Mittwoch, 29. Februar 2012

Fackeln im Zombieansturm

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Einleitung: Eigentlich sollte diese mittlerweile zu einer Rezensionsreihe ausgeartete Rubrik nach der Doppelbesprechung von "Mörderspinnen" und "Die Körperfresser kommen" beendet sein, doch dann habe ich bekanntlich "Day of the Lepus" gefunden und nochmal einen draufgesetzt.
Doch ein Kommentar von K'olbasa ließ mir einfach keine Ruhe:

"[...] Jetzt fehlt nur noch ein Film, in welchem Uhura nur mit einer Straußenfeder begleitet tanzt, und der Grusel ist perfekt!...ach halt, das gabs ja wirklich. "

Grusel mit Nichelle Nichols gab es zwar in den Siebzigern noch nicht, aber dafür hielten die Achtziger - neben Star Trek V - noch ein Schmankerl der besonderen Art bereit:

d.) "The Supernatural - Rebellen des Grauens"

Story: Eine Gruppe frisch gebackener Soldaten unterzieht sich unter dem Kommando von Seargent Leona Hawkins (Nichelle Nichols) einem Survival-Ausflug in ländlichen Alabama, einem südlichen Bundesstaat der USA. Doch der Ort ist für die Söldner des vierundvierzigsten Platoons denkbar ungünstig gewählt, denn exakt in der für das Training ausgewählten Umgebung verübte eine Vorgängereinheit während des US-amerikanischen Bürgerkrieges ca. hundertzwanzig Jahre zuvor ein Kriegsverbrechen an konföderierten Truppen.
Plötzlich stehen Soldaten wie Private Michael Osgood (LeVar Burton) einer übernatürlichen Macht gegenüber, die einen Kameraden nach dem anderen sterben lässt. Es scheint beinahe, als seien die gefallenen Südstaatler von den Toten auferstanden, um blutige Rache für ihr grausames Schicksal zu nehmen...

Lobenswerte Aspekte: So oft hat man nicht die Möglichkeit, Nichelle Nichols in einer tragenden Rolle zu sehen, denn außerhalb des Star-Trek-Universums zeigte die Frau nur bedingt Präsenz - in einer Hauptrolle sieht man sie sogar so gut wie nie.
Stattdessen Cameos, Gastrollen in vorzeitig abgesetzten Serien oder irgendein Engagement, das in irgendeinem Zusammenhang mit Star Trek stand.
So gesehen war der Horrorstreifen "The Supernaturals" (im Deutschen von einer ganzen Reihe von Alternativtiteln wie "Rebellen des Grauens", "Rebellion der Zombies" oder "Bataillon der Zombies" beehrt) wohl ein Befreiungsschlag der ganz besonderen Sorte für die damals 54-jährige Schauspielerin, die mit dem B-Movie gut die Zeit zwischen "Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock" und "Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart" überbrücken konnte.

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Hier darf Nichols nämlich mal das Kommando übernehmen, weiße Untergebene durch die Jauche robben lassen und einem jungen Mann befehlen, die Audio-Kanäle zur nächsten Basis zu öffnen. Endlich kann sie ihr (tatsächlich vorhandenes) Talent einmal ausspielen und unter Beweis stellen, dass sie eben mehr ist, als nur die diensthabende Telefonrezeptionistin auf einem vollautomatischen Raumschiff.
Das funktioniert in diesem Rahmen auch deshalb recht gut, weil ihre Rolle als gestrenge Armeeausbilderin so konträr zur der Uhuras ist. Hier ist kein Platz für einen abendlichen Fächertanz, hochfrequente Gesangseinlagen oder rassenübergreifende Knutschszenen; statt dessen gibt es barsche Morgenapelle, rigide Strafwachen oder nebulöse Gefechtsszenen. Dennoch erscheint Sgt. Hawkins für einen entsprechenden Film vergleichsweise vielschichtig und bleibt neben dem Hauptdarsteller (Maxwell Caulfield) am ehesten nachhaltig in Erinnerung.
Weil Nichelle Nichols allein noch kein guter Grund ist, sich einen schlechten Zombiefilm anzusehen, muss an dieser Stelle noch ein zweiter großer Name ins Rennen geworfen werden (Ein Duke kommt ja schließlich auch nur selten allein).
Sieben Jahre nach seiner Hauptrolle als Kunta Kinte in "Roots" und zwei Jahre vor seinem langjährigen Engagement als Geordi LaForge bei "Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert" hat auch LeVar Burton eine der Rollen in diesem Film ergattern können.

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Als Pvt. Michael Osgood darf er seine Augen zeigen, eine Zigarette rauchen und vor allem...
gegen Ende sterben.

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Lungenkrebs oder Zombies: Wege in einen sicheren Tod

Burton, selbst Sohn eines Berufssoldaten (der wegen des Engagements seines Vaters in Westdeutschland geboren wurde), bleibt einer der wenigen, denen man die Darstellung eines Uniformierten überhaupt abnimmt und schon allein der Pornobalken, der in diesem Film das juvenile Gesicht des Schauspielers ziert, ist eine Erwähnung wert.
Beide zusammen bilden den besten Grund, sich den Film anzusehen, denn obgleich Nichols und Burton zu den Star-Trek-Ikonen zählen, standen sie weder davor, noch danach wieder gemeinsam vor der Kamera.
Das heißt aber nicht, dass sie die einzigen Schauspieler mit Trek-Erfahrungen waren, denn auch Jessie Lawrence Ferguson, der in "Der Ehrenkodex" die Rolle des ligonischen Herrschers und Frauensammlers Lutans übernahm, ist zu Beginn des Filmes zu sehen. Ihm ist es gestattet, laut Musik zu hören, die Route für die jungen Soldaten abstecken und ...
ebenfalls zu sterben.

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Gibt es sonst noch einen erwähnenswerten Gastauftritt?
Ja!
Allerdings hat der mal ausnahmsweise nichts mit Star Trek zu tun.
Es handelt sich nämlich um den Ex-Bee-Gee Maurice Gibb - ebenjener der drei Gibb-Brüder, der bereits 2003 unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit das Zeitliche segnete. Hier ist er als böser Unionssoldat zu sehen, doch um den wirklich großen Gruselängsten der Leserschaft vorzubeugen, sei an dieser Stelle verraten, dass er in diesem Film zumindest nicht singt.
Es war viel eher angedacht, dass der erfolgreiche Musiker die musikalische Untermalung zu diesem Werk liefern sollte, doch seine Arbeit wurde abgelehnt und zugunsten eines mit dem Horror-Genre besser vertrauten Konkurrenten entschieden.

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This Man, probably from 'Massachusetts', is 'Stayin' Alive'

Neben der Besetzung und dem nicht berücksichtigten Soundtrack ist vor allem die Perspektive des Films bemerkenswert. Hier wird nämlich mal ausnahmsweise nicht der Süden der USA als gewissenloser Übeltäter dargestellt, sondern die Brutalität der gegnerischen (und vor allem siegreichen) Unionstruppen geschildert. Tatsächlich ist die Geschichte um die Geburtsstunde der Dixie-Zombies überraschend eindringlich in Szene gesetzt und man kann die Wut der untoten Konföderationskämpfer sogar irgendwo nachvollziehen, da diese in einem Akt völliger Willkür und Unverhältnismäßigkeit geopfert wurden. Vor allem aber gelingt damit das Kunststück, trotz der Ansiedlung im Grusel- und Militär-Milieu ein deutliches Statement gegen Krieg, Mord und Kriegsverbrechen zu setzen.

Kritikwürdige Aspekte: Die Story hätte ebenso gut J. Michael Straczynski für die Ghostbusters-Zeichentrickserie schreiben können - historisch leicht angehauchte Urban Legends werden nämlich als Mittel zum Zweck herangezogen, um einen Zombiefilm zu untermalen. Die zwanzig Minuten Folgenlaufzeit der animierten Sendung hätten da auch völlig ausgereicht, denn gute Ansätze, wie die zweifelhafte Traditionslinie des vierundvierzigsten Platoons werden in Kinolänge nicht konsequent genug durchgezogen und mitunter schlägt die Erzählstruktur so munter Purzelbäume, dass einen schon beim Zuschauen vor Blutarmut das Gehirn einschläft.
Der Film versucht dies zu kompensieren (oder auszunutzen), indem er auf altbekannte und vor allem altbewährte Motive setzt. Aus diesem Grund wirkt "The Supernaturals" allenthalben, als wäre er lose aus einem Lego-Bausatz für plakative Horror-Szenen zusammengesteckt - natürlich ohne Rücksicht auf Form, Farbe oder Passgenauigkeit.
Das fängt bei den Figuren an, die typische Modellrollen bedienen (der Truppen-Clown, der Weiberheld, der Truppentrottel etc.) und hört bei Gruseleinlagen auf, die man zur Genüge aus anderen genre-typischen Werken kennt (die aus dem Boden nach ihren Opfern greifenden Hände, die psychische Umwandlung der Opfer zu Mördern an den eigenen Männern und natürlich der klassische Durchgedrehte, der davonläuft und NATÜRLICH verfolgt werden muss).
Mit Originalität hat das ganze beim besten Willen nichts zu tun.
Für die grafisch anspruchsvolleren Zuschauer ist der Film ohnehin nicht sonderlich zu empfehlen, denn abgesehen davon, dass er zumindest in Amerika bislang noch nicht einmal auf DVD erschienen ist (hierzulande soll es gleich zwei Fassungen geben, die ich aber nicht finden konnte), vermochte es die Qualität der spärlich eingesetzten "Special Effects" wohl nicht einmal, den Zeitgenossen hinter dem Ofen hervorzulocken.
Armselige Lichteffekte, die selbst bei TOS auf höherem Niveau geboten wurden, gemischt mit Masken, die nicht umsonst direkte Beleuchtung oder Nahaufnahmen vermeiden, sind ein ebenso ständiger wie unerwünschter Begleiter auf dieser knapp achtzigminütigen Odyssee ins Land des Ausstattungsminimalismus'.

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Etwas aus den Händen geglitten: Die Spezialeffekte

Darüber hinaus wirkt es direkt auffällig, dass für einen so genannten 'Zombie-Streifen' eine verhältnismäßig überschaubare Anzahl Untoter über die Leinwand wankt - ein deutliches Indiz für ein viel zu schmales Budget.

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Ein seltener Anblick in diesem Zombiefilm: ein Zombie

Wahrscheinlich wäre der Film etwas unterhaltsamer und gruseliger, wenn sein Splatter-Faktor höher wäre, doch es wurde ebenso am künstlichen Filmblut gespart wie an wirklicher Realitätsnähe.
So hat der Survivalausflug des Platoons eher Klassenfahrtscharakter und lässt keinen Zweifel daran, warum US-Truppen weder in Vietnam noch Irak oder Afghanistan dauerhafte militärische Erfolge feiern konnten oder auch, warum es scheinbar zu einer amerikanischen Biwak-Tradition gehört, umherliegende Leichen zu schänden.

Fazit: Der Film ist für Trekkies durchaus interessant, sofern man sich denn für die Karrieren der Schauspieler interessiert. Nichols und Burton liefern als Team jedenfalls eine stabile und historische Leistung und das Werk ist überraschenderweise in der Lage, eine denkwürdige Perspektive zu bieten.
Das war es dann allerdings auch schon, denn ein Freund klassischer Zombiestreifen wird weit weniger Spaß am unkreativen Ideenrecycling, den miesen Effekten oder den spärlich gesäten Zombie-Antagonisten haben. Gute inhaltliche Ansätze werden genauso ignoriert wie eine glaubwürdige Atmosphäre und es gehört schon eine gehörige Portion wohlwollender Nachsicht dazu, sich diesen Film trotzdem bis zum Ende anzusehen. Kein Wunder also, dass er sich vor allem bei Trekkies und den absoluten Hardcore-Zombie-Fans einer gewissen Beliebtheit erfreut, denn den Geschmack einer Majorität wird "The Supernaturals" wohl nie treffen.

Bewertung: Originale in einem unoriginellen Ramschwerk.

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Schlussworte: "The Night, They Drove Old Dixie Dead" wäre ebenfalls ein passender Titel gewesen, denn die eigentlich gute Idee, Südenstaatenromantik mit Zombies zu kreuzen erleidet das gleiche Schicksal wie die Rollen Burtons und Fergusons:
Sie stirbt einen unnötigen Tod.
Das lässt natürlich wenig Gutes erahnen, wenn man da an das Star-Trek-Zombie-Crossover "Infestation" denkt. Zum Glück für Skeptiker solcher Chimären erscheint es nur als kanonfernes Comic, das zur Not bei Mißgefallen als Rohmaterial für Papierflieger, Einwickelpapier für Fisch oder buntes Klopapier gebraucht werden kann und per se nix mit den vertrauten Bildschirmhelden zu tun haben muss.
"The Supernaturals" zeigt auf jeden Fall recht eindringlich, wie schwimmend die Grenzen zwischen Trash und Müll sein können, denn die Achtziger-Jahre-Produktion wirkt in großen Teilen eher inkompetent als unfreiwillig komisch. Vielleicht sind untote Zombies aber auch eine größere Herausforderung als schreckenerregende Tiere oder gefühlskalte Außerirdische und nach den Monsterhasen ist das Gehirn noch so in Schockstarre gefangen, dass es für untote Menschen einfach nicht mehr empfänglich ist...

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Nichols, Burton & ein paar andere weniger wichtige Schaupieler wagen einen gemeinsamen Blick in den Abgrund des Horror-Genres

Weiterführende Leseliste.

LeVar Burton: The Supernatural
DeForest Kelley: Night of the Lepus
Walter Koenig: Moontrap
Colm Meaney: Parked
Colm Meaney: The Damned United 
Nichelle Nichols: The Supernatural
Leonard Nimoy: Die Körperfresser kommen
Leonard Nimoy: Zombies of the Stratosphere
William Shatner: Mörderspinnen
Marina Sirtis: Blind Date
Marina Sirtis: The Wicked Lady

Kleine Presseschau

Schon interessant, was man so manchmal in der Presse zu lesen bekommt! Da soll mal einer sagen, wir wären die Spinner...

Die wirkliche Herkunft der Ferengi
Quelle: Das Magazin, Februar 2012, Seite 77

Kürzlich so in den Potsdamer Neuesten Nachrichten gelesen! Widerstand ist zwecklos.

Dienstag, 28. Februar 2012

Video vom Set aufgetaucht

Zu den kürzlich aufgetauchten Fotos vom Dreh zu Star Trek XII gesellt sich nun auch noch ein Video. Zu sehen ist neben Zach Quinto und Benedict Cumberbatch auch J.J. Abrams.


DAS VIDEO MUSS WOHL JEMANDEN MISSFALLEN HABEN, ES IST AUSNAHMSLOS AUS DEM NETZ VERSCHWUNDEN!
...mmmh, (nachdenklicher Blick und an den Spiegeluniversumsbart gefasst) wir sollten die Szene bei der nächsten Tafelrunde nachspielen und unter Pseudonym veröffentlichen!


Exclusive: Behind The Scenes Of Star Trek 2 von splashnews



Quelle:splashnews

Montag, 27. Februar 2012

Netzfundstück: Origami trifft auf Star Trek

Dem Turon ihm seine Falterin wird es freuen! Es ist nur logisch, dass Origami auch vor Spock nicht halt macht!

Erste Bilder vom Star Trek XII Set

Nun sind sie zwar schon ein paar Tage online, abba irgendwie kommen wir wohl hier auch nicht darum! Die ersten Fotos vom Set sind aufgetaucht, und sie stimmen mich hoffnungsvoll! Cumberbatch ist definitiv nicht Khan, und wie Harry Mudd sieht er auch nicht aus! Es scheint so, dass wir in unserer Umfrage ganz richtig lagen! Also wenn er nicht gerade Gary Mitchell darstellen soll (Mitchell war auch schwarzhaarig!), ist es tatsächlich ein neuer Charakter!

Cumberbatch und Quinto mit Stuntdouble, interessant die IMAX Kamera im Vordergrund.
Erschießt hier Uhura den "Bösewicht"?


Alle Bilder: trekmovie.com

Samstag, 25. Februar 2012

Lang ist´s her

So scheint es zumindest, wenn man heute an die Star Trek Ausstellung in Babelsberg zurück denkt. Ein Grund mehr, sich ein Teil dieser Ausstellung zurück zu holen! Könnt Ihr Euch noch an die Borgpuppen erinnern? Eine dieser "Modelle" kann man jetzt auf eBay ersteigern. Bei schlappen $260 liegen im Moment die Gebote. Dazu kommen noch ca. $300 Versand. Ein Schnäppchen würde ich sagen, wenn ich da so an den Preis für die kürzlich von mir erworbene 7of9 Figur denke, immerhin ist die nur 1/5 so groß!
Hier geht es zum EBAY LINK.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Die Nacht der lebenden Osterhasen

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Nicht zu vergessen: DeForest Kelleys Ausflüge ins Gruselkabinett

Einleitung: Es soll ja Menschen geben, denen Mörderspinnen und Körperfresser vergleichsweise viel zu harmlos daherkommen. Recht haben diese Menschen!
Denn immerhin haben die Siebziger Jahre tatsächlich Filme hervorgebracht, die noch schlechter als die beiden zuvor angesprochenen Werke sind und heute munter in die Kategorie "Trash" (also so schlecht, dass es schon irgendwie wieder gut ist) eingeordnet werden. Aber ist das auch gerechtfertigt?
Da im Triumvirat nach Shatner und Nimoy natürlich noch DeForest Kelley alias Doktor Leonard "Pille" McCoy in unseren Star-Trek-Betrachtungen fehlt, holen wir dieses Versäumnis nun nach und präsentieren einen wahren Gruselschocker aus dem Jahre 1972:

c.) Night of the Lepus:

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Lehrreicher Blick zurück

Story: Elgin Clark (DeForest Kelley), der College-Präsident von Ajo/ Arizona, vermittelt einem in der Gegend ansässigen Rancher nachdem dieser sich bei ihm über einen massiven Populationsüberschuss von Hasen auf seinem Grund und Boden beschwert, die Hilfe eines erfahrenen Wissenschaftlers. Dieser arbeitet nämlich bereits in der Nähe daran, ähnliche Phänomene bei Insekten auf natürlichem Weg zu bekämpfen. So werden einigen Versuchshasen Hormone injiziert, die ihren Fortpflanzungstrieb unterdrücken sollen. Doch die Ergebnisse sehen ganz anders aus als erwartet: Die behandelten Mümmelmänner wachsen über die Köpfe ihrer Artgenossen hinaus und finden kaum mehr Platz in den engen Käfigen des Versuchslabors.
Als ein unvorsichtiges Kind eines der präparierten Tiere aus Versehen in die freie Wildbahn entlässt, nimmt das Unheil seinen Lauf. Massen an Riesenkarnickeln terrorisieren plötzlich nichtsahnende Anwohner und hinterlassen eine blutige Spur des Todes im roten Wüstensand von Arizona...

Lobenswerte Aspekte: Der Film fängt eigentlich recht viel versprechend an.
Mit einem pseudowissenschaftlichen, nahezu dokumentarfilmartigen Einstieg wird das Interesse des Zuschauers geweckt und bedrohliche Bond-Musik stimmt auf unheilvolle Ereignisse ein.
So weit, so klassisch.
"Night of the Lepus" geht im Grunde auf eine literarische Vorlage aus dem Jahr 1964 zurück, deren australischer Autor Russel Braddon die Einschleppung der Neozoen in die für ihn heimische Flora und Fauna Australiens sowie die katastrophalen Folgen dieser unausgegorenen Idee zugespitzt thematisieren wollte.
Um es vorwegzunehmen: So ganz funktioniert das im Film nicht. Ganz und gar nicht.
Umso positiver, dass alle Schauspieler durch die Bank weg einen bemerkenswerten Ernst an den Tag legen, der so gar nicht zu diesem Unsinn passen mag. Da spürt man professionelles Rittertum selbst im Angesicht eines absehbaren totalen Kinokassenflops.
Einer dieser Ritter ist immerhin DeForest Kelley, doch er ist nicht der einzige Akteur im Ensemble mit Star-Trek-Erfahrung. Paul Fix spielte nämlich im zweiten Star-Trek-Pilotfilm "Die Spitze des Eisbergs" McCoys Vorgänger Doktor Mark Piper. In diesem Film tritt er als Sheriff Cody Seite an Seite mit Kelley gegen die langohrigen Monsternager an.

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Und das scheint nicht die einzige Anleihe aus der Science-Fiction-Serie zu sein, denn das Spiel mit Männern in überdimensionierten Hasenkostümen und gigantischen Fußabdrücken ist bestens aus der TOS-Episode "Landeurlaub" bekannt.

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Verräterische Spuren im Sand und...

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... Statisten im Roger-Rabbit-Look

Ansonsten gibt es in meinen Augen nur eine wirklich erwähnenswerte Szene im gesamten Film.
Einer der Nebencharaktere kratzt ein eklig gesundes Salatblatt von seinem fleischhaltigen Sandwich und wirft es verächtlich zu Boden - ein schwerer Fehler, denn nur Sekunden später wird er zum Opfer eines Strafangriffes durch einen wenig verständnisvollen Riesenhasen.

Kritikwürdige Aspekte: Für einen Horrorstreifen sind Hasen als fiese Antagonisten in etwa ein so gute Wahl wie Rehkitze, Guppys oder Koalabären, wobei man sich einigermaßen sicher sein kann, dass die drei letztgenannten Tierarten dennoch glaubwürdiger gewirkt hätten als jedes einzelne Karnickel in diesem Film.
Selbst in den eigentlich als bedrohlich konzipierten Szenen wirken die Hasenmassen einfach nur putzig, niedlich und zum Knuddeln. Wenn sich die Riesenrammler dann aber urplötzlich verbünden um eine Herde Pferde oder Rinder niederzumümmeln wie ein unbewachtes Feld Mohrrüben in einer lauen Sommernacht, hat man, ohne sich dagegen wehren zu können, auf einmal ein breites Grinsen im Gesicht, das sich im Zuge weiterer, noch absdurderer Szenen auch nicht mehr abschütteln lässt.
Das liegt vor allem in den lächerlichen Special Effects begründet, denn nur mit

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Großaufnahmen von Meister Lampe,

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Aufnahmen von Häschen in Miniaturmodellumgebungen,

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mit Ketchup verschmierten Hoppelhasenschnuten

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und Menschen in übergroßen Hasenkostümen

lässt sich kein Oskar für Spezialeffekte gewinnen.
Daneben sind es die vielen kleinen Fehler, die die Handlung durchlöchern wie Wildkaninchenbehausungen die Hügel der australischen Badlands. Aus den Anfangs präsentierten staubbedeckten Feldhasen werden nämlich im Laufe der Handlung plötzlich klinisch reine Zuchtkaninchen und obwohl sich ein brauner Vetter Klopfers an den unter den 'Lobenswerten Aspekten' erwähnten Salatverweigerer heranschleicht, wird er von einem grauen Artgenossen attackiert.
Angst kann eigentlich bei dieser durchweg unfreiwilligen Komik beileibe nicht auftreten. Wer diesem Film dennoch die Bedrohung durch die putzig über die Leinwand hoppelnden Langohren auch nur eine Sekunde abnimmt, sollte dringend einen Seelenklempner konsultieren, denn er leidet an der dümmsten Angst, die sich selbst ein Psychologieerstsemestler vorstellen kann: Der Angst vor Hasen, oder neunmalklug ausgedrückt - Leporiphobie.
Da der Kreis der Betroffenen allerdings recht überschaubar ist, verwundert es nicht, dass sich der Gruselfaktor in deutlichen Grenzen hält. Das liegt auch am klobigen Sound, der die entsprechenden Szenen begleitet. Die schweren Atemgeräusche kennt so ziemlich jeder von perversen Stalkeranrufen (egal ob als Anrufer oder Angerufener), doch mit Bugs Bunnys Brüdern und Schwestern hat es so wenig gemein, wie das omnipräsente Raubkatzengefauche, mit dem hier und da unter dem Motto "Mehr ist oft weniger" die Großaufnahmen großzügig unterlegt werden.
Zudem hat DeForest Kelley nur eine Nebenrolle, wobei der Vergleich mit seinen Kollegen eine Auffälligkeit offenbart: So ziemlich jeder hat zuvor in bekannten Westernserien wie Bonanza, High Chaparall oder Rawhide (o.ä.) mitgewirkt. Dadurch wirken die Charaktere so kantig, als wären sie durch eine Überdosis Wüstenstürme innerlich und äußerlich abgehärtet worden. Das soll Gerüchten zufolge am verdienten Westernstreifenregisseur William F. Claxton liegen, dessen einziger Sci-Fi-Horror-Film "Night of the Lepus" nicht ganz zu Unrecht bleiben sollte.
Aus der allgegenwärtigen Cowboyromantik ergibt sich wohl auch die dämliche Lösung am Ende des Films. Sofern ich mich recht erinnere, war das irgendwas mit Kavallerie, Wagenburg, rauchenden Colts und Bahngleisen. Oder zumindest so ähnlich.
So oder so ist das Ende in diesem Fall gar nicht so wichtig, denn eigentlich freut man sich mit stetem Blick auf die Uhr nur noch darüber, dass der Unsinn gleich vorbei sein dürfte.
Wen es der Vollständigkeit halber dennoch interessiert:
Mit einem energiegeladenen Hasentoastfinale, das selbst "Zurück in die Zukunft" deutlich in die Schranken verweist, entledigt man sich der blutgeilen Nagerbrut, ohne dass auch nur eine der Sprechrollen mit mehr als zwei Sätzen das Zeitliche segnen muss.
Schade eigentlich.

Fazit: Diesen Film in die Horrorschublade zu packen ist tiefes Unrecht, denn man könnte diesen Streifen bedenkenlos einem Kleinkind unmittelbar vor dem Zu-Bett-Gehen vorspielen, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass es irgendwelche Auswirkungen auf das Schlafverhalten des kleinen Rackers hätte. Die einzige Gefahr wäre vielleicht, dass es sich danach ebenfalls ein Kaninchen zu Weihnachten wünscht oder zumindest einen Komparsen, der ein entsprechendes Kostüm trägt.
"Night of the Lepus" ist eine einzige Verschwendung von Zelluloid und selbst wenn man die Chance hat, DeForest Kelley in einer anderen Rolle als 'Pille' zu sehen, so macht das den (Hasen-) Braten noch lange nicht fett.

Bewertung: Eine Großaufnahme macht noch lange kein Monster.

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"Dort! Dort ist das Untier!" "Wo?" "Na dort!" "Wo? Hinter dem Karnickel?" "Es ist DAS Karnickel!"

Schlussworte: Eigentlich läuft dieses Werk außerhalb jeder Wertung und auch wenn es als 'unheimlich schlecht' beschrieben werden muss, so ist es auf seine eigene Art äußerst unterhaltsam. Denn die unfreiwillige Komik macht ihn zu einem Paradebeispiel dessen, was wir heute als Trash bezeichnen: Das komplette Versagen der Filmcrew, die Hasen als ernst zu nehmende böse Gegenspieler zu inszenieren, macht die vielen unheimlich putzigen Massenrammlerszenen zu einem ungewollt ironischen Kontrapunkt, der unweigerlich in Belustigung mündet.
Wenn man sich dies vor Augen hält, wird man neunzig Minuten lang ganz passabel unterhalten; wenn man den Film jedoch nicht gesehen hat, hat man aber auch nicht wirklich etwas verpasst.

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Lepores ante Portas: Alles Mögliche, aber nicht ernstzunehmen
Weiterführende Leseliste.

LeVar Burton: The Supernatural
DeForest Kelley: Night of the Lepus
Walter Koenig: Moontrap
Colm Meaney: Parked
Colm Meaney: The Damned United 
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Leonard Nimoy: Die Körperfresser kommen
Leonard Nimoy: Zombies of the Stratosphere
William Shatner: Mörderspinnen
Marina Sirtis: Blind Date
Marina Sirtis: The Wicked Lady

Mittwoch, 22. Februar 2012

Von Mörderspinnen und Körperfressern

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Man mag es kaum glauben: William Shatner ist nicht nur für Captain James T. Kirk, T.J.Hooker oder Denny Crane berühmt. Ebensowenig, wie Leonard Nimoys schauspielerisches Wirken auf Spock, Paris oder Dr. William Bell einzugrenzen ist.
Beide haben eine Vielzahl von Filmen in ihrer Vita zu stehen, die einem 'Nichts' bis 'Überhaupt Nichts' sagen. Grund genug für K'olbasa und Turon 47, zwei dieser cineastischen Perlen aus den Siebzigern vom Staub der Jahrzehnte zu befreien und gemeinsam anzuschauen.
Während für William Shatner der Horrorstreifen "Mörderspinnen" aus dem Jahr 1977 ins Rennen geschickt wurde, sollte das ein Jahr später erschienene Science-Fiction-Remake "Die Körperfresser kommen" für Leonard Nimoys Repräsentation herhalten.

Dazu nun eine kleine Auswertung:

a.) "Mörderspinnen"

Story: In Verde Valley, einem trostlosen Winkel Arizonas, lebt der Tierarzt Robert "Rack" Hansen (William Shatner), der es eines Tages mit einem preisgekrönten, aber verendeten Kalb zu tun bekommt. Seine Proben ergeben, dass Spinnengift für das Ableben des Jungtieres verantwortlich ist und locken eine junge Frau, eine hauptberufliche Arachnologin, in das verschlafene Kaff.
Gemeinsam finden die beiden heraus, dass die Spinnen aufgrund massiv eingesetzter Pestizide nunmehr ihrer natürlichen Nahrungsquellen beraubt, auf Kannibalismus verzichten, fünfmal so gifitg sind wie sonst und urplötzlich gemeinsame Jagd auf größere Beute machen. Von Kuh, über Hund bis hin zum Menschen machen sie vor nichts Halt und schon bald muss sich Rack Hansen mit seiner attraktiven Spinnenexpertin (und einigen anderen weniger wichtigen Personen) in einem Haus verbarrikadieren, um den Unmengen an Achtbeinern lebendig zu entkommen...

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Spotlight auf den wichtigsten Teil des Films

Lobenswerte Aspekte: Fans des kanadischen Schauspielers werden zweifelsohne auf ihre Kosten kommen, denn der gesamte Film ist eine einzige Shatner-Show. In unzähligen Großaufnahmen darf sich der selbstbewusste Mann mit Dosenbier betrinken, Frauen mit einem Lasso einfangen oder heldenhaft zwischen harmlos auf dem Boden herumfleuchenden Vogelspinnen herumspringen wie ein Power Ranger, dem man Speed in seine Schulmilch gebröselt hat.
Und weil William Shatner damals nicht nur sowas ähnliches wie ein Star war, sondern auch seine zweite Frau namens Marcy Lafferty gern unterstützte, darf auch die natürlich nicht in diesem Film fehlen (sie war auffälligerweise auch in "Reise in einem total verrückten Raumschiff" und "T.J. Hooker" an der Seite Shatners zu sehen). Den Trekkie kann dies freuen, denn eine solche Intervention ihres damaligen Mannes ermöglichte ihr bereits in "Star Trek: Der Film" als Chief diFalco die Sternenflottenuniform überzustreifen. Der Ehe hingegen gab dies wohl keine dauerhaften Impulse; 1994 ging die einundzwanzigjährige Partnerschaft in die Brüche.

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Die Ehe - ein zuverlässiger Beschäftigungssektor

Ansonsten ist lediglich das Ende des Films überhaupt einer Erwähnung wert. Ohne zuviel verraten zu wollen, kann an dieser Stelle dann doch offenbart werden, dass es nicht unbedingt das ist, was man vom sehr durchschaubaren, und von kitschigen Szenen nur so triefenden Film erwartet.

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Die logische Konsequenz dieses Films: Billiges Bier um den guten Geschmack zu beruhigen

Kritikwürdige Aspekte: Die ständige Verherrlichung Shatners geht einem irgendwann gehörig auf den Wecker, zumal dem gemeinen Star-Trek-Fan schnell auffallen wird, das Thomas Dannenberg in der deutschen Synchronisation Shatner seine Stimme verleiht - ein merkwürdiges Gefühl, denn Dannenberg hatte zuvor bereits Kirks ehemaligen Freund Gary Mitchell mit seiner markanten Stimme bedacht (und auch Dan Akroyd, John Cleese, John Travolta, Sylvester Stallone, Terrence Hill uvm.).
Überhaupt ist es immer wieder komisch, wie aus einem relativ komplexen Filmtitel wie "Kingdom of the Spiders" (Königreich der Spinnen) mal eben ein so brillanter Titel wie "Mörderspinnen" geboren werden kann. Ein wahres Armutszeugnis für ein Land, das sich Namen wie Goethe, Schiller oder Heine auf das kulturelle Aushängeschild malt.
Vielleicht trägt die Synchronisation auch die Schuld an den fürchterlichen Dialogen, die an Einfallslosigkeit oder unfreiwilliger Komik kaum zu überbieten sind.
Beispiel gefällig?
Dieser Wortwechsel entspann sich zwischen Rack Hansen (William Shatner) und seiner verwitweten Schwägerin Terry (Marcy Lafferty):

Sie: "Du bist ja wirklich ein komischer Kerl. Heiraten willst Du mich nicht, aber andererseits sorgst Du Dich um uns als ob Du mein Mann wärst. Du bist wie einer, der sich eine Kuh kauft, und dann die Milch verschenkt."
Er: "Jetzt wechsel' mal das Thema, ja?! Sonst tauch' ich hier eines Morgens plötzlich auf, und melke die Kuh!"
Sie: "Na ja, aber sieh zu, dass Du warme Hände hast..."

Na Bravo! Schöner hätte man das in einem Pornofilm auch nicht sagen können.

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Kein Witz: Diese Geste schließt diesen denkwürdigen Dialog ab

Daneben gelingt es kaum, sich der bedrohlichen Musik zu entziehen. Da das Budget keine eigenständige Untermalung erlaubte, betrieb man Soundtrackrecycling aus alten "Twilight Zone" - Episoden, die man - um Eintönigkeit zu vermeiden - durch zweitklassige Countrymusic von Dorsey Burnette ergänzte. Effizient, denn somit werden nicht nur Augen und Gehirn, sondern auch gleich die Ohren mitgefoltert.
Neben dem Zuschauer müssen vor allem die Spinnen im Film eine Menge leiden. Sie werden zertreten, verbrannt, überfahren und mit Suppe übergossen - ein Mahnmal für die Tierschutzbewegung, die in den Siebziger Jahren nicht so einflussreich gewesen zu sein scheint, wie in heutigen Tagen. Denn was hier an lebendigen Material zu sehen ist, würde heute schon allein deshalb computeranimiert werden, weil sich kein zahlender Kinogänger eine solche Tierquälerei ansehen wollen würde.
Umso ironischer, dass sich der Film ausgerechnet an einem Umweltthema aufhängt. Immerhin war es angeblich der extensive Gebrauch von Pestiziden durch Menschen, der die Killerspinnen erschuf. Das nervt ebenfalls gewaltig, zumal dadurch nicht unbedingt schlüssig erklärt wird, warum man streckenweise plant, der Arachnoplage mit massivem Insektenvernichtungsmitteleinsatz Herr zu werden.

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Shatner spielt wie von der Tarantel gestochen

Fazit: Wer Shatner (und damit auch seine Exfrau) in Aktion sehen will und sich nicht weiter mit Qualitätsansprüchen oder Ekel vor toten Krabbelbiestern herumplagt, wird an diesem Film seine helle Freude haben. Allerdings sollte er den Ton ausschalten, um weder die musikalische Untermalung, die fürchterlichen Dialoge noch die falsche Synchronstimme aushalten zu müssen. Lediglich das Ende verhindert, dass der Film so einfach abgetan werden kann, denn das ist tatsächlich das einzige, was von diesem Machwerk in Erinnerung bleiben kann.

Bewertung: Spinnerei mit vagem Ausgang.

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b.) "Die Körperfresser kommen"

Story: Paranoia beherrscht San Francisco. Immer mehr Menschen glauben, dass ihre Liebsten nicht mehr die selben Personen sind. Kein leichtes Leben für den erfolgreichen Psychiater und Buchautor David Kibner (Leonard Nimoy), zumal einer seiner engsten Freunde eine aufgelöste Frau zu seiner Buchpräsentation anschleppt, die steif und starr an ihrer Behauptung festhält, ihr Ehemann sei nicht mehr er selbst. Weitere Beruhigungsversuche scheitern erst recht, als plötzlich Duplikate zweier Körper auftauchen, weitere Freunde das Gleiche behaupten und Kibner allmählich die Erklärungen ausgehen. Denn tatsächlich werden seine Patienten längst von Wesen verfolgt, die sämtliche Schlüsselpositionen des städtischen Lebens durch Kopien der vorherigen Amtsträger besetzt halten und sich anschicken, die gesamte Welt zu übernehmen...

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Dosenbier reicht in diesem Fall nicht mehr aus

Lobenswerte Aspekte: Dieser Film lebt in erster Linie von seinen großartigen Schauspielern, von denen Nimoy tatsächlich einer der schwächeren ist. Großartig spielen vor allem Brooke Adams (inklusive Nacktszene) und des Kiefers Vater Donald Sutherland auf, wobei am Rande erwähnt werden kann, dass Jeff Goldblum ebenfalls im Film mitgewirkt hat. Dem Film tut die Ansammlung großartiger Darsteller gut und sorgt so für ein gesundes Maß an Glaubwürdigkeit bei einem doch eher unglaubwürdigen Thema.
Nicht von ungefähr ist der Film daher ein Klassiker, auch wenn die Literaturverfilmung bereits einen Schwarzweiß-Vorgänger aus dem Jahr 1956 hatte. Aus dem Budget von 3,5 Millionen Dollar gelang jedenfalls ein satter Gewinn von fast 25 Millionen an den amerikanischen Kinokassen. Der Film wurde schnell zu einem Kultfilm, der noch heute Serien wie Futurama oder South Park beeinflusst.
Bonuspunkte muss man ebenfalls dem Ende des Filmes zugestehen, denn auch wenn es wenig überraschend daherkommt, spielt es geschickt mit den Erwartungen des Zuschauers.

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Was bei Futurama und South Park aufgegriffen wird, muss einfach Kult sein

Kritikwürdige Aspekte: Heute wirkt der Film vor allem langatmig und etwas hölzern. Das liegt unter anderem auch an den Umgangsformen zwischen den einzelnen Figuren, die zum Teil äußerst gekünstelt und grobschlächtig wirken. Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, dass Leonard Nimoy damit droht, Jeff Goldblum zu verprügeln, aber etwas bemüht und wenig nachvollziehbar wirkte das Ganze mitunter schon.
Ob dies nur an der deutschen Synchronisation liegt, scheint wenig plausibel, zumal man sich sogar bemüht hat, mit Herbert Weicker Leonard Nimoys hierzulande vertraute Stimme zu verpflichten. Andererseits wirkt der Film mit dem englischen Titel "Invasion of the Body Snatchers" ("Invasion der Körperdiebe") durch seine deutsche Bezeichnung "Die Körperfresser kommen" schlichtweg albern.
Wenn man sich außerdem heute die Geschichte ansieht, wirkt sie vor allem deshalb so langatmig und langweilig, weil die Thematik bereits zur Genüge in Büchern, Serien und Filmen verbraten wurde - nicht zuletzt durch Remakes dieses Remakes wie "Body Snatchers - Angriff der Körperfresser" (1993) oder "Invasion" (2007). Es ist irgendwie "Und täglich grüßt das Murmeltier", denn sogar in Star-Trek-Episoden wie "Die Verschwörung" oder mit der gesamten Formwandlerbedrohung wurde die Thematik zur Genüge durchgekaut.
Und für den Star-Trek-Fan ist dies allerdings noch nicht einmal das Schlimmste.
Denn:
Es ist nicht unbedingt ein Leonard-Nimoy-Film. Erst recht keiner, für dessen Darstellung man diesen Mann in Erinnerung behalten müsste.
Im Gegenteil!
Neben Schauspielern wie Brooke Adams oder Donald Sutherland, zeitweise sogar Veronica Cartwright und Jeff Goldblum bleibt der mit viel zu wenigen Szenen bestenfalls blasse Auftritt weit hinter den Erwartungen zurück. Durch die Gratwanderung einer Figureninterpretation zuerst mit und schließlich ohne jegliche Emotionalität holt der lange Schatten Spocks den Mann wieder und wieder ein und man wünscht sich an gleich mehreren Stellen erlösende Bemerkungen wie "Faszinierend" oder "Leben Sie lang und in Frieden". Lächelt Doktor Kibner in der einen Szene, so wirkt dies aufgesetzt, fehlen ihm die Emotionen, so sieht man unweigerlich wieder den spitzohrigen Vulkanier in ihm. Dass er in einer Szene so etwas wie eine Gedankenverschmelzung zu vollziehen scheint, hilft einem Schauspieler auch nicht unbedingt weiter, der seine beiden Autobiografien passend zu diesem Dilemma "I am not Spock" (1977) und "I am Spock" (1995) nannte.

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Zum Wegschauen und ein Fall für die Couch

Fazit: Der für seine Zeit großartige Film lebt von einer Darstellerriege, die Leonard Nimoy einfach mal an die Wand spielt. Damit ist "Die Körperfresser kommen" auch kein guter Film für den Star-Trek-Veteranen, der stets von seinem Charakter Spock eingeholt wird. Davon abgesehen ist es jedoch ein durchaus sehenswerter Film mit einem packenden Paukenschlag am Schluss und selbst wenn das Sujet mittlerweile zum Standardrepertoire der Science Fiction gehört, muss man diesem frühen Werk durchaus Tribut zollen.

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Ich bin ein Star, holt mich hier raus!

Bewertung: Ein nettes Stück Science-Fiction-Geschichte- mit Nimoy unter 'Ferner liefen'.

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Schlusswort: Durch die Ausführungen wird schnell klar, dass sich beide Filme kaum miteinander vergleichen lassen. Schon allein, weil dem Budget von 500.000 $ für "Mörderspinnen" eines von 3,5 Million für "Die Körperfresser kommen" gegenüber steht.
Auch die Verteilung der Screentime könnte unterschiedlicher nicht sein, denn während Shatner so ziemlich der einzige gute Grund wäre, sich überhaupt mit "Mörderspinnen" auseinanderzusetzen, wäre "Die Körperfresser kommen" immer noch ein guter Film, wenn jemand anderes die Rolle des David Kibners gespielt hätte.
Schließlich sind auch die Grundthemen völlig verschieden. Die durch ökologische Gleichgültigkeit entstandenen Menschenfresserspinnen haben kaum Schnittmenge mit den außerirdischen Körperkopierern in San Francisco.
Alles in allem würde ein Vergleich dem mit Äpfel und Birnen in nichts nachstehen und auch wenn beide Filme mit unterschiedlichen Noten versehen werden können, so bedeutet doch keine von beiden einen echten Vorteil. Vor allem wenn ich mich an K'olbasas streckenweise sehr leidensvollen Gesichtsausdruck erinnere...

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Ein unbekannter Schauspieler versucht, K'olbasas Reaktionen nachzustellen (im Hintergrund läuft "Mörderspinnen" auf dem HD-Retro-Fernseher)
Weiterführende Leseliste.

LeVar Burton: The Supernatural
DeForest Kelley: Night of the Lepus
Walter Koenig: Moontrap
Colm Meaney: Parked
Colm Meaney: The Damned United 
Nichelle Nichols: The Supernatural
Leonard Nimoy: Die Körperfresser kommen
Leonard Nimoy: Zombies of the Stratosphere
William Shatner: Mörderspinnen
Marina Sirtis: Blind Date
Marina Sirtis: The Wicked Lady

Dienstag, 21. Februar 2012

Kirk. Unsere Antwort auf Ihre Bedürfnisse.

Nein, die Überschrift dieses Artikels habe ich mir nicht ausgedacht - die gibt es wirklich, und zwar als Werbeslogan. Leider handelt es sich bei diesem Kirk dabei weder um den weltbekannten Captain noch um einen Klon oder Androiden desselben für den eigenen Hausgebrauch, sondern um ein Computerprogramm:  “Managen Sie all Ihre Druck- und Kopiersysteme und alle damit verbundenen Prozesse mit dem eigens von TA Triumph-Adler entwickelten webbasierten Asset- und System-Management-Programm TA Cockpit®.” Aha. Wenigstens dem Technobabbel bleibt die Beschreibung damit treu.

Sie möchten noch mehr Service?
Dann ist Kirk für Sie das Richtige.

Aber halt, da war doch noch was? Richtig, das Logo! Ja, “Kirk” hat auch sein eigenes Logo, obwohl ich bezweifle, dass die Klingonen mit der Zweckentfremdung ihres Reichsemblems einverstanden wären. Dabei ist Kirk doch laut der Webseite "ein Ansprechpartner, der wirklich versteht, was Service ist, und der Ihnen hilft, Zeit, Geld und Nerven zu sparen".



Quelle: http://en.memory-alpha.org/wiki/Klingon_Empire


Hier geht es zur Webseite von Kirk:
http://www.triumph-adler.de/C125713A00471CCE/direct/kirk

Freitag, 17. Februar 2012

No Faith of the Heart

In wohl kaum einer amerikanischen Sitcom gibt es mehr Anspielungen auf Star Trek als in der CBS-Produktion "The Big Bang Theory". Daher verwundert es auch nicht weiter, dass selbst trekmovie.com unmittelbar nach der Ausstrahlung genauestens berichtet, in welcher Form dem Erbe Gene Roddenberrys dieses Mal gehuldigt wurde.
Und gestern Nacht war es auch wieder so weit: Neben einer weiteren Referenz auf "Spock,Lizard, Scissor, Paper, Rock" schlägt Sheldon Cooper, zu einem Duell um ein neues Büro animiert, folgendes vor:



Natürlich kann man sich darüber freuen, dass Sheldon so vielen verschiedenen Star-Trek-Serien die Ehre erweist, aber fehlt da nicht noch was?
Es liegt ja auf der Hand, dass Sheldon Cooper TAS (man muß den Trickfilm-Ableger ja auch nicht unbedingt als 'echte' Serie ansehen) ausspart, aber warum ist 'Enterprise' nicht Teil seiner Vorschläge? Mag Sheldon die bislang letzte Serie nicht?
Plausibler wäre für mich, dass es dem Sender, der dereinst die Verantwortung für die Absetzung von 'Enterprise' trug, schlichtweg zu heikel war, an dieses dunkle Kapitel der eigenen Ausstrahlungsgeschichte zu erinnern. Immerhin ist "Big Bang Theory" eines der Serien-Zugpferde der Anstalt (mit hohen Zuschauerzahlen, Emmys, Golden Globes etc. gesegnet) und auch wenn man sich gern mit der Nähe zu Nerds und ihren Vorlieben schmückt (solange sich dies gut verