler zeigt.
Oder dem großen Thema der unterschiedlichen Wahrnehmung von Identitäten, dem sich Burnham genauso stellen muss wie L’Rell, Killy-Tilly oder eben Ash Tyler. Allerdings wird dieses Motiv mit dem überhasteten Abschied Tylers gegen Ende der Folge ein wenig ad Absurdum geführt, denn ich hatte doch arge Schwierigkeiten, jenen Ash Tyler bei den Klingonen Asyl finden zu sehen, der sich zuvor so verzweifelt an Michael Burnham  und sein Menschsein geklammert hat.
Aus diesem Grund deklariere ich an dieser Stelle ein anderes, viel offensichtlicheres Thema zum zentralen Aspekt der Folge, das zwar wenig subtil daherkommt, aber von essentieller Bedeutung für die Philisophie Star Treks ist:
Die Weigerung der vereinten Discovery-Crew, die Sternenflottenprinzipien für die Aussicht auf dauerhaften Frieden über Bord zu werfen, markiert nach langer Hungerphase einen passenden Tusch zum Ausklang der ersten Staffel, der nicht nur eherne Traditionslinien neu beschwört, sondern auch als hoffnungsvolles Versprechen an die zweite Staffel gewertet werden dürfte.



IV. Kritikwürdige Aspekte.

Stilbruch.
Friede! Freude! Und Eierkuchen!
Zumindest eine Menge Essen und Anspielungen darum.
Nach dem rasanten Tempo, dass vor allem die letzten paar Folgen vorgelegt haben, kann man dem heißersehnten Finale vor allem eines zubilligen:
Es war lahm.
Die Erzählgeschwindigkeit war ein absoluter Bruch mit vorangegangenen Episoden. Traurigerweise hätte eine Raumschlacht, eine Verfolgungsjagd per Shuttle oder wenigstens ein Feuergefecht "Nimm meine Hand" gut getan!
Stattdessen muss Georgiou (aus welchem Grund auch immer) schon ihre kooperativen Bettgefährten vermöbeln, um die einzig nennenswerte Kampfszene der gesamten Episode zu fabrizieren (das Vermöbeln einer gefesselten Gefangenen mag ich nicht ernsthaft ins Feld führen wollen). Ein wirkliches Bedrohungsgefühl will nach den emotionalen Achterbahnfahrten der zurückliegenden Wochen nicht mehr so recht aufkommen.
"Nimm meine Hand" fällt so im Vergleich völlig aus dem Rahmen. Statt einer cleveren Entwicklung, die den Zuschauer Schlag auf Schlag trifft und in seinen Bann zieht, werden wir mit einer recht hanebüchenen Alternativ-Lösung vertröstet, die wohl niemanden ernsthaft vom Hocker gehauen haben dürfte.


Zudem verliert die Serie ihren Mut. Nachdem sie sich im Vorfeld nicht scheute, Charaktere wie Georgiou, Culber, Lorca oder Landry ohne mit der Wimper zu zucken auszuradieren, wird sie am Ende erstaunlich handzahm und entlässt zum Abschied plötzlich alle Beteiligten, ohne den sonst üblichen Blutzoll zu erheben. Dieser Widerspruch einer Serie, die sich zu Beginn damit rühmte, Star Trek mit "Game of Thrones" zu kreuzen, lässt am Ende eher an die Glaubwürdigkeit von Wahlversprechen denken, als an jenes moderne Fernsehen, das hier ursprünglich geboten werden sollte.
Nun könnte man natürlich ins Feld führen, dass nur eine Staffel geplant gewesen sei. Aber im Hinblick darauf, dass mit L'Rell, Ash Tyler und der Spiegeluniversums-Variante von Philippa Georgiou gleich drei zentrale Charaktere darauf lauern dürften, in potentiell kommenden Staffeln wieder aus dem Alt-Figuren-Container gekramt zu werden, wirkt das eher wie ein Rückfall in längst vergessen geglaubte Fernsehmuster.


Kanonbrüche und Logiklöcher.
Manche Widersprüche sind so alt wie Star Trek selbst.
Zum Beispiel das rote Klingonenblut, das bei Lichte besehen eigentlich nur im sechsten Kinofilm eine andere Farbe erhielt, um eine günstigere Altersfreigabe zu erreichen.
Ich will auch gar nicht darauf herumreiten, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass man sich auf Qo'noS ausgerechnet Ceti-Alpha-Aale frittieren lassen kann.
Mich stören jene Fehler, die verhindern, dass man die Serie ernstnehmen kann.
Nachdem wir bereits in der letzten Rezension festhalten konnten, dass Berichte vom vermeintlichen Ableben der Föderation arg übertrieben waren, stellt sich auch dieses Mal die Frage, wie zum Teufel die Klingonen bitteschön kurz davor stehen können, gleich die gesamte Föderation auszulöschen?


Gerade der Blick auf die klingonische Armada aus sieben popeligen Schiffen (!) ließ doch arge Zweifel darüber aufkommen, dass dies der gefürchtete Sammelangriff der Klingonen gegen die Heimatplanet der Menschen sein sollte. Dass das gar in irgendeiner Form einen Völkermord in angedachter Größenordnung rechtfertigen mag, bleibt in Anbetracht der bislang erwähnten Tatsachen doch recht bemüht.
Zudem hätte es eine einfachere Möglichkeit gegeben, Georgiou nach Qo'noS zu schicken: 
Bei der Vorstellung der Sporen-Apparatur in "Lakaien und Könige" hat Lorca Burnham nämlich gezeigt, dass man sich mithilfe des Myzel-Netzwerkes problemlos auf verschiedene Welten wie Amerind, die Sternenbasis 11 oder Janus VI begeben kann. Die ganze Discovery zu schicken war ein unnötiges Risiko – insbesondere wenn man vom Wert des Schiffes für die Erdverteidigung und von der Verzichtbarkeit Georgious ausgeht.
Ansonsten gab es noch die ein oder andere kleinere Unstimmigkeit, von denen ich vor allem eine erwähnen will:
Sylvia Tilly bringt tatsächlich die Zeit auf, sich vor der Landung auf der klingonischen Heimatwelt die Haare zu glätten.
War dies ein rein praktischer Vorgang?
Waren das Sternenflottenregularien?
Oder hat sie sich der unsichere Fähnrich tatsächlich die Kritik der Imperatorin so sehr zu Herzen genommen? 


Ungelöste Rätsel.
Zwar ist die erste Staffel Discovery vorbei, aber das bedeuten keineswegs, dass sie die vielen Fragen, die sie in ihrer kurzen Ausstrahlungshistorie aufgeworfen hat, auch beantwortet hätte.
So wissen wir zwar, dass der Sporenantrieb ein Irrweg sein muss, weil er in den chronologisch folgenden Ären der Originalserie, dem nächsten Jahrhundert oder Voyager (wo dieses Stück Technologie äußerst praktisch gewesen wäre) mit keiner Silbe mehr erwähnt wird.
Doch wer sich dahingehend klare Verhältnisse gewünscht hat, dürfte enttäuscht worden sein.
Auch für das abweichende Äußere der Klingonen wurde nicht einmal ansatzweise eine Erklärung gegeben.
Oder der völlig abweichenden Raumschiff-Optik.
Oder den Uniformen, die laut "Der Käfig" völlig anders aussehen müssten.
Hätte der Sieg über die Klingonen nicht einen idealen Zeitpunkt geboten, die Sternenflotte mit optimistischeren Uniformfarben auszustatten?
Und was ist mit den schwarzen Sternenflottenabzeichen, die wir zu Beginn an Bord der Discovery gesehen haben? Waren sie nur ein roter Hering, um die Zuschauer vorsätzlich in die Irre zu führen?
Dabei ist das alles nur die Spitze des Eisbergs.
Wir wissen weder, warum denn nun Tyler und Voq so aufwändig zusammengemixt wurden, was mit dem originalen Lorca geschah oder ob Sarus Heimatplanet Mitglied der Föderation ist.
Discovery hinterlässt mehr Fragen als Antworten und es darf bezweifelt werden, dass sich an diesem Zustand etwas ändert, wenn die zweite Staffel ausgestrahlt werden wird.


Abramstrek im Seriengewand.
Vielleicht bin ich ja der einzige, der am Ende an den ersten Abrams-Kinofilm "Star Trek" (2009) denken musste. Aber die wilde Flut an Beförderungen, Auszeichnungen und Wieder-Indienststellungen hat mich doch sehr an die letzten paar Minuten jenes Werkes erinnert. Auch dort steht Kirk auf Erden vor einer jubelnden Menge, empfängt sowohl seine Absolution, als auch seine Beförderung, nur um von einem an der Originalserie orientierten Abspann abgelöst zu werden.
Wie die Abrams-Interpretation auch verneint Discovery viele liebgewonnenen Star-Trek-Traditionen zugunsten einer eigenen Design-Sprache. Nicht nur, dass man den Klingonen in "Nimm meine Hand" die Rückkehr zu ihrem traditionellen Aussehen verwehrte – die Orioner erfuhren eine ähnliche optische Neuausrichtung (immerhin blieben sie von roten Haaren verschont).
Hinzu kommt, dass selbst die an sich aus dem Original-Universum entliehene USS Enterprise nicht nur zu Soundeffekten durch das geräuschlose All schwebt, die aus den Abrams-Filmen entliehen sind, sondern auch von den scheinbar unverzichtbaren Lensflares umschwirrt wird.
Eine weitere Parallele scheint zu sein, dass die Produzenten den ein oder anderen zentralen Grundgedanken Star Treks scheinbar nicht verstanden haben:
Die Machtübernahme eines klingonischen Kanzlers auf eine so unehrenhafte, im Prinzip auf reine Erpressung basierende Weise bildet so ziemlich das Gegenteil des klingonischen Ehrbegriffs. So sehr sie auch als Nemesis und Gegenentwurf zur Föderation dienen können, sind sie mitnichten eine plumpe, stumpfsinnige und wilde Rasse, die lediglich "auf Stärke reagiert". Die Akzeptanz der ungleich vielschichtigeren klingonischen Kultur und die gelebte Toleranz, die damit auf Seiten der weiterentwickelten Menschheit einhergeht, vermisse ich für meinen Geschmack zu häufig.



V. Übersetzung.
Es ist nicht immer einfach, die englische Sprache verlustfrei ins Deutsche zu übertragen (wie man etwa am Titel der Folge sehen kann).
So sind auch die Anspielungen um Sarus Zähigkeit im englischen Original ("tough") ungleich cleverer.
Doch abgesehen vom einer oder anderen Mal, zu dem ich Duzen und Siezen etwas fragwürdig angewendet fand, tut die deutsche Übersetzung ihr Möglichstes, um dem hiesigen Zuschauer die Dialoge zugänglich zu machen.
Das mag sich wenig anhören, aber es ist ein Privileg, dass man im Zweifelsfall auch mal die Tonspur wechseln kann, wenn man nur Bahnhof versteht.


VI. Fazit.
Das große Discovery-Finale will eine Brücke schlagen: Es führt Burnham und die Crew der Discovery wieder zurück in den Schoß der Sternenflotte, lässt die Ideale und Werte der Föderation hochleben und füttert den Zuschauer mit vielen schmackhaften Kanon-Happen, die in einer Sichtung der altehrwürdigen Enterprise gipfeln.
Aber der große Schlussakkord klingt schief, denn er bildet in puncto Handlung, Erzähltempo und auch Erzählrahmen einen zu krassen Bruch mit den vorherigen Episoden. Er vermag es nicht, ein Ausrufezeichen zu setzen, dass der ein oder anderen vorherigen Episode gleichkommen würde. Stattdessen gibt es sich am Ende als Statement für eine Star-Trek-Lesart zu erkennen, die nicht ganz zu Unrecht auf Ablehnung bei vielen Fans stößt.

Bewertung.
Finale ohne Würze.






VII. Schluss.
Es ist Discovery zugute zu halten, dass die Serie ein eigenes Profil gesucht und gefunden hat.
Aber nicht immer hat sie es verstanden, die Stärken Star Treks auf dem Fernsehbildschirm auszuschöpfen. Statt einen eigenen Weg zu suchen, hat sie bislang vor allem versucht, den Richtungsvorgaben J.J. Abrams' zu genügen und dem umstrittenen Motto "Not Your Father’s Star Trek" zu genügen.
Aber es ist abzusehen, dass das allein nicht ausreichen wird. Die erste Staffel hat ohne Frage eine Menge Aufmerksamkeit auf sich ziehen können und vermocht, dass Star-Trek-Fans jeglicher Coleur zusammenfinden, um darüber zu reden, zu streiten oder zu schimpfen.
Für den (Neu-)Start war das tatsächlich mehr, als man erwarten konnte.
Doch mit dem Auftauchen der USS Enterprise wird sich Discovery in Zukunft beweisen müssen:
Die Produzenten haben einen Geist beschworen, hinter dem mehr steckt als eine actiongetriebene Raumschlacht-Science-Fiction. Von nun an wird man sich nicht mehr hinter schießwütigen Spiegeluniversumsflüchtlingen verstecken können, sondern muss eine Geschichte liefern, die gleichzeitig höheren inhaltlichen Maßstäben genügt, als auch neue Zuschauerschichten bei der Stange hält. 
Ob die Serie das schafft und sich dann wirklich an seinen Vorgängern messen lassen kann, wird sich daher wohl erst im nächsten Jahr zeigen….


Denkwürdige Zitate.

"Was ist los; haben Sie Angst, Nummer Eins? Da wo ich herkomme, gibt es ein Sprichwort: Verängstigter Kelpianer bedeutet zäher Kelpianer. Sind sie zäh geworden, seitdem wir zusammen auf der Shenzhou gedient haben, Mr. Saru?"
Philippa Georgiou (aus dem Spiegeluniversum)

"Sie? Wie das? Unser Gebieter hat ihr Herz durchbohrt! Haus T’Kuvma hat sich an ihrem Fleisch gelabt!"
"Sie reden von der anderen Philippa Georgiou."
"Wie auch immer; Ihnen fehlt es jedenfalls an Würze…"
L’Rell und Georgiou

"Das ist ein Palstek. Der geht nicht auf und rutscht nicht weg. Den hab ich als Kind gelernt. Er hat mich zu dem gemacht, was ich bin. Er verbindet mich mit meiner Vergangenheit."
Ash Tyler

"Es konnte ja auch nicht Euer ganzes Universum langweilig sein…"
Georgiou im orionischen Strip-Club

"Oh Scheiße, das ist gar keine Drohne!"
Sylvia Tilly

"Durchaus. Aber eine Frage bleibt: Wieso haben Sie die Mission klammheimlich in die Hände eines Terraners gelegt? Weil wir so niemals vorgehen würden."
"Das wird sich bald ändern. Wir können uns den Luxus von Prinzipien nicht leisten."
"Sie sind alles, was wir noch haben, Admiral! Vor einem Jahr dachte ich auch noch, dass unser Überleben wichtiger war, als unsere Prinzipien. Ich habe mich geirrt. Ist heute wieder eine Meuterei nötig um zweifelsfrei zu beweisen, wer wir sind?"
Michael Burnham und Admiral Cornwell



Mittwoch, 7. Februar 2018

Turons Senf zur vierzehnten Folge Discovery




Spoilerwarnung.

Diese Rezension enthält massive Spoiler auf die vierzehnte Discovery-Folge "Flucht nach vorn" und sollte nur dann gelesen werden, wenn man diese und die vorangegangen Episoden bereits gesehen hat.


I. Einleitung.
Dieses Mal will ich es ganz bewusst aus der Rezension ausklammern:
Die Serie Discovery ist das Produkt einer sorgfältigen Arbeit.
Auch dieses Mal gibt es außergewöhnliche Ansichten, beeindruckende Szenenbilder und einen fesselnden Soundtrack. Es ist eben State-of-the-Arts, was da präsentiert wird, wobei nur selten traditionelle Stilmittel bemüht werden, die vor J.J. Abrams Star Trek ausgemacht haben.
Dahingehend betritt Discovery definitiv Neuland und hebt sich von seinen Geschwistern deutlich ab. Sie markiert einen spürbaren Neuanfang, den sie optisch, erzählerisch und auch inhaltlich vertritt.


