Dienstag, 27. Februar 2018

Eaglemoss Nr.78: Aeroshuttle der U.S.S. Voyager

 

Einleitung

Für die Star Trek-Serien wurden etliche Raumschiffe entworfen, die es dann aber doch nicht auf den Fernsehschirm schafften. Um einen dieser Entwürfe ist es besonders schade, den dieser hätte wohl wirklich cool ausgesehen. Die Rede ist von dem Aeroshuttle der U.S.S. Voyager, das ähnlich wie die Captainsyacht größerer Schiffe an der Unterseite der Untertasse der Voyager angedockt ist. Von Anfang an war der Umriss dieses Begleitschiffes zu erkennen, aber es dauerte bis zur fünften Staffel der Serie bis man ernsthaft in Erwägung zog es in der Episode "Extreme Risiken" zu verwenden. Doch daraus sollte nichts werden, denn die Produzenten wollten ein ganz neues, optisch besseres Shuttle haben, wodurch der Delta Flyer entstand.
Die Designer Rick Sternbach und Robert Bonchune waren aber fasziniert vom Aeroshuttle und fertigten in ihrer Freizeit ein CGI-Modell des Shuttles, wobei sie natürlich die festgelegte Form der Unterseite als Grundlage verwendeten und sich für die Oberseite vom Runabout der Danube-Klasse inspirieren ließen. Zusätzlich animierten sie auch ein kurzes Video, das den Start des Schiffes von der Voyager zeigt und wie es in eine Atmosphäre einfliegt.

Das Video ist bei Youtube gelandet und kann dort betrachtet werden.  Link:

https://www.youtube.com/watch?v=ZhZ6D-PLssQ

Bei aller Liebe und Mühe zum Detail: Leider wurde das Aeroshuttle nach wie vor von den Produzenten abgelehnt, denn es bestand einfach kein Bedarf für das Schiff. Dafür gab es ja den Delta Flyer und eine andere Erklärung war jene, dass man die Startsequenz, auch wenn sie anders ausgesehen hätte, nicht wiederverwenden wollte. Schließlich gab es solch eine ja mit dem Start der Yacht Costeau in "Star Trek - Der Aufstand".  Und so gehört das Aeroshuttle der Voyager zwar mit zum Star Trek-Universum, aber in die Sparte der niemals gezeigten Schiffe.
Wirklich Schade.


An dieser Stelle möchte ich mal aus dem alten Sammelwerk "Die offiziellen Star Trek Fakten und Infos" zitieren. Den dort steht eine interessante Erklärung, warum das Aeroshuttle nie benutzt wurde.

Während ihrer Reise durch den Delta-Quadranten verzichtete die Crew der Voyager auf den Einsatz des Aerowings, da sein Verlust bedeutet hätte, dass dem Mutterschiff ein Teil seiner Außenhülle fehlen würde. Das Strukturelle Integritätsfeld wäre auf Dauer nicht in der Lage die fehlenden Hüllenteile zu kompensieren, wodurch auch die Stärke des Schildgitters geschwächt worden wäre.

Klingt doch logisch😊.

Das von Sternbach und Bonchune angefertigte CGI-Modell. (Bild: memory alpha)

Ein weiteres Bild zeigt die Abkoppelung des Shuttles. (Bild: memory beta)

Das Modell

Dank der seinerzeit detaillierten CGI-Zeichnungen konnte Eaglemoss ein sehr gut gelungenes Modell des Aeroshuttles erstellen, wobei auch fast alle Details bedacht wurden. Die Grundform und die Oberflächendetails wurden so genau nachempfunden, dsas man das Gefühl erhält, das bekannte CGI-Bild in Händen zu halten. Betrachtet man die Unterseite des Modells, so erweckt es den Eindruck, man würde tatsächlich auf ein Stück der Außenhülle der Voyager blicken. Sämtliche Beschriftungen wurden aufgedruckt und erfreulicherweise fanden auch wieder Klarteile bei den Warpgondeln Verwendung.
Doch natürlich sind auch einige typische Kritikpunkte zu erkennen. So wurden die Impulstriebwerke mal wieder nur mit Farbe angedeutet, was etwas unverständlich ist, denn diese sitzen ja an den Rückseiten der Warpgondeln, wo Bussardkollektoren und Warpfeldgitter die erwähnten Klarteile erhielten. An den Rändern des Shuttles befinden sich Vertiefungen, die auf dem ersten Blick keinen Sinn ergeben, aber wenn man das Modell mit den CGI-Bildern vergleicht wird klar, dass es sich dabei um die Sensorstreifen handelt, wie es sie in ähnlicher Form auch auf dem Rumpf der Voyager gibt. Diese Sensorvertiefungen hätten man auch ruhig mit der entsprechenden Farbe versehen können. Die braunen Stellen an den Seiten sind die RKS-Triebwerke. Schön dass die bedacht wurden, aber die schwarzen Düsen fehlen. Es wäre doch sicherlich nicht schwer gewesen, auch diese mitaufzudrucken.

Cockpitfenster und Name des Mutterschiffes wurden sauber umgesetzt.

Die Klarteile an den Warpgondeln sehen richtig Klasse aus...

Aber dafür wurden die Impulsantriebe nur farblich angedeutet. Musste echt nicht sein.

Die Unterseite erinnert an die bestens bekannte Stelle auf der Voyager-Hülle.

Die Halterung

Die Flügel des Modells werden in dafür vorhandene Halteklammern geschoben.



Begleitheft

Das Begleitheft bietet einen ausführlichen Artikel wie das Aeroshuttle entstand und welche Bedeutung es für die Serie hätte haben können. Natürlich gibt es auch ein zweiseitiges Schiffsprofil. Aber der Artikel, der mich am meisten beeindruckt hat, ist jener, der über das Design der Voyager-Filmsets berichtet. Es ist nähmlich genau der gleiche, der auch in dem Begleitheft zum XL-Modell der Voyager vorhanden ist. Einerseits etwas merkwürdig, aber andererseits kann der Leser, der nicht so gut Englisch versteht, diesen überaus interessanten Artikel nun in deutscher Sprache nachlesen.


Spezifikationen

 

Daten zum Modell

 

L x B: ca. 90 mm x 106 mm
Höhe mit Stand: ca 67 mm
Material: Kunststoff und Metall
Hersteller: Eaglemoss Collections 2017


Bewertung und Fazit

Dank Eaglemoss bekommt der Fan und Raumschiffsammler ein sehr gut umgesetztes Modell des Aeroshuttles der Voyager, das zwar nicht ganz perfekt ist, aber in keiner Sammlung eines Voyager-Fans fehlen sollte.



Donnerstag, 22. Februar 2018

Eaglemoss Sonderausgabe Nr.11: U.S.S. Enterprise XCV-330

Einleitung

Das Ringschiff U.S.S. Enterprise XCV-330 ist ein sehr geheimnisvolles Erdenschiff, das irgendwie Teil des Star Trek-Universums ist, aber nie irgendwo einen so spektakulären Auftritt hatte wie seine Artgenossen. Als Fan musste man immer auf den Hintergrund achten, den nur dort tauchte es immer wieder mal auf. Zuerst 1979 in "Star Trek - Der Film", wo sie Bestandteil einer historischen Übersicht von Schiffen mit dem Namen Enterprise war. Ursprünglich sollte ein vergoldetes Modell in der Lounge der U.S.S. Enterprise NCC-1701-E verwendet werden, aber dies wurde nicht umgesetzt.
Es dauerte ganze vierundzwanzig Jahre, bis man das Ringschiff wieder im Hintergrund sehen konnte. In "ENT: Erstflug" hing sowohl ein Bild des Schiffes, als auch ein extra dafür angefertiges Missionpatch im Club 602. Eine weiteres Abbildung fand auch in der Dekoration von Admiral Maxwell Forests Büro Verwendung (ENT: Zuhause).
Zum ersten mal war die XCV-330 im Film "Star Trek: Into Darkness" als physisches Modell zu sehen. Es steht mit weiteren Schiffsmodellen im Büro von Admiral Alexander Marcus.
Doch was hat es mit diesem Schiff auf sich?
Nun, im Grunde genommen handelt es sich schlicht um einen Entwurf von Matt Jefferies, den er beim Entwerfen der Original-Enterprise gezeichnet hat. Dieser Vorschlag wurde ja bekanntlich abgelehnt, aber als es darum ging, das Freizeitdeck für den schon erwähnten ersten Film zu dekorieren, wollte man einen Zwischenschritt vom Spaceshuttle Enterprise zur NCC-1701 einfügen. Dafür wählte man dann einfach den Entwurf des Ringschiffes aus und dachte nicht wirklich daran, dass es jemals irgendeine Rolle in einer anderen Star Trek Produktion einnehmen würde. 

Nichtsdestotrotz wurde es von den Fans als Teil des Kanons akzeptiert, weswegen es die Produzenten von "Star Trek - Enterprise" auch für die zuvor erwähnten Episoden wieder aufgriffen.
Nebenbei dienten die Entwürfe des Ringschiffes auch als Inspiration für die vulkanischen Schiffe der Serie.
Und zu dieser Zeit wurde auch endlich eine kleine Geschichte zu der XCV-330 erdacht. Die Enterprise ist eines der ersten Raumschiffe der Erde und wurde in Amerika gebaut, weswegen es das Kürzel U.S.S. trägt. In dieser Zeit existierte die irdische Sternenflotte noch nicht.
Der Warpantrieb basiert auf dem von Zefram Cochrane und wahr nur in der Lage eine Geschwindigkeit bis zu Warp 2 zu liefern. Die Antriebskonfiguration wurde von den Vulkaniern übernommen. Diese scheint aber mit der menschlichen Technologie keinen Erfolg gehabt zu haben, denn bei folgenden Schiffsentwürfen verwendete man wieder Warpgondeln. Diese Enterprise war ein Forschungsschiff und erkundete wahrscheinlich in dem Zeitraum von 2120 bis 2143 als erstes das irdische Sonnensystem und die Sektoren nahe der Erde.

Die Entwürfe von Matt Jefferies.

Erster Auftritt in "Star Trek: Der Film". (Bild: Memory Alpha)
Das Bild im Club 602. (Bild: Memory Alpha)
Das Bild mal im Detail. (Bild: starship.wikia.com)
Der Missionpatch, der ebenfalls im 602 ausgestellt wurde (Bild: neutralzone.de)
Zum ersten mal als richtiges Modell im Büro von Admiral Markus. (Bild: memory alpha)
Für den Ships of the Line Kalender von 2011 wurde erstmals ein Computermodell des Ringschiffes erstellt.                    (Bild: Memory Beta)

Das Modell

Mit der elften Sonderausgabe stellt Eaglemoss wohl zum ersten mal überhaupt dem Star Trek-Fan ein erwerbbares Modell der U.S.S. Enterprise XCV-330 zur Verfügung. Jedenfalls ist mir kein vergleichbares bekannt, das jemals erschienen ist.
Doch ist diese Umsetzung wirklich gelungen?
Das Modell ist sehr schlicht gehalten. Man kann argumentieren, dass eine Detaillierung mangels einer richtigen Vorlage nicht möglich war, aber das wäre nur eine Ausrede. Das Modell hätte man schöner und besser darstellen können, was Eaglemoss aber versäumte.
 

Was die Größe angeht, setzt das Ringschiff neue Maßstäbe; was aber - realistisch gesehen - nur am Durchmesser des Ringes liegt, denn dieser mißt so cirka dreizehn Zentimeter. Er besteht erstaunlicherweise aus Kunststoff, während der Rumpf aus Metall gegossen wurde. Andersherum hätte ich es für besser empfunden, denn sollte das Modell mal einem Sturz ausgesetzt werden, so wäre der Kunststoffring das erste was auseinanderbricht. Also schön vorsichtig sein liebe Sammler 😉.
Kommen wir nun zur Detaillierung des Modells. Da es ja eigentlich keine festgelegte Vorlage gibt, sind die Details des Modells recht einfach gehalten. Auf dem Ring erkennt man aufgedruckte Strukturen, wobei unklar ist, ob es sich um Leitungen oder Zierde handeln soll.
Der Bug verfügt zwar über Fenstervertiefungen, aber natürlich wurden diese auch nicht mit der entsprechenden Farbe versehen. Das ist ja bei Eaglemoss mittlerweile normal. Das Schiff scheint auch über eine Deflektorscheibe zu verfügen, aber diese wurde so gut wie gar nicht richtig umgesetzt.
Wenigstens wurde der Name und die Nummer des Schiffes innerhalb des Ringes nicht vergessen, aber beim U.S.S. wurden die Punkte weggelassen, wie man im Vergleich mit dem Cover des Begleitheftes erkennen kann. Ein kleines Detail, das bei Beachtung sicherlich besser ausgesehen hätte. Am Heck erkennt man eine Düse, die wohl eine Art von Raketenantrieb darstellen soll und immerhin recht gut umgesetzt wurde.


Details auf dem Ringantrieb.
Der Bug mit den Fenstern. Das untere Teil soll wohl die Deflektorscheibe sein.

Die Beschriftung wurde - bis auf ein Detail - sehr gut aufgedruckt.

Die Antriebsdüse am Heck.


Die Halterung

Mit dieser wird das Modell recht gut aufgestellt. Der Ring wird in zwei stabile Klammern eingerastet und fertig.


Begleitheft

Was die Geschichte des Ringschiffes angeht, so macht es sich der erste Artikel ziemlich einfach und soll auch mal hier zitiert werden:

Man weiß so gut wie nichts über das Raumschiff, das den Namen USS Enterprise getragen hat. Man weiß nur, dass sein Jungfernflug vor dem Jahr 2143 stattgefunden haben muss, dass es ein ungewöhnliches ringförmiges Aussehen besaß und dass seine Registierungsnummer XCV-330 lautete.
Die Jahreszahl legt zudem nahe, dass es sich noch um ein Schiff der Erde und nicht der Föderation gehandelt hat. Viele Jahre später ist es bei einem historischen Überblick über die Schiffe mit dem Namen Enterprise zu sehen und erschien als Modell in STAR TREK INTO DARKNESS auf dem Schreibtisch von Admiral Marcus, doch alles Weitere verliert sich im Dunkel der Zeit........

Also eine so kurze Einleitung gab es in den Heften der Raumschiffsammlung noch nie. Aber dafür erzählen die folgenden acht Seiten, wie der Entwurf des Schiffes einst von Matt Jefferies erdacht wurde und wie es als Inspiration für andere Schiffsdesings diente.
Die letzten sechs Seiten bieten interessante Einblicke zu den außerirdischen Spezies, die im Hintergund etlicher Szenen aus "Star Trek - Der Film" zu sehen waren.


Spezifikationen

 

Daten zum Modell

 

L x B: ca. 211 mm x 130 mm
Höhe mit Stand: ca 190 mm
Material: Kunststoff und Metall
Hersteller: Eaglemoss Collections 2017


Bewertung und Fazit

Ob der Preis von dreißig Euro für ein Hintergrundschiff, das mehr schlecht als recht umgesetzt wurde, gut investiert ist, muss jeder Sammler für sich entscheiden. Nichtsdestotrotz ist das Ringschiff eine gute Ergänzung für die Raumschiffsammlung.


 



Donnerstag, 15. Februar 2018

Ein Hoodie kommt selten allein oder warum der Zoll für einen Lachanfall sorgte - Kaufwarnung!

Die Überschrift sagt eigentlich schon alles, aber zum besseren Verständnis der Reihe nach. Fast gleichzeitig entdeckten unabhängig voneinander der Turon47 und ich im Weltnetz eine neue Seite die schier unglaublich gut aussehende Star-Trek-Zip-Up-Hoodies offerierte. Diese sahen so genial aus, dass der Preis uns eigentlich schon stutzig machen sollte ($47,99 ohne zoll und Porto). Hier die Fotos von der Website:
So sieht der Hoodie auf der Seite von TICALM aus
Das sollten  eigentlich die nächsten Bestellungen werden...wir nehmen lieber Abstand!
Bild von ticalm.com
ticalm.com
Wir verständigten uns darauf, das Wagnis gemeinsam einzugehen und bestellten gleich drei der Disco-Hoodies. Und mal ehrlich, die Aufnahmen versprachen Großartiges. Nun gut, es kam natürlich ganz anders. Alles begann damit, dass Turon auf Grund einer postal zugestellten Mitteilung den Zoll in Ludwigsfelde aufsuchen musste. Nun sind es nur so schlappe 25 km von Potsdam dorthin…kann man mal machen. Da Turon, anders als der Autor dieses Beitrages, zum ersten Mal diese Reise unternahm, gab es von mir noch vorher einige fachkundige Tipps zur schnellen Abwicklung. Aber irgendwie lagen die Zöllnerin und der gute Turon nicht ganz auf einer Wellenlänge, nun gut, Turon hatte die Belege für die Kaufabwicklung nicht dabei - nur den Abholnachweis. Darauf wurde ihm mit dickem roten Unterstrich auf eben jenem Papier verdeutlicht, was er mitzubringen hat, um das an ihn adressierte Päckchen in Empfang nehmen zu können. Das Gespräch endete mit einem völligen Zerwürfnis der beteiligten Personen und Turon durfte unverrichteter Dinge die Heimreise ins nahe nur 125 km entfernte Potsdam antreten. Auch das Vorzeigen der Kaufabwicklung auf dem Smartphone konnte hier keine Lösung bringen…tja. Natürlich ließ man ihn vorher noch unterschreiben, dass er innerhalb einer bestimmten Frist wieder dort aufschlagen muss, mit den gewünschten Unterlagen selbstverständlich, sonst wird das Paket zurück zum Absender geschickt. Da es aber für einen berufstätigen Menschen relativ schwer ist, an den vorgegebenen Öffnungszeiten dort vor Ort sein zu können, fackelten wir dann auch nicht lang und verabredeten gleich für den nächsten Tag eine gemeinsame Fahrt ins 1250 km entfernte Ludwigsfelde. Unsere Hoffnung: auf Grund einiger Kontakte in den letzten Jahren bin ich mittlerweile bei dem dortigen Zollvolk bekannt wie der sagenumwobene bunte Hund und könnte zur Befriedung beitragen. Alles ging auch gut und nach nur 20 Minuten durften wir den ersten Blick auf die Objekte der Begierde werfen, natürlich nicht ohne noch einen ordentlichen Obulus an Gebühren zu entrichten!  Anfangs dachte ich noch, einer optischen Täuschung auf den Leim gegangen zu sein, das Licht war auch denkbar schlecht im Zollhäuschen. Spätestens aber draußen vor dem Gebäude wurden wir der ganzen „Schönheit“ der Hoodies  gewahr.
Welcher Stoff? Keine Ahnung, von innen Mullbinde und von außen Plastebeschichteter Einkaufsbeutel...
Die Folge war ein nicht-enden wollender Lachanfall, denn was wir sahen, war zum Schreien komisch. Wir sahen beide aus wie eine Mischung aus Presswurst (mehr ich, passend zum Namen K’olbasa) und Clowns im vorweggenommenen Karneval. Diese Hoodies hatten nichts, aber auch gar nichts mit den Bildern auf der Webseite gemeinsam. Dazu kommt ein Material, was ich zum letzten Mal an DDR-Trainingsanzügen (ja, ich bin schon so alt) gesehen habe.
Wir beschlossen dennoch die Teile zu behalten und nahmen von weiteren (eigentlich geplanten Hoodie-Bestellungen) Abstand. Hier nun einige Bilder, die  sagen mehr als jeder Versuch, auf humoristische Art vor dem Einkauf in diesem Shop zu warnen. Also, Hände weg davon, dann doch lieber die teureren Exemplare bei Think Geek bestellen, wenn man denn einen Star-Trek-Hoodie sein Eigen nennen will!
Ja, das ist wirklich Lila auf den Schultern...
Natürlich haben wir uns vorher überlegt, dass die asiatischen Größen etwas anders ausfallen als die gewöhnlichen Größen in Mitteleuropa, aber dass eine Asian XXL dann anscheinend tatsächlich eine S hier bei uns ist... das konnten wir nicht ahnen!!! (auch wenn US: L auf dem Label steht)
Das Hoodies im Allgemeinen und Star-Trek-Hoodies im Speziellen auch anders aussehen können führen hier die geschmeidigen Modells der Star-Trek-Tafelrunde mal vor:


Outtakes mit Pille und Spock

Mittwoch, 14. Februar 2018

Turons Senf zur fünfzehnten Folge Discovery


Spoilerwarnung.

Dieser Artikel enthält massive Spoiler zum Inhalt der fünfzehnten Discovery-Folge "Nimm meine Hand" und sollte nur gelesen werden, wenn man die Episode und sämtliche vorangegangenen bereits gesehen hat.


I. Einleitung.
Star Trek ist endlich wieder dahin zurückgekehrt, wo es hin gehört: Auf den Fernsehschirm.
So oder so ähnlich konnte man es im Vorfeld allenthalben lesen, denn nach den umstrittenen Kinofilmen unter J.J. Abrams sehnten nicht wenige Fans die Zeiten herbei, als Star Trek noch das Fernsehen revolutionierte.
Und die Vorzeichen stehen gut:
Der Neuanfang bei einem Streaming-Dienst erinnert an den Syndication-Vertrieb von TNG.
Discovery orientiert sich an den Standards moderner TV-Serien.
Ein Mix aus neuen und alten Produzenten scheint eine gewisse Ausgewogenheit zu garantieren.
Ein abschließendes Urteil kann man aber erst nach der letzten Folge fällen – die just dieser Tage bei Netflix anlief…


II. Story.
Auf dem Weg zum Heimatplaneten der Klingonen schwant Burnham schreckliches:
Hinter der Übernahme des Captains-Stuhls durch die Spiegeluniversums-Entsprechung von Philippa Georgiou steckt mehr als nur eine simple Kartierungsmission für einen präventiven Militärschlag. Georgiou ist willens, die Drecksarbeit für die angsterfüllten Sternenflottenkommandeure zu erledigen und durch einen Genozid an den Klingonen das Kräfteverhältnis im Beta-Quadranten dauerhaft zugunsten der Sternenflotte zu verändern.
In den zerklüfteten Vulkanschloten auf Qo'noS kommt es so zu Showdown zwischen einer Michael Burnham, die ihren Glauben an die Prinzipien der Sternenflotte zurückgefunden hat und einer Imperatorin, die keinerlei Skrupel hat, ganze Zivilisationen für ihre Auslegung von Stärke auszulöschen…


III. Lobenswerte Aspekte.

Kanonfutter.
Meine Güte, da hat es aber jemand gut gemeint.
So viele Premieren!
Die erste Landung eines Föderationsschiffes innerhalb der klingonischen Heimatwelt!
Die erste Urinalszene der Franchise!
Und die erste Andeutung eines absolut nicht jugendfreien Dreiers!
Aber es gibt noch mehr!
Die klingonische Sprache erhält auf den letzten paar Metern noch einmal eine ordentliche Vokabel-Transfusion, das TOS-Urgestein Clint Howard (Balok) bekommt einen kleineren Gastauftritt und der Serie wird eine quantitativ nie erlebte Fülle an Kanon-Referenzen zuteil:


Molor, Betazoiden, Mintaka III, Ceti-Alpha-Aale, Tranya, Trills, klingonische Transportereffekte, Paris, das andorianische Symbol, die dreieckigen Sternenflottenverdienstabzeichen, eine Kameraeinstellung, die eindeutig an den Star-Trek-Pilotfilm "Der Käfig" anspielte, ein TOS-Abspann und noch einiges mehr.
Bei aller Freude hinterlässt dieser wahre Goldregen an Bauchpinseleien für den wissenden Alt-Fan aber auch einen gewissen bitteren Beigeschmack.
Warum etwa hat man den Kanon, der ohnehin in den letzten paar Episoden massiv überspannt wurde, innerhalb der letzten sechs oder sieben Folgen am langen Arm verhungern lassen?
Gerade im Hinblick auf die letzte Szene von "Nimm meine Hand", in der die Discovery der heiligen Kuh der Trekkies (der buchstabenlosen USS Enterprise) vor die Nase gesetzt wird, kommt ein wenig der Verdacht reinen Fanservices auf.
Dabei ist die Situation nicht unspannend: Sarek und Burnham stehen dem Schiff gegenüber, auf dem ihr Anverwandter seinen Dienst verrichtet. Das riecht förmlich nach Konflikt, Abenteuer und griechischer Tragödie!
Aber Discovery hat den Zuschauer bislang ein paar Mal zu oft mit vermeintlichen Cliffhangern gefoppt und es darf immerhin als schwierig gewertet werden, ob es den Produzenten am Ende glückt, angemessene Schauspieler zu verpflichten (oder zu bezahlen), denen es gelingen kann, die großen Fußstapfen von Star-Trek-Legenden wie Pike, Spock oder Nummer Eins auszufüllen.
Der Ball liegt jedoch immerhin in der Hälfte der Discovery-Verantwortlichen. Es dürfte spannend werden zu sehen, was aus der Vorlage am Ende tatsächlich herausspringt…


Charaktermomente.
Es war abzusehen, dass die letzte Folge einen starken Fokus auf Burnham aufweisen würde.
Sonequa Martin-Green nutzt ihre Omnipräsenz für mehrere Ausrufezeichen, indem sie zum Beispiel eine Lernkurve Burnhams aufzeigt, die Biografie ihrer Figur erweitert, und vor allem die Föderation davor bewahrt, ihre Unschuld zu verlieren.
Insbesondere dieser Kampf um die Prinzipien der Föderation, der zwischen Genie (die Unterredung mit Admiral Cornwell an Bord der Discovery) und Pathos (Burnhams Rede auf der Erde) gratwandelt, wird zum großen Teil erfolgreich auf ihren Schultern ausgetragen. Am Ende gelingt es ihr größtenteils, eine denkwürdige Performance zu liefern, vor allem, wenn sie mit anderen Schauspielern im Dialog tritt: So reißt sie vor allem mit, wenn sie zusammen mit Sylvia Tilly, Admiral Cornwall, Sarek, Amanda Grayson oder L'Rell vor der Kamera steht. Selbst ihr Austausch mit Ash Tyler hat längst nicht mehr den Fremdschämfaktor wie in der vorherigen Folge.


Kurz hinter ihr rangiert fraglos Sylvia Tilly, deren Rolle zwar viel Menschlichkeit und Wärme transportiert, aber im gleichen Atemzug auch immer wieder als Ventil für mehr oder weniger komödiantische Einlagen herhalten muss.
Viel zu wenig Raum erhalten wichtige Personen wie Sarek, Amanda Grayson, Saru, Paul Stamets oder Cornwell, bei deren Auftritten kaum Zählbares herausspringt. Sicherlich bieten sie Unterhaltung auf hohen Niveau, aber bei der Dominanz, die Burnham einnimmt, bleibt ihnen kaum noch nennenswerte Momente übrig, um eigenständige Duftnoten zu hinterlassen. Das zeigt sich auf tragische Weise am besten wohl an Saru, dem nach seinen außergewöhnlichen Leistungen die Captainswürde verwehrt bleibt, nur um mit einer billigen Blechmedaille abgespeist zu werden, die angeblich nie zuvor einem Kelpianer an die Brust geheftet wurde.


Immerhin gelingt es Shazad Latif als Ash Tyler wieder in ruhigeres Fahrtwasser zu gelangen und seine zerrissene Figur mit einer stillen Erhabenheit auszufüllen, die zwar im Kontrast zu seinen vorherigen Auftritten steht, aber immerhin als Selbstreifungsprozess gewertet werden kann. Schade eigentlich, dass dieser nunmehr spannende Charakter auf Qo'noS verbleiben musste.
Selbst L'Rell waren einige Momente im Licht vergönnt. Allerdings ergaben sich aus ihren Auftritten mehrere Unstimmigkeiten, auf die wir später noch einmal genauer eingehen werden.
Die große Enttäuschung hingegen war in meinen Augen die Imperatorin Philippa Georgiou. Auch wenn sie viel von Essen redet, hat sie doch deutlich an Biss eingebüßt und ist zu einem flachen Charakter ohne nennenswerte Szenen mutiert. Von der vielschichtigen, skrupellosen und unausrechenbaren Frau, die sie vor allem im Spiegeluniversum gewesen ist, bleibt in "Nimm meine Hand" jedenfalls nicht mehr viel übrig.


Moralität.
Das große Staffelfinale spielt gleich mit mehreren Themen.
Zum Beispiel mit der Liebe zum Feind, die sich an Burnhams Beziehungen zu Georgiou oder Tyler zeigt.
Oder dem großen Thema der unterschiedlichen Wahrnehmung von Identitäten, dem sich Burnham genauso stellen muss wie L’Rell, Killy-Tilly oder eben Ash Tyler. Allerdings wird dieses Motiv mit dem überhasteten Abschied Tylers gegen Ende der Folge ein wenig ad Absurdum geführt, denn ich hatte doch arge Schwierigkeiten, jenen Ash Tyler bei den Klingonen Asyl finden zu sehen, der sich zuvor so verzweifelt an Michael Burnham  und sein Menschsein geklammert hat.
Aus diesem Grund deklariere ich an dieser Stelle ein anderes, viel offensichtlicheres Thema zum zentralen Aspekt der Folge, das zwar wenig subtil daherkommt, aber von essentieller Bedeutung für die Philisophie Star Treks ist:
Die Weigerung der vereinten Discovery-Crew, die Sternenflottenprinzipien für die Aussicht auf dauerhaften Frieden über Bord zu werfen, markiert nach langer Hungerphase einen passenden Tusch zum Ausklang der ersten Staffel, der nicht nur eherne Traditionslinien neu beschwört, sondern auch als hoffnungsvolles Versprechen an die zweite Staffel gewertet werden dürfte.



IV. Kritikwürdige Aspekte.

Stilbruch.
Friede! Freude! Und Eierkuchen!
Zumindest eine Menge Essen und Anspielungen darum.
Nach dem rasanten Tempo, dass vor allem die letzten paar Folgen vorgelegt haben, kann man dem heißersehnten Finale vor allem eines zubilligen:
Es war lahm.
Die Erzählgeschwindigkeit war ein absoluter Bruch mit vorangegangenen Episoden. Traurigerweise hätte eine Raumschlacht, eine Verfolgungsjagd per Shuttle oder wenigstens ein Feuergefecht "Nimm meine Hand" gut getan!
Stattdessen muss Georgiou (aus welchem Grund auch immer) schon ihre kooperativen Bettgefährten vermöbeln, um die einzig nennenswerte Kampfszene der gesamten Episode zu fabrizieren (das Vermöbeln einer gefesselten Gefangenen mag ich nicht ernsthaft ins Feld führen wollen). Ein wirkliches Bedrohungsgefühl will nach den emotionalen Achterbahnfahrten der zurückliegenden Wochen nicht mehr so recht aufkommen.
"Nimm meine Hand" fällt so im Vergleich völlig aus dem Rahmen. Statt einer cleveren Entwicklung, die den Zuschauer Schlag auf Schlag trifft und in seinen Bann zieht, werden wir mit einer recht hanebüchenen Alternativ-Lösung vertröstet, die wohl niemanden ernsthaft vom Hocker gehauen haben dürfte.


Zudem verliert die Serie ihren Mut. Nachdem sie sich im Vorfeld nicht scheute, Charaktere wie Georgiou, Culber, Lorca oder Landry ohne mit der Wimper zu zucken auszuradieren, wird sie am Ende erstaunlich handzahm und entlässt zum Abschied plötzlich alle Beteiligten, ohne den sonst üblichen Blutzoll zu erheben. Dieser Widerspruch einer Serie, die sich zu Beginn damit rühmte, Star Trek mit "Game of Thrones" zu kreuzen, lässt am Ende eher an die Glaubwürdigkeit von Wahlversprechen denken, als an jenes moderne Fernsehen, das hier ursprünglich geboten werden sollte.
Nun könnte man natürlich ins Feld führen, dass nur eine Staffel geplant gewesen sei. Aber im Hinblick darauf, dass mit L'Rell, Ash Tyler und der Spiegeluniversums-Variante von Philippa Georgiou gleich drei zentrale Charaktere darauf lauern dürften, in potentiell kommenden Staffeln wieder aus dem Alt-Figuren-Container gekramt zu werden, wirkt das eher wie ein Rückfall in längst vergessen geglaubte Fernsehmuster.


Kanonbrüche und Logiklöcher.
Manche Widersprüche sind so alt wie Star Trek selbst.
Zum Beispiel das rote Klingonenblut, das bei Lichte besehen eigentlich nur im sechsten Kinofilm eine andere Farbe erhielt, um eine günstigere Altersfreigabe zu erreichen.
Ich will auch gar nicht darauf herumreiten, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass man sich auf Qo'noS ausgerechnet Ceti-Alpha-Aale frittieren lassen kann.
Mich stören jene Fehler, die verhindern, dass man die Serie ernstnehmen kann.
Nachdem wir bereits in der letzten Rezension festhalten konnten, dass Berichte vom vermeintlichen Ableben der Föderation arg übertrieben waren, stellt sich auch dieses Mal die Frage, wie zum Teufel die Klingonen bitteschön kurz davor stehen können, gleich die gesamte Föderation auszulöschen?


Gerade der Blick auf die klingonische Armada aus sieben popeligen Schiffen (!) ließ doch arge Zweifel darüber aufkommen, dass dies der gefürchtete Sammelangriff der Klingonen gegen die Heimatplanet der Menschen sein sollte. Dass das gar in irgendeiner Form einen Völkermord in angedachter Größenordnung rechtfertigen mag, bleibt in Anbetracht der bislang erwähnten Tatsachen doch recht bemüht.
Zudem hätte es eine einfachere Möglichkeit gegeben, Georgiou nach Qo'noS zu schicken: 
Bei der Vorstellung der Sporen-Apparatur in "Lakaien und Könige" hat Lorca Burnham nämlich gezeigt, dass man sich mithilfe des Myzel-Netzwerkes problemlos auf verschiedene Welten wie Amerind, die Sternenbasis 11 oder Janus VI begeben kann. Die ganze Discovery zu schicken war ein unnötiges Risiko – insbesondere wenn man vom Wert des Schiffes für die Erdverteidigung und von der Verzichtbarkeit Georgious ausgeht.
Ansonsten gab es noch die ein oder andere kleinere Unstimmigkeit, von denen ich vor allem eine erwähnen will:
Sylvia Tilly bringt tatsächlich die Zeit auf, sich vor der Landung auf der klingonischen Heimatwelt die Haare zu glätten.
War dies ein rein praktischer Vorgang?
Waren das Sternenflottenregularien?
Oder hat sie sich der unsichere Fähnrich tatsächlich die Kritik der Imperatorin so sehr zu Herzen genommen? 


Ungelöste Rätsel.
Zwar ist die erste Staffel Discovery vorbei, aber das bedeuten keineswegs, dass sie die vielen Fragen, die sie in ihrer kurzen Ausstrahlungshistorie aufgeworfen hat, auch beantwortet hätte.
So wissen wir zwar, dass der Sporenantrieb ein Irrweg sein muss, weil er in den chronologisch folgenden Ären der Originalserie, dem nächsten Jahrhundert oder Voyager (wo dieses Stück Technologie äußerst praktisch gewesen wäre) mit keiner Silbe mehr erwähnt wird.
Doch wer sich dahingehend klare Verhältnisse gewünscht hat, dürfte enttäuscht worden sein.
Auch für das abweichende Äußere der Klingonen wurde nicht einmal ansatzweise eine Erklärung gegeben.
Oder der völlig abweichenden Raumschiff-Optik.
Oder den Uniformen, die laut "Der Käfig" völlig anders aussehen müssten.
Hätte der Sieg über die Klingonen nicht einen idealen Zeitpunkt geboten, die Sternenflotte mit optimistischeren Uniformfarben auszustatten?
Und was ist mit den schwarzen Sternenflottenabzeichen, die wir zu Beginn an Bord der Discovery gesehen haben? Waren sie nur ein roter Hering, um die Zuschauer vorsätzlich in die Irre zu führen?
Dabei ist das alles nur die Spitze des Eisbergs.
Wir wissen weder, warum denn nun Tyler und Voq so aufwändig zusammengemixt wurden, was mit dem originalen Lorca geschah oder ob Sarus Heimatplanet Mitglied der Föderation ist.
Discovery hinterlässt mehr Fragen als Antworten und es darf bezweifelt werden, dass sich an diesem Zustand etwas ändert, wenn die zweite Staffel ausgestrahlt werden wird.


Abramstrek im Seriengewand.
Vielleicht bin ich ja der einzige, der am Ende an den ersten Abrams-Kinofilm "Star Trek" (2009) denken musste. Aber die wilde Flut an Beförderungen, Auszeichnungen und Wieder-Indienststellungen hat mich doch sehr an die letzten paar Minuten jenes Werkes erinnert. Auch dort steht Kirk auf Erden vor einer jubelnden Menge, empfängt sowohl seine Absolution, als auch seine Beförderung, nur um von einem an der Originalserie orientierten Abspann abgelöst zu werden.
Wie die Abrams-Interpretation auch verneint Discovery viele liebgewonnenen Star-Trek-Traditionen zugunsten einer eigenen Design-Sprache. Nicht nur, dass man den Klingonen in "Nimm meine Hand" die Rückkehr zu ihrem traditionellen Aussehen verwehrte – die Orioner erfuhren eine ähnliche optische Neuausrichtung (immerhin blieben sie von roten Haaren verschont).
Hinzu kommt, dass selbst die an sich aus dem Original-Universum entliehene USS Enterprise nicht nur zu Soundeffekten durch das geräuschlose All schwebt, die aus den Abrams-Filmen entliehen sind, sondern auch von den scheinbar unverzichtbaren Lensflares umschwirrt wird.
Eine weitere Parallele scheint zu sein, dass die Produzenten den ein oder anderen zentralen Grundgedanken Star Treks scheinbar nicht verstanden haben:
Die Machtübernahme eines klingonischen Kanzlers auf eine so unehrenhafte, im Prinzip auf reine Erpressung basierende Weise bildet so ziemlich das Gegenteil des klingonischen Ehrbegriffs. So sehr sie auch als Nemesis und Gegenentwurf zur Föderation dienen können, sind sie mitnichten eine plumpe, stumpfsinnige und wilde Rasse, die lediglich "auf Stärke reagiert". Die Akzeptanz der ungleich vielschichtigeren klingonischen Kultur und die gelebte Toleranz, die damit auf Seiten der weiterentwickelten Menschheit einhergeht, vermisse ich für meinen Geschmack zu häufig.



V. Übersetzung.
Es ist nicht immer einfach, die englische Sprache verlustfrei ins Deutsche zu übertragen (wie man etwa am Titel der Folge sehen kann).
So sind auch die Anspielungen um Sarus Zähigkeit im englischen Original ("tough") ungleich cleverer.
Doch abgesehen vom einer oder anderen Mal, zu dem ich Duzen und Siezen etwas fragwürdig angewendet fand, tut die deutsche Übersetzung ihr Möglichstes, um dem hiesigen Zuschauer die Dialoge zugänglich zu machen.
Das mag sich wenig anhören, aber es ist ein Privileg, dass man im Zweifelsfall auch mal die Tonspur wechseln kann, wenn man nur Bahnhof versteht.


VI. Fazit.
Das große Discovery-Finale will eine Brücke schlagen: Es führt Burnham und die Crew der Discovery wieder zurück in den Schoß der Sternenflotte, lässt die Ideale und Werte der Föderation hochleben und füttert den Zuschauer mit vielen schmackhaften Kanon-Happen, die in einer Sichtung der altehrwürdigen Enterprise gipfeln.
Aber der große Schlussakkord klingt schief, denn er bildet in puncto Handlung, Erzähltempo und auch Erzählrahmen einen zu krassen Bruch mit den vorherigen Episoden. Er vermag es nicht, ein Ausrufezeichen zu setzen, dass der ein oder anderen vorherigen Episode gleichkommen würde. Stattdessen gibt es sich am Ende als Statement für eine Star-Trek-Lesart zu erkennen, die nicht ganz zu Unrecht auf Ablehnung bei vielen Fans stößt.

Bewertung.
Finale ohne Würze.






VII. Schluss.
Es ist Discovery zugute zu halten, dass die Serie ein eigenes Profil gesucht und gefunden hat.
Aber nicht immer hat sie es verstanden, die Stärken Star Treks auf dem Fernsehbildschirm auszuschöpfen. Statt einen eigenen Weg zu suchen, hat sie bislang vor allem versucht, den Richtungsvorgaben J.J. Abrams' zu genügen und dem umstrittenen Motto "Not Your Father’s Star Trek" zu genügen.
Aber es ist abzusehen, dass das allein nicht ausreichen wird. Die erste Staffel hat ohne Frage eine Menge Aufmerksamkeit auf sich ziehen können und vermocht, dass Star-Trek-Fans jeglicher Coleur zusammenfinden, um darüber zu reden, zu streiten oder zu schimpfen.
Für den (Neu-)Start war das tatsächlich mehr, als man erwarten konnte.
Doch mit dem Auftauchen der USS Enterprise wird sich Discovery in Zukunft beweisen müssen:
Die Produzenten haben einen Geist beschworen, hinter dem mehr steckt als eine actiongetriebene Raumschlacht-Science-Fiction. Von nun an wird man sich nicht mehr hinter schießwütigen Spiegeluniversumsflüchtlingen verstecken können, sondern muss eine Geschichte liefern, die gleichzeitig höheren inhaltlichen Maßstäben genügt, als auch neue Zuschauerschichten bei der Stange hält. 
Ob die Serie das schafft und sich dann wirklich an seinen Vorgängern messen lassen kann, wird sich daher wohl erst im nächsten Jahr zeigen….


Denkwürdige Zitate.

"Was ist los; haben Sie Angst, Nummer Eins? Da wo ich herkomme, gibt es ein Sprichwort: Verängstigter Kelpianer bedeutet zäher Kelpianer. Sind sie zäh geworden, seitdem wir zusammen auf der Shenzhou gedient haben, Mr. Saru?"
Philippa Georgiou (aus dem Spiegeluniversum)

"Sie? Wie das? Unser Gebieter hat ihr Herz durchbohrt! Haus T’Kuvma hat sich an ihrem Fleisch gelabt!"
"Sie reden von der anderen Philippa Georgiou."
"Wie auch immer; Ihnen fehlt es jedenfalls an Würze…"
L’Rell und Georgiou

"Das ist ein Palstek. Der geht nicht auf und rutscht nicht weg. Den hab ich als Kind gelernt. Er hat mich zu dem gemacht, was ich bin. Er verbindet mich mit meiner Vergangenheit."
Ash Tyler

"Es konnte ja auch nicht Euer ganzes Universum langweilig sein…"
Georgiou im orionischen Strip-Club

"Oh Scheiße, das ist gar keine Drohne!"
Sylvia Tilly

"Durchaus. Aber eine Frage bleibt: Wieso haben Sie die Mission klammheimlich in die Hände eines Terraners gelegt? Weil wir so niemals vorgehen würden."
"Das wird sich bald ändern. Wir können uns den Luxus von Prinzipien nicht leisten."
"Sie sind alles, was wir noch haben, Admiral! Vor einem Jahr dachte ich auch noch, dass unser Überleben wichtiger war, als unsere Prinzipien. Ich habe mich geirrt. Ist heute wieder eine Meuterei nötig um zweifelsfrei zu beweisen, wer wir sind?"
Michael Burnham und Admiral Cornwell