II. Story.
Zurück im Heimatuniversum werden Captain Saru und seine tollkühne Crew mit den Auswirkungen des Krieges gegen die Klingonen konfrontiert, als Admiral Katrina Cornwell die Discovery übernimmt. Stück für Stück wird allen Beteiligten klar, dass ein Sieg gegen die Klingonen nur dann möglich ist, wenn man das Kampfgeschehen von der Erde zurück zur Heimatwelt der Kriegerkultur bringt.
Schlüssel zum Erfolg ist ein Plan, den Michael Burnham nach einem Gespräch mit der Imperatorin des Spiegeluniversums ausheckt. Doch ihr Plan hat einige Schwachstellen. Zum einen müssen die Admirale der Sternenflotte davon überzeugt werden und zum anderen benötigt die Discovery zur Ausführungen dringend neue Pilzsporen, um den Myzel-Antrieb nutzen zu können. Und als wäre das noch nicht genug, verfolgt auch die Imperatorin mit diesem Plan ganz eigene Ambitionen…


III. Lobenswerte Aspekte.

Charaktermomente.
Auch wenn man vieles an Discovery bemängeln kann, kommt man nicht umhin seine Darsteller zu loben.
In dieser Folge hat sich in meinen Augen insbesondere der Brite James Frain als Sarek hervorgetan – mal ganz abgesehen davon, ob sein Auftauchen ausgerechnet als Handlanger der später so sehr von ihm verachteten Sternenflotte jetzt unbedingt notwendig war.
Aber Frains Darstellung ist über jeden Zweifel an ihrer Sinnhaftigkeit erhaben, denn der Schauspieler kleidet seine mit einem dunklen und tiefsinnigen Humor ausgestattete Figur gleichermaßen mit einem stoischen Ernst, als auch einem unsichtbaren Lächeln im Gesicht. Hinzu kommt in dieser Episode ein wahrlich düsterer Anstrich, als Sarek beginnt, Fragen mit Gegenfragen auszuweichen, seine Ziehtochter in puncto Mittelwahl zu hintergehen und Opfer einer vermeintlichen Logik zu werden, die zwar nicht unvulkanisch, aber dafür extrem unmoralisch ausfallen dürfte. Es mutet beinahe ein wenig danach an, als würde er in die Fußstapfen Lorcas treten oder sich zumindest von einer ähnlich drastisch argumentierenden Person blenden lassen.
Das perfekte Gegenstück zu diesem Charakter bildet Sylvia Tilly.
Mal ganz ehrlich: Tilly ist nicht perfekt. Weder ist sie so gertenschlank wie Hollywood es vorgibt, noch ist ihr Charakter ein Muster menschlichen Edelmutes. Stattdessen sabbert sie im Schlaf, redet eindeutig zu viel und bedient sich einer wenig feinen Ausdrucksweise.
Und dennoch kommt immer wieder ihr die Aufgabe zu, den  Zuschauer an das Beste im Menschen zu erinnern. Mit ihrem naiven Optimismus oder ihrer optimistischen Naivität bildet sie einen Anker aus Anstand und Moral für Burnham, Stamets und eigentlich jeden, der die Serie sieht.
Der große Verdienst Paul Stamets' in dieser Folge war es hingegen, wieder so etwas wie ein Stück Forschergeist in die Serie gebracht zu haben, nachdem der allgemeine Fokus viel zu lange nur auf Krieg, Mord und Totschlag gelegen hat. Seine Szenen zur Genesis-artigen Pilzneuzüchtung fühlten sich wie eine Oase in einer lebensfeindlichen Sandwüste an, die weit mehr Anklänge an den ursprünglichen Star-Trek-Gedanken boten als der Großteil der restlichen Einstellungen.


Und auch wenn der Kelpianer Saru sich kommandotechnisch wieder zurücknehmen musste, blieb auch er jemand, der mittlerweile in das Amt eines Captains hineingewachsen ist und sowohl die taktischen, moralischen und zwischenmenschlichen Fähigkeiten zeigt, die für den Platz auf der Mitte der Brücke notwendig sind. Wenn ich allerdings seine Gefahrenganglien in Erscheinung treten sehe, frage ich mich von jetzt an stets, wie sie wohl schmecken würden…
Ash Tylers Auftritte waren von Licht und Schatten begleitet. Strahlen konnte er vor allem, wenn ihm eine der edelsten menschlichen Emotionen zuteilwurde: Vergebung.
Einige der großartigsten Szenen der gesamten Folgen, nämlich seine Begegnung mit Stamets und jene mit seinen Crew-Kameraden in der Messe zeigten deutlich die Nuancen, die dieser Begriff bietet.
Doch auch die mit Abstand fürchterlichste Szene der Folge geht auf sein Konto. Seine Begegnung und Aussprache mit Burnham hatte so schmerzhaft fremdschämenswerte Seifenopernzüge, dass man sich selbst als Zuschauer lieber ins luftleere Vakuum des Alls als in diesen Raum gewünscht hatte. Manchmal kam außerdem der Gedanke auf, dass Shazad Latif nur wegen seiner erstaunlichen Fähigkeiten zum Dackelblick mit dieser Rolle betraut wurde. So blieb sein Auftritt zwischen Genie und Wahnsinn und hinterließ trotz einiger Hochmomente am Ende einen sehr faden Beigeschmack.


Und damit will ich noch nicht einmal sagen, dass ich Burnhams Motivation, Tyler aus dem Wege zu gehen, nicht nachvollziehen kann. Ihr vermeintlicher Abschied von Tyler verwischt aber jegliche Spur verständlicher Motivation, um irgendwo zwischen Rosamunde Pilcher und Roland Kaiser Schiffbruch zu erleiden.
Geärgert hat mich zudem, dass sie sich schon wieder als Spielball fremder Interessen einspannen lässt, vor allem, weil sie schon wieder nicht in der Lage ist, ihre persönlichen Gefühle unter Kontrolle zu halten. Es ist ein wenig so, als wäre sie gerade mit dem Kopf gegen die Wand gelaufen nur um aufzustehen und das gleiche noch einmal zu tun.
Widersprechen muss ich bei aller Kritik an ihrer Figurenmotiviation allerdings, wenn mal wieder Reue als vermeintliches Übel ins Feld geführt wird. So kurz vor Ende wage ich an dieser Stelle einmal die Prognose, dass genau dieser Aspekt ihrer Menschlichkeit nicht nur zu ihrer großen Stärke werden wird, sondern am Ende (also in der nächsten Episode) wohl den Tag retten dürfte.
Ihr Spiegeluniversums-Entführungsopfer Philippa Georgiou hatte ungleich weniger Raum und verwandelte sich von einem vergleichsweise vielschichtigen Charakter in der letzten Folge zurück in den typischen Spiegeluniversumsbewohner, um – kaum verschleiert – die Position Lorcas an Bord der Discovery neu zu besetzen.


Ein Totalausfall in meinen Augen bildete aber erst Admiral Katrina Cornwell. In einem Anflug wirren Wahns schießt sie auf wehrlose Glückskekse, verliert mitten in einer Gefahrensituation die Kontrolle über sich sowie das ihr anvertraute Schiff und lässt immer wieder wehrkraftzersetzende Äußerungen fallen.
Am Ende fragt man sich, ob sie es in irgendeiner Form besser als jener Lorca macht, dem sie ähnliche Verhaltensweisen vorgehalten hatte. Zudem ist nicht unbedingt klar, warum ausgerechnet sie derlei Reaktionen zeigt, da sie vertrauter mit dem aktuellen Krieg ist als jeder andere an Bord, dem man entsprechende Reaktionen vielleicht noch nachgesehen hätte.
Für die übrigen Schauspieler wie L'Rell oder Doktor Pollard gab es nur wenig Platz zu Entfaltung. Immerhin kann man die vermehrte Zeit, die die Kamera Nebenrollen wie Detmer, Airiam oder Bryce gönnte, als positives Zeichen für die kommende zweite Staffel deuten.


Der Krieg als Metapher.
Noch in der letzten Woche habe ich an dieser Stelle kritisiert, dass es Discovery nicht vermochte, tagesaktuelle Geschehnisse in adäquater Science-Fiction-Manier auf den Bildschirm zu transportieren. Diesen Vorwurf muss ich nunmehr zurücknehmen, denn den Drehbuchautoren ist eine glänzende Metapher auf asymmetrische Kriegsführung gelungen, ohne mit der Moralkeule wild um sich zu schlagen.
Sarek formulierte es wiefolgt:

"Durch die Abwesenheit eines Anführers haben die klingonischen Häuser sich wieder entzweit. Zu Beginn des Krieges haben wir gegen einen Feind gekämpft; jetzt bekämpfen wir vierundzwanzig. Sie liegen untereinander im Streit infolge ihrer unbeherrschten und kampflustigen Natur, aber trotz allem verbindet sie ein gemeinsames Ziel: Sie wetteifern um die Vorherrschaft indem jedes Haus versucht, die meisten Föderationsziele zu zerstören. Wir sind Kanonenfutter in ihrer feudalen Auseinandersetzung. Unsere Toten sind ihre Beute."

Dieses Dilemma zwingt uns eine spannende Frage auf:
Was macht eine Gesellschaft, die zwar bereit ist, im Angriffsfall militärisch zu antworten, aber einer Kriegsform gegenübersteht, gegen die sie kaum etwas auszurichten vermag?
Die gleiche Hilflosigkeit, mit der westliche Demokratien dem islamistischen Terror begegnen, zeigt sich hier an der Föderation. Der Gegner verhält sich traditionellen Vorstellungen der Taktik gegenüber unlogisch, stellt nicht einmal Forderungen und am Ende droht er einer utopischen, toleranten und fortschrittlichen Zivilisation den Garaus zu machen. Das ist deutlich subtiler als die Xindi-Sonde, die ausgerechnet die USA angreift, auch wenn man bei der Ansicht des klingonischen Heimatplaneten deutliche Zentren des islamischen Terrors (vor allem aus amerikanischer Sicht) wie die Küstenlinie von Marokko bis Ägypten und den Persischen Golf für meinen Geschmack etwas zu deutlich ausmachen kann.
Der einzige Schatten an dieser tollen Metapher ist die plumpe – sehr amerikanische – Lösung für das Problem (hier aus der Perspektive der Imperatorin):

"In meiner Welt ist Qo'noS kaum mehr als ein verkohlter Haufen Asche im All."

Der Ansatz, mit genügend Bomben auf ein konkretes Ziel den Konflikt auszulöschen, ist in der internationalen Politik mittlerweile als Irrweg erkannt worden und es besteht die – wohl mehr als berechtigte Hoffnung, dass Burnham und die Crew der Discovery einen anderen Weg finden wird, als dem geheimnisvollen Plan der Imperatorin zu folgen. Denn bislang scheint die Sternenflotte die Missetaten Burnhams noch einmal übertrumpfen zu wollen und hat offensichtlich nichts aus ihrem blinden Glauben an Lorca gelernt – eine weitere offensichtliche wie traurige Parallele an die Erfahrungen mit asymmetrischer Kriegsführung in unserer Zeit.



IV. Kritikwürdige Aspekte.

Die totale Verunsicherung.
Diescovery ist Fake News.
Sie füttert uns gezielt mit Falschinformationen, tritt gezielt mit punktuellen Bemerkungen in die Tränendrüse und hält somit das Gewissen eines jeden Zuschauers in Geiselhalft.
Das zeigt sich ganz besonders in dieser Episode.
Nachdem die erschreckende Karte aus der letzten Folge uns ein Ende der Föderation suggerierte, erfahren wir nun, dass nicht einmal zwanzig Prozent des Föderationsgebietes tatsächlich unter klingonischer Kontrolle stehen.
Klar wäre es nicht schön, wenn Österreich urplötzlich ganz Bayern besetzen würde (ca. 19,76% des Bundesgebietes), aber bedeutet das denn gleich automatisch, dass damit die ganze Bundesrepublik dem Untergang geweiht ist?
Immer wieder werden wir Zeuge von solchen Cliffhangern, die sich als überdramatisiert entpuppen (wie etwa Lorcas Aufenthalt in einer Agoniezelle), irreführende Erwartungen schüren und absichtliche falsche Fährten legen.
Hinzu kommen Kommentare auf arme Weisenkinder ("Kann denn nicht einmal jemandan die Kinder denken!?"), die wohl nicht nur auf Burnham, sondern auch den Zuschauern seine Wirkung haben sollen.
Am Ende glaubt man jedenfalls gar nichts mehr und zweifelt an allem.
Ist etwa Tyler wirklich nicht mehr Voq oder ziehen die Schreiber nochmal die Toten aus dem Grab?
Soll Lorcas Original wirklich im Spiegeluniversum ein Ende gefunden haben?
Bleibt Discovery wirklich ein Produkt der Original-Zeitlinie oder entpuppt es sich am Ende doch als eigenständige Realität neben den bislang bekannten?
Gerade, wenn man sich die Folgen noch einmal ansieht, erfüllt es einen mit Scham, dem ausgelegten Köder so bereitwillig geschluckt zu haben, voller Begeisterung nach Luft geschnappt zu haben und vor allem alles für bare Münze genommen zu haben.
Discovery bedient sich Propaganda-Mittel, die der Serie vor allem Glaubwürdigkeit kosten. Zwar liegt auch ein guter Teil ihrer modernen Spannung darin begründet, aber häufig geht dieser Trend zu Lasten der Figuren, deren Motivation darunter leiden.
Vor allem, weil diese Folge es schwer hat, auf eigenen Füßen zu stehen. Sie ist die erste Hälfte – nicht einmal der erste Teil! – einer längeren Episode, die die finale Lösung einläutet. Es wäre wünschenswert gewesen, dass man diese beiden Folgen (wie die ersten beiden ja auch) gleich im Doppelpack ausgestrahlt hätte.


Spiegelungen.
Manche Leute halten es ja für intelligentes Schreiben, wenn man die Erzählmuster spiegelt, um bestimmte Aspekte überdeutlich herauszukehren. Bei Discovery ist es aber längst krankhaft geworden, einzelne Aspekte ein ums andere Mal aus dem Kleiderschrank zu kramen.
So werden wir in „Flucht nach vorn“ einmal mehr Zeuge, wie Burnham jemanden fragt, wie man die Klingonen besiegt.
Wieder einmal muss ein Verräter sich an Bord der Discovery erst beweisen.
Und wieder einmal wird eine abgründige Figur mit Mut zu außergewöhnlichen Maßnahmen auf den Captains-Stuhl der Discovery gesetzt, um die Menschlichkeit aus Burnham und Co. herauszukitzeln.
Die Serie verliert sich mehr und mehr in lauter Motiven, die es in vorherigen Folgen bereits gegeben hat und nun wiederum gespiegelt, neuinterpretiert oder anderweitig ausgeschlachtet werden. Es ist wie in einem Sushi-Restaurant mit Fließband, auf dem die gleichen Speisen immer wieder an einem vorbeikreisen, ohne dass sich der Hauptgang blicken lässt. Auf der Leinwand manifestiert es sich vor allem in gähnend langweiliger Wiederholung eines immer gleichen Themas, dem man irgendwann nur noch achselzuckend Gleichmut entgegenbringen kann.


Logiklöcher und Kanonbrüche.
Ich kann mir nicht helfen, aber diese ganze Tyler-Voq-Verwandlungs-Prozedur macht umso weniger Sinn, je öfter man davon hört. Aber sie ist nur einer von vielen Aspekten, die an der Glaubwürdigkeit nagen.
Warum etwa sind im Enter-Trupp Cornwells so viele hochrangige Admirale anwesend? Ist es in dieser Situation nicht viel zu gefährlich, die wenigen verbliebenen Militärführer derart in Gefahr zu bringen?
Und was ist mit den anderen Kernwelten der Föderation? Warum versuchen die Klingonen nicht, Tellar, Vulkan oder Andoria anzugreifen, obwohl diese Planeten laut des verwendeten Kartenmaterials auf direktem Weg zu Erde liegen müssten?
Und wo sind die Klingonen, die laut Sarek den ganzen Quadranten durchkämmen?
Sie schaffen es weder, die Admirale, Sarek oder die Discovery in irgendeiner Form zu beeinträchtigen, noch eine frisch eroberte Sternenbasis zu sichern.
Vor allem aber die extensive Verwendung des omnipotenten Myzel-Netzwerks wird nahtlos fortgeführt. Nun wissen wir auch noch, dass das Wunderzeug problemlos auf jedem unbewohnten Mond neugezüchtet werden kann – dem erzählerischen Allheilmittel werden auch noch die letzten Beschränkungen vom Leib geschrieben.
Schade eigentlich.


V. Synchronisation.
Wieviel in der Übersetzung einer Star-Trek-Folge verlorengeht, merkt man spätestens, wenn aus "The War Whithout, The War Within" in der Sprache der Dichter, Denker und Diktatoren ein sprödes "Flucht nach vorn" wird.
Es gibt darüber hinaus die ein oder andere Ungereimtheit wie der Burnhams Satz "Das ist ein klingonisches Wappen. Von Haus D'Ghor!", die mir Bauchschmerzen bereiten. Andererseits stören mich die mitunter etwas flapsigen und saloppen Ausdrucksweisen ("Das können Sie Ihrer Großmutter erzählen.") weniger, denn die Charaktere wirken damit etwas lebendiger. Selbst das Duzen und Siezen findet eine sinnigere Verwendung, weswegen sich die deutsche Variante am Ende doch ruhigen Gewissens sehen lassen lann.


VI. Fazit.
"Flucht nach vorn" ist vor allem unfertig. Sie markiert den halben Weg zur endgültigen Lösung und sie als Einzelfolge betrachten zu müssen ist mehr Ärgernis als Wohltat. Sie weist die üblichen Logiklöcher auf, verliert sich völlig darin, vorherige Ereignisse in vermeintlich neuem Gewand erneut zu spiegeln und büßt ziemlich an Glaubwürdigkeit ein. Vor allem Tylers Aussprache mit Burnham bleibt ein Tiefpunkt der gesamten Serie.
Seine Rückkehr in den Schoß der Crew war aber auch einer der Höhepunkte. Daneben bot sie für Sarek, Stamets, Saru oder Tilly viel Raum zum Glänzen und verstand es erstmals, die Thematik einer asymmetrischen Kriegsführung stilvoll in ein Science-Fiction-Gewand zu füllen.

Bewertung.
Unfertiger Appetitanreger.






VII. Schluss.
Bei allem Neuanfang fehlt mir eine gewisse Kompromissfähigkeit. Nur allzu deutlich hat man sich stilistisch bei Abrams angelehnt (Lens Flares, Wackelkamera, Design) und sich bestenfalls vereinzelte Rosinen aus dem Rest herausgepickt.
Habe ich der Serie zu Anfang noch zugutegehalten, dass es dafür immerhin darauf verzichtet, eine ähnliche Schneise der Verwüstung zu hinterlassen, muss ich diesen Punkt nunmehr revidieren. Der Krieg gegen die Klingonen hat mehr als ein Drittel der Flotte vernichtet, die Sternenbasis Eins ist gekapert worden und von der Schlacht am Doppelstern will ich lieber erst gar nicht anfangen zu erzählen.
Dadurch ist vor allem ein tiefer Graben zu ausgerechnet jener Epoche entstanden, vor der man sich (unverständlicherweise) positioniert hat. Ein Kirk und seine Auseinandersetzungen mit den Klingonen wirken im Lichte der in "Flucht nach vorn" beschriebenen Ereignisse jedenfalls kaum mehr schlüssig.
Es wird sich im kommenden Staffelfinale zeigen, inwiefern die Autoren hier der inneren Chronologie Star Treks entgegenkommen und wenigstens versuchen, die bisherigen Widersprüche aufzulösen. Aber selbst wenn wir wissen, dass Qo’noS wohl nicht in Schutt und Asche gelegt wird, beruht ein großer Teil der Spannung darauf, wie man jetzt noch die erzählerische Kurve meistern wird.


Denkwürdige Zitate.

"Ich könnte Entschuldigungen vorbringen. Dass ich versucht habe, das terranische Imperium zu destabilisieren. Dass die Sternenflotte von ihrem Wissen über ein anderes Universum profitiert. In Wahrheit konnte ich sie nicht nochmal sterben sehen, Saru. Sie hatte mehr verdient. Ich entschuldige mich."
Michael Burnham über die Imperatorin

"Dass Lorca ein Betrüger aus einem anderen Universum ist, war nun wahrlich nicht der naheliegendste Schluss. Wir alle wurden getäuscht."
Sarek über Lorca oder die gesamte Serie

"Niemand hat die Absicht ihre Kultur zu zerstören."
Admiral Ulbricht oder so

"T'Kuvma… war ein engstirniger Idiot!"
Cornwell zu L’Rell

"Jeder Pfad der Logik führt zu dem selben Ergebnis: Die Taktik der Sternenflotte ist gescheitert. Wenn wir sie nicht anpassen, verlieren wir jede Hoffnung auf ein Überleben."
Sarek

"Doch es liegt auch Anmut darin, denn kann man sich eine größere Quelle für den Frieden vorstellen als seinen Feinden mit Liebe zu begegnen?"
Sarek zu Burnham

"Bereue niemals, jemanden zu lieben, Michael."
Sarek

"Als wir im Universum der Terraner waren, musste ich daran danken, wie sehr ein Mensch von seiner Umgebung geprägt wird.  Und ich glaube der einzige Weg um zu verhindern, dass wir so werden wie sie, ist zu verstehen, dass wir alle eine dunkle Seite in uns haben und sie zu bekämpfen."
Sylvia Tilly

Weiterführende Leseliste.
01. Rezension zu "Leuchtfeuer" und "Das Urteil"
03. Rezension zu "Lakaien und Könige"
04. Rezension zu "Sprung"
05. Rezension zu "Wähle Deinen Schmerz"
06. Rezension zu "Lethe"
07. Rezension zu "T=Mudd²"
08. Rezension zu "Si Vis Pacem, Para Bellum"
09. Rezension zu "Algorithmus"
10. Rezension zu "Nur wegen Dir"
11. Rezension zu "Der Wolf im Inneren"
12. Rezension zu "Blindes Verlangen"
13. Rezension zu "Auftakt zum Ende"
14. Rezension zu "Flucht nach vorn"



Mittwoch, 31. Januar 2018

Turons Senf zur dreizehnten Folge Discovery



Spoilerwarnung
. Dieser Artikel enthält massive Spoiler zum Inhalt der dreizehnten Discovery-Folge "Auftakt zur Vergangenheit" und sollte nur gelesen werden, wenn man die Episode und sämtliche vorangegangenen bereits gesehen hat.


I. Einleitung.
Langsam kristallisiert sich heraus, dass Discovery eine Serie ist, die nur schwer in eine Reihe mit anderen Star-Trek-Serien zu bringen ist. Sie verwendet andere Erzählstrukturen, setzt das Hauptaugenmerk auf andere Inhalte (Figurenkonflikte, Todesfälle, Action) und bildet eine insgesamt geschlossene Handlung, die sich deutlich vom bislang traditionell epiosodenzentrierten Erzählmodell abhebt.
Mehr noch als die drei Abramstrek-Filme würde vielleicht diese Serie den Untertitel "Not Your Father's Star Trek" verdienen, so dass es nicht allzu sehr verwundert, dass die Serie vielen Fans Probleme bereitet. Gibt es da überhaupt noch Grund zur Hoffnung?


II. Story.
Der düstere Lorca treibt sein Unwesen auf dem Palastschiff der Imperatorin!
Er befreit seine alten Mitstreiter aus der Enge ihrer Agoniezellen, zwangsrekrutiert den hilflosen Wissenschaftler Paul Stamets, zieht marodierend durch die dunklen Gänge der ISS Charon und treibt die aktuelle Herrscherin Philippa Georgiou mehr und mehr in die Enge. Letzten Endes bleibt selbst ihr nur allein das Heil in der Flucht vor dem Widersacher und seinen Schergen zu suchen.
Aber die Korridore, Lüftungskanäle und Wartungsgänge werden nicht allein von Georgiou-treuen und oppositionellen Streitkräften bevölkert: Zwischen all diesen Fronten schleicht auch Michael Burnham umher, um nicht nur ihr Schiff, die USS Discovery, vor den hiesigen Vorgängen zu warnen, sondern auch, um einen Weg aus dem Chaos zu finden, in das sie durch die Ränkespiele Lorcas geraten ist.
Als sie und Georgiou schließlich zusammentreffen, schmieden sie einen Plan, um nicht nur dem Treiben des verhassten Emporkömmlings ein Ende zu setzen, sondern auch das gesamte Palastschiff in Schutt und Asche zu verwandeln…


III. Lobenswerte Aspekte.

Folgenkonstruktion. Man muss bei aller Kritik doch zugeben, dass mitunter eine echte Augenweide ist, was da in den kanadischen Aufnahmestudios im Namen Star Treks so zusammengezimmert wurde. Einmal abgesehen von den tollen Sets, Schauspielern und Props lässt sich dies auch immer wieder am zum Teil atemberaubenden Kameraeinsatz, den vielen unterschiedlichen Perspektivaufnahmen oder schier endlose Zweikampf-Choreografien ablesen, die in der Form gar nicht, nur sehr selten oder bestenfalls im Kinoformat zu sehen waren. Einschränkend bleibt im gleichen Atemzug aber zu bemängeln, dass dies auch bedeutet, dass mit ähnlicher Beharrlichkeit an unbeliebten Elementen wie der gefürchteten Wackelkamera oder den verhassten Lens Flares festgehalten wird.
Der Episode "Auftakt zur Vergangenheit" muss man ferner noch einen insgesamt sehr klaren Fokus zubilligen: Vermeintlich störende Elemente, wie L'Rell oder Ash Tyler, werden zugunsten der Konzentration auf einen größeren Erzählstrang ersatzlos beiseite getan (sie dürften dafür aber in den beiden nächsten Folgen umso mehr im Zentrum stehen). Dafür gibt man sich die Mühe, längerfristige Entwicklung zu finalisieren und über die Gebühr geöffnete Baustellen endlich zu schließen. Es ist eine beinahe klassische Inszenierung einer Fernsehepisode nach modernen Maßstäben, komplett mit einer Menge Action, einer ähnlichen Menge Pathos, einem Showdown und natürlich einem Cliffhanger.
Die Serie lässt seine Zuschauer durch immer neue Entwicklungen, unerwartete Twists sowie offene Fragen nicht mehr in Ruhe und das Erschreckende ist, wie sehr man sich nach dreizehn Episoden bereits an diesen Zustand gewöhnt hat und gewisse Suchterscheinungen zu zeigen beginnt.
Aber im Angesicht zweier verbleibender Folgen ist die Aussicht auf Spannung natürlich etwas eingeschränkt. Doch wer sich vor der Ausstrahlung oder kurz vor Ende dieser Episode ernsthaft gefragt hat, womit man jetzt noch zwei Folgen durchbringen will, wird sich jetzt sicherlich fragen, wie man die vielen verbliebenen Handlungsstränge jetzt noch auflösen will, denn viel zu viele Fragen stehen noch ebenso unbeantwortet im Raum, wie eh und je.
Wie wird die Crew das Dilemma um den verlorenen Krieg gegen die Klingonen lösen?
Was ist mit der Spiegeluniversums-Discovery?
Was passierte mit dem Original-Lorca?
Wie wird die Imperatorin in diesem Universum sterben?
Ist Tyler noch zu retten?
Was blüht der zum Scheitern verurteilten Sporentechnologie?
Was geht es mit Michael Burnhams ausstehender Haftstrafe weiter?


Moralität. Gegen Ende der Serie löst sich natürlich ein klein wenig das Konstrukt auf, dass eine Folge zwangsläufig der Beantwortung einer bestimmten philosophischen Frage folgt. Stattdessen springt die Moral munter zwischen verschiedenen Motiven hin und her, so dass man sich als hungriger Zuschauer am Ende wie bei einem All-You-Can-Eat-Buffet den schmackhaftesten Happen heraussuchen kann. Das ist auch ganz gut so, denn mitunter offenbaren sich Grundfragen in dieser Serie so sehr mit der Brechstange, das einem als Zuschauer förmlich der Hinterkopf schmerzt, wenn man mal wieder hinterrücks von einer von ihnen getroffen wird.
Um zu erläutern was ich damit meine, bedienen wir uns an dieser Stelle einmal eines Zitates aus der Durchsage Lorcas auf der ISS Charon:

"Hallo Philippa, jahrelang hast Du zugelassen, dass fremde Rassen unsere Grenzen überfluten und es sich vor unserer Haustür bequem machen und am Ende eine Rebellion anzetteln! Die Terraner brauchen einen Anführer, der unsere Lebensweise erhalten kann. Unsere Rasse!"

Es ist vergleichsweise unschwer, an diesen Äußerungen deutliche Anklänge an die Rhetorik des US-Präsidenten Donald Trumps zu erkennen. Lorca könnte im gleichen Atemzug von einem Einwanderungsstopp aus Mexiko reden, Wohltaten zuerst für Amerika ("America first") einfordern oder statt Georgiou Hillary Clinton als Versagerin deklassieren (wer es gerne etwas lokaler hätte: es ist ein unverhohlenes "Merkel muss weg!").
Als er kurz darauf mit Burnham spricht, setzt er diese Vergleichbarkeit fort:

"Und Sie wissen, dass die Föderation ein Experiment ist, das zum Scheitern verurteilt ist. Ein kindischer Idealismus. All die Spezies, Entscheidungen und Meinungen sind nicht gleichwertig und wie sehr auch immer sie sich bemühen: Die Starken und Fähigen werden immer obsiegen."

Auch hier bediente sich der Drehbuchschreiber einer Sprache, die bei Trump, aber auch so manchem AfD-Politiker direkt aus der Redenschatulle geborgt zu sein scheint. Es geht um die Reduzierung sowie Herabsetzung von Demokratie, der eigenen Selbsterhöhung und darwinistische Prinzipien, die wir alle schon längst überwunden geglaubt haben,  nur um sie nun doch wie Untote aus ihren vermeintlichen Gräbern kriechen zu sehen.
Aber wie reagiert man auf so etwas?
Um es mit Burnham zu sagen:

"Das Einzige, von dem ich mich habe blenden lassen, waren Sie!"

Einsicht ist der beste Weg zur Erkenntnis. Es ist sicherlich eine Sache, einem Blender und Täuscher auf den Leim zu gehen, aber eine völlig andere, das Gehirn auszuschalten und diesen Kurs beizubehalten.
Es ist natürlich toll, dass damit das erste Mal seit Enterprise (die Xindi-Attacke als Metapher für 9/11) wieder dringende tagespolitische Ereignisse angesprochen werden, denn darüber hat sich Star Trek oft erfolgreich identifiziert: Der Vietnam-Krieg in "Der erste Krieg", der Zusammenbruch der Sowjetunion in "Star Trek VI: Das unentdeckte Land" oder Rassismus in "Bele jagt Lokai" sind nur einige Beispiele für das gelungene Spiel mit gesellschaftlich relevanten Themen der Zeit.
Doch auch wenn der Versuch durchaus ehrbar ist, bleiben die vorgestellten Zitate am Ende doch nur vereinzelte Sätze eines Spiegeluniversumscharakters. Eine Figur, die einen Trump markiert oder wenigstens eine Folge, die uns mit den Folgen seiner wirren Weltsicht konfrontiert, sucht man bei Discovery wohl auch in Zukunft vergeblich.
In die gleiche Kerbe schlägt wohl auch die nicht minder mäßig verschleierte Umweltschützermetapher auf den Alleingang Trumps beim Thema Klima, die zum Beispiel dann deutlich anklingt, wenn die Crew der Discovery ihr Unverständnis zum Ausdruck bringt, dass man sich im Spiegeluniversum nicht um die Auswirkungen der heute verursachten Verschmutzungen kümmern würde.
Auch das sind sicherlich gut gemeinte Ansätze, die allerdings im großen Erzählrahmen bestenfalls den Charakter einer Randnotiz erhalten.
Daher liegen meine Sympathien auch eher in Themen, die wir bereits in vorangegangenen Rezensionen ausführlich besprochen haben, weil sie schon vorherige maßgeblich Folgen bestimmt haben.
Zum Beispiel, dass es keine unlösbaren Szenarien gibt und dass man mit ein wenig Glauben an sich selbst Außergewöhnliches erreichen kann. In bester Kobayashi-Maru-Manier erfahren das auch Saru, Paul Stamets und Sylvia Tilly, die hier eine Todesmission tatsächlich in einen Fluchtweg zurück nach Hause transformieren können.
Noch großartiger war im Vergleich dazu nur der nun endgültig ausgefochtene Showdown zwischen einem bedingungslosen Glauben an das Schicksal gegen die Annahme, dass ausschließlich Selbstbestimmung unsere Handlungen formt. Das Duell dieser beiden konträren Ansichten, in diesem Fall direkt von Lorca und Burnham ausgefochten, hat am Ende einen klaren Sieger – ein vergleichsweise versöhnlicher Abschluss im Anbetracht der Tatsache, dass trotz des Fehlens großer gesellschaftlicher Themen immerhin zentrale menschliche Motive die philosophische Tradition Star Treks am Leben erhalten.


IV. Kritikwürdige Aspekte.

Charaktermomente. Kann sich noch jemand an die ersten Begegnungen mit Lorca erinnern? An dessen dunkle, geheimnisvolle Aura?
Weiß noch jemand, wie wir Stück für Stück von der Skrupellosigkeit des Mannes erfuhren und dabei zusahen, wie er Verschwörungen gegen Klingonen, seine Vorgesetzen und seine eigene Crew spann?
Gut, denn irgendwie ist dieser Mann seit der Ankunft auf der ISS Charon verschollen.
Fast wirkt es, als ob Lorca seitdem (vielleicht durch einen Unfall mit einer Kopfverletzung? Oder einen zu langen Aufenthalt in den Agoniezellen??) wieder die konstante Brutalo-Dummheit seiner Universumsgenossen teilt oder durch das Originaluniversum verweichlicht wurde.
Nur wenige Szenen lassen ihn noch in gewohnter alter Form erstrahlen; meistens dann, wenn er Personen wie z.B. die Spiegeluniversumsvarianten von Stamets oder Owosekun effektvoll exekutiert.
Aber ansonsten läuft er erschreckend planlos (vergleiche "Kanonbrüche und Logiklöcher") über die Decks des Palastschiffes, kalauert sich auf geistiger Augenhöhe zu der wiedergefundenen Vollblutsoldatin Landry (vorherige Gerüchte, dass Lorca ursprünglich ein Verhältnis mit ihrem Spiegelbild gehabt hätte wirken nun nur noch glaubwürdiger)  durch die Dialoge und verspielt seinen sicheren Sieg am Ende durch völlig unterranisches Verhalten.
Vor allem, weil Burnham völlig unvermittelt zu seiner Achillesverse mutiert.
Natürlich hat er mit ihrer Spiegeluniversumsentsprechung das Bettlager geteilt und natürlich glaubt er, dass das Geschick die beiden zueinander geführt hätte und natürlich hat er bereits im Originaluniversum seine schützende Hand über sie gelegt.
Aber dieses konkrete, obsessive Verhalten fällt dann doch so plötzlich vom Himmel, dass die Lichtempfindlichkeit der hiesigen Eingeborenen im Vergleich dazu beinahe clever eingefügt erscheint.
So erscheint es kaum nachvollziehbar, warum er ihr freies Geleit auf dem gesamten Schiff ermöglicht. Die Art und Weise, wie er sie schließlich aufnimmt, als sie mit Georgiou im Schlepptau zurückkommt, wirkt eher wie 'liebestoller Mittfünfziger beim Ausleben der dritten Midlife-Krise'. Und dass er – einem jungen He-Man gleich – Landry mit einem Schwerthieb niederstreckt, als sie die Oberhand im Kampf gegen die Verräterin erringt, war im Angesicht der Situation völlig unnachvollziehbar. Gruseliger Höhepunkt war dann aber, dass er, nachdem er von hinten erdolcht wurde, seine mühsam ausgespuckten letzten Worte ebenfalls Burnham widmet.
Alles in allem ist Lorca lächerlich sentimental (nicht nur Burnham, sondern auch Saru gegenüber) und wirkte nicht mehr wie jener durchgängig fiese, berechnende Charakter, den Jason Isaacs mit seiner Darstellung zuvor unwiderruflich nach ganz weit oben auf die Liste der Star-Trek-Bösewichte gespielt hat.


Ähnliche Konstanzprobleme zeigte dieses Mal auch Burnham. Auch sie scheint von der Identitätskrise, die der Besuch in dieser Realität mit sich bringt, betroffen zu sein.
Zwar bleibt sie trotz aller Erfahrungen ihren Föderationsidealen treu, doch davon ab verliert sie sich völlig in einem Strudel der Gefühle zu Philippa Georgiou. Jener Frau, die sie mehrfach in die Zelle sperren ließ, ihr Kelpianersuppe servierte und den Kontakt zu ihrem Schiff untersagte, läuft sie wie ein Schoßhündchen immer wieder hinterher, obwohl ihr klar ist, dass es sich nicht um die selbe Person handeln kann, der sie schon einmal beim Sterben zusehen musste.
So wird sie für den unerträglichsten Moment der Folge verantwortlich, als sie sich dem Spiegelbild ihrer verstorbenen Ziehmutter nicht nur sprichwörtlich um den Hals wirft, um sie aus der Gefahrensituation zu beamen.
Diese massiven Charakterverwerfungen machen es schwierig, beiden Charakteren zu folgen. Es war daher in dieser Episode bedeutend angenehmer, anderen Figuren etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken.


Saru zum Beispiel, der mehr und mehr in die großen Schuhe eines Sternenflotten-Captains hineinwächst. Es erfüllt einen als Zuschauer beinahe schon mit gewissem väterlichen Stolz den hochgewachsenen Kelpianer, der das Kommando in "Wähle Deinen Schmerz" noch als Bürde verstand, so souverän auf der Brücke agieren zu sehen. Es deuten sich damit bereits einige positive Trends für die zweite Staffel an, zumal der von Doug Jones verkörperte Offizier der erste Alien-Captain der Star-Trek-Fernsehgeschichte wäre.
Nicht minder gefällig setzte sich Paul Stamets in Szene, vor allem, wenn er mit Sylvia Tilly zusammenarbeitete. Zwischen beiden herrscht eine angenehme Arbeitsatmosphäre, von der wir in der nächsten Staffel auch gern mehr sehen wollen.
Ebenfalls nach Zugabe schreit auch der plötzliche Zuwuchs in der Menge an Dialogzeilen von Airiam, dem kybernetischen Crewmitglied des Schiffes. Vielleicht kann man in ihrer verstärkten Präsenz ebenfalls ein Versprechen an die Zukunft sehen… 
Der Rest des Casts war bessere oder schlechtere Staffage. Georgiou hatte ihre Momente, aber war ebenso schizophren zerrissen wie Burnham oder Lorca. Der Spiegeluniversums-Stamets – der immerhin verstehen ließ, warum Lorca seinen Gegenpart stets unfreundlich behandelte – war weit von der Verschlagenheit entfernt, die er noch im Vorgänger offenbarte. Und auch wenn ich mich über die Rückkehr von Rekha Sharma prinzipiell gefreut habe, war ich nicht in der Lage, den Unterschied zwischen dem Original und der Spiegeluniversumsvariante zu erkennen.


Die Sache mit dem Pilz. Es gibt noch immer einiges, was mich an der neuen Serie stört. Ab und zu, wenn es mich mal wieder besonders stört, krame ich es hervor, um mich darüber zu beschweren.
Der Look zum Beispiel, der die Wahl eines Handlungsortes zehn Jahre vor der Originalserie nicht unbedingt widerspiegelt. Die Holotechnologie die auch in dieser Episode viel zu ausgereift für den Zeitrahmen war. Und diese ganze Pilzgeschichte.
Ich will nicht falsch verstanden werden: Vieles am Sporennetzwerk finde ich in der Tat reizvoll, aber die Autoren benutzen es als erzählerisches Allheilmittel, dass sie jedesmal dann aus dem Schrank kramen, wenn Sachverhalte anderweitig schlecht zu erklären sind.
So verwundert es wohl kaum, dass man Sporen mittlerweile für alles gebrauchen kann: sie dienen als Medizin, zur Energiegewinnung, als Antrieb, als Futter, als Waffe, zur Planetenzerstörung, zur Geisterbeschwörung und es ist wohl auch nicht abwegig, dass sogar Stamets Biowaffe auf seinen Forschungen zum Myzel-Netzwerk fußen.
Mein Problem daran ist, dass zu selten glaubwürdige oder zumindest halbwegs wissenschaftliche Erklärungen damit einhergehen. Es ist – frei nach dem Motto 'Friss den Pilz oder stirb' – ein Objekt erschaffen worden, dass in etwa so faktensicher wie die Midichlorianer bei Star Wars daherkommt: Es wird bei Bedarf einfach mit gerade benötigten Fähigkeiten versehen, ohne dass wenigstens halbwegs nachvollziehbare Einschränkungen den Eindruck einer erzählerischen Abkürzung schmälern würden.
Dass kann man wunderschön daran erkennen, dass Lorca in der Pilz-Kugel elendig verbrennen muss, während die USS Discovery wenige Augenblicke später das Kunststück gelingt, das Objekt völlig unbeschadet zu durchfliegen.
Und auch wenn klar ist, dass die Myzel-Netzwerk-Technologie schon allein deshalb zum Scheitern verurteilt sein muss, weil man keine zehn Jahre später in der Originalserie nichts mehr davon weiß, wage ich allmählich zu bezweifeln, dass wir in dieser Staffel noch miterleben werden, wie das Gebilde zerstört wird, denn ich bin mir sicher, dass die Autoren und Produzenten noch eine Menge mehr Pilzwuchs im Hinterkopf haben, der uns für mindestens zwei oder drei weitere Staffeln beschäftigen wird.


Kanonbrüche und Logiklöcher. Man kann als Fan ja über das optisch und inhaltlich völlig umgekrempelte Spiegeluniversum sagen was man will, aber man muss den Autoren zugutehalten, dass sie immerhin ihren eigenen Dreck beseitigen.
Nicht nur, dass sich das Palastschiff fulminant in Weltraumstaub verwandelt hat, es hinterlässt ein Imperium, dass sich neu suchen muss: Einen neuen Imperator, eine neue Herrscherelite, eine neue Richtung und eine neue Optik, die diesen Neuanfang markiert.
Auf der anderen Seite wird das diktatorische Staatsgebilde auch entscheidend geschwächt und die Nachfolgekämpfe sind ein ideales Brutbett für Rebellionen, Bürgerkriege und Katastrophen, die das Imperium genau an den Rand des Ruins bringen könnten, an dem es in "Ein Paralleluniversum" steht.
In diesem vermeintlichen Bruch in der Kontinuität kann man also – wenn man sich bemüht weiterzudenken – tatsächlich das genaue Gegenteil finden.
Leider sind solche Momente nicht unbedingt häufig gesät und mich stören vor allen die vielen kleineren und größeren Unzulänglichkeiten, die mehr an der Glaubwürdigkeit nagen, als jedes fragwürdige Schiffsdesign.
Wie sagte Lorca so schön?

"Ein Jahr, zweihundertzwölf Tage Folter und Agonie meine Freunde. Meine Anhänger! Aber ich bin zurückgekehrt, um Eurem Leid einen Sinn zu geben: Heute ist der Tag, an dem wir unser Imperium zurückerobern! […] Auf dem Schiff des Imerators sind wir genau richtig. Ich bin in ein anderes Universum und wieder zurückgesprungen; denken Sie das schafft man ohne einen Plan?"

War das, was wir nun in der Folge gesehen haben, Lorcas fast zwei Jahre lang ausgetüftelter Plan?
Allein zu hoffen, dass zufällig genug seiner alten Anhänger vor Ort sein würden ist ja schon mutig genug, aber dann auch noch wie ein Cowboy wild um sich schießend in Richtung Thronsaal zu stürmen ist so ziemlich der Gegenentwurf des planvoll agierenden Strategen, der sich in vorangegangenen Folgen etabliert hatte.
Dabei hätte es ungleich bessere Pläne gegeben, die Lorca hätte schmieden können.
Zum Beispiel hätte er eine von den klingonischen Tarnvorrichtungen herbringen können.
Oder er hätte in den Archiven seines Schiffes herumstöbern können, um die Technologie der Xindisonde zu stehlen.
Oder er hätte Mudds Zeitkristall mitnehmen können, der sich erst vor einigen Episoden als exzellentes Mittel zur Rache entpuppt hat.
Wirklich alles wäre besser gewesen als dieses wahnwitzige Unterfangen, dem sich Lorca letztendlich hingab. Obwohl das Wort 'Plan' in dieser Hinsicht mit Vorsicht zu genießen ist, denn auch Burnhams Idee, sich und Georgiou auszuliefern, war nicht weniger waghalsig.
Während ich das bei Burnham vielleicht noch als Akt der Verzweiflung interpretieren könnte, stört mich dies bei Lorca einfach.
Ist dies denn der gleiche Lorca, dem es in der originalen Zeitlinie gelang, geräuschlos den Platz seines Doppelgängers einzunehmen, Captain des fortschrittlichsten Föderationsschiffes zu werden und alle Personen in seinem Umfeld nach Belieben an der Nase herumzuführen?
Ich meine, dass dieser Mann im Vorfeld deutlich gezeigt hat, dass er besser Pläne, Intrigen und Ränke schmieden kann als die gesamte Borgia-Familie, Egon Olsen oder Brain. Aber mit seiner Rückkehr passt er sich scheinbar auch intellektuell wieder seiner stumpfen Umgebung an.
Im Zusammenhang mit dem oben genannten Zitat weißt Landry Lorca noch auf etwas anderes hin. Es sollen sich zehn imperiale Bataillone an Bord befinden, von denen man in der Folge erstaunlich wenig sieht.
Wo sind die Soldaten hin? Wo sind sie geblieben?
Zehn Bataillone umfassen immerhin mindestens 3000 Personen, von denen sicherlich ein guter Teil durch Stamets Bio-Waffe stirbt. Aber dass kein anderer von denen Lorcas, Georgious oder Burnhams Weg kreuzt, ist schon eine außerordentlich glückliche Fügung.
Verwunderung befällt den Zuschauer auch, warum man sich eigentlich die Mühe macht einen Myzel-Körper mit einem Kraftfeld zu schützen, obwohl man es nicht einmal mit Photonentorpedos zerstören kann, während man den Thronsaal als Sitz eines Imperators, der wohl ziemlich häufig zum Gegenstand von Attentaten, Angriffen und Mordversuchen werden dürfte, völlig ungeschützt lässt.
Es hat sich mir außerdem nicht erschlossen, warum Georgiou und Burnham miteinander gebeamt aber getrennt voneinander materialisiert worden sind.
Und woher Rhys nach der Rückkehr in die eigene Zeitlinie plötzlich eine interaktive Kriegsstandskarte hervorzaubert, obwohl es keinen (nicht einmal mehr automatischen) Kontakt zur Föderation gibt, wird wohl ebenso unter den Teppich des Vergessens gekehrt werden, wie alle anderen Logiklöcher.


V. Synchronisation.
Es ist noch nicht einmal so, dass die deutsche Synchronisation total schlecht wäre. Man kann Benjamin Stöwe hören, hat einen leichteren Zugang zum Inhalt und größtenteils ist die Übertragung auch recht stimmig. Aber immer wieder ist sie inkonsistent mit dem Duzen und Siezen, dem Titel der Imperatorin oder übersieht, dass Saru Burnham im Original plötzlich als 'Freund' bezeichnet. Viel zu oft gehen einfach kleinere Details in der Übersetzung verloren, was mitunter ein wenig ärgerlich macht.


VI. Fazit.
Die nach allen Regeln der Handwerkskunst produzierte Folge "Auftakt vom Ende" bietet einen Abschluss.
Es ist ein Abschied vom Spiegeluniversum, der von massiven Logiklöchern, neuen Wunderfertigkeiten der Pilztechnologie und schizophren agierenden Hauptcharakteren bestimmt wird.
Auf der anderen Seite begründet er so kurz vor Staffelende auch einen kompletten Neuanfang.
Die Crew muss ihre eigene Identität ohne den omnipräsenten Lorca finden, die Krise eines verlorenen Krieges lösen und bislang sieht alles danach aus, als würde man sich nun wieder dessen besinnen, was in bester Star-Trek-Tradition das Menschsein ausmacht.

Bewertung.
Eine neue Hoffnung.





VII. Schluss.

Discovery ist in der Tat keineswegs "das Star Trek unserer Väter" (eine weitere meiner sehr freien Übersetzungen) und ein klein wenig liegt sogar der Verdienst der Serie darin. Sie entspricht den Sehgewohnheiten des 21. Jahrhunderts und hat es verstanden, diese mit zentralen Inhalten der Franchise zu verbinden. Es ist beileibe keine Fernsehrevolution wie damals die Originalserie oder The Next Generation, aber es ist auch keine endloses Recycling vorangegangener Konzepte wie etwa Voyager oder Enterprise.
Diese mitunter rücksichtslos modernisierte Lesart Star Treks ist nicht frei von Fehlern, aber man kann ihr zumindest zubilligen, über einen gewissen Unterhaltungswert zu verfügen.
Vor allem aber ist sie besser als eines:
Gar kein Star Trek.


Denkwürdige Zitate.

"Hi, Doc…"
Ellen Landry (Spiegeluniversum) zu Paul Stamets (Spiegeluniversum)

"Es steht Dir nicht zu, mich 'Philippa' zu nennen."
Philippa Georgiou (Spiegeluniversum) zu Michael Burnham

"Ihr Mangel an Weitsicht enttäuscht mich immer wieder. Darunter habe ich auch einmal gelitten, aber nicht, was mir widerfahren ist, war ein Zufall! Weder, in einer anderen Welt zu landen, noch, ein Schiff zu finden mit dem ich wieder zurückkehren kann. Ich bin der lebende Beweis dafür, dass es das Schicksal wirklich gibt. Apropos, Wir haben jetzt den Punkt erreicht, an dem Ihr Nutzen für mich in keinem Verhältnis mehr steht zu der Gefahr sie am Leben zu lassen. Und vertrauen konnte ich Ihnen sowieso nie richtig. Der Lebenskern des Myzel-Netzwerkes; irgendwie poetisch oder? Ein Wissenschaftler stirbt durch die eigene Schöpfung! Ich mach nur Witze; ich hasse Poesie…"
Gabriel Lorca zu Stamets

"Lorca ist der Auffassung, das Schicksal hätte mich zu ihm geführt. Aber er wird nicht über meine Zukunft verfügen! Ich selbst muss entscheiden, welchen Weg ich beschreite. Das müssen wir alle. Das hat meine Philippa mir beigebracht."
Michael Burnham

"Es ist hinreichend bekannt, dass meine Spezies die Fähigkeit hat, den nahende Tod zu spüren und ich spüre ihn nicht heute nahen. Ich mag nicht auf alles eine Antwort wissen, aber eines weiß ich genau: Ich bin von einem Team umgeben, dem ich vertraue; dem besten Team, das sich ein Captain je wüschen könnte! Lorca hat unseren Idealismus missbraucht. Und damit das ganz klar ist: Die Discovery ist nicht länger Lorcas Schiff! Sie ist unser Schiff!! Und heute begibt sie sich auf ihre Jungfernfahrt. Wir haben eine Aufgabe zu erfüllen und ein Scheitern dürfen wir auf keinen Fall hinnehmen. Sie haben ihre Befehle. An die Arbeit!"
Saru

"Ich musste gerade daran denken wer alles gesagt hat, man würde sich leer fühlen, sobald der Sieg errungen ist. Das müssen Idioten gewesen sein!"
Lorca

"Sehr terranisch von Ihnen."
Lorca zu Burnham

"Wir hätten versucht Sie nach Hause zu bringen – wenn Sie nur gefragt hätten. Denn so ist die Sternenflotte …und so bin auch ich! Und deshalb werde ich Sie nicht töten."

"BitteHilf mir, Michael…"
Lorcas letzte Worte

"Was hast Du mit mir gemacht?"
Georgiou zu Burnham

Weiterführende Leseliste.
01. Rezension zu "Leuchtfeuer" und "Das Urteil"
03. Rezension zu "Lakaien und Könige"
04. Rezension zu "Sprung"
05. Rezension zu "Wähle Deinen Schmerz"
06. Rezension zu "Lethe"
07. Rezension zu "T=Mudd²"
08. Rezension zu "Si Vis Pacem, Para Bellum"
09. Rezension zu "Algorithmus"
10. Rezension zu "Nur wegen Dir"
11. Rezension zu "Der Wolf im Inneren"
12. Rezension zu "Blindes Verlangen"
13. Rezension zu "Auftakt zum Ende"
14. Rezension zu "Flucht nach vorn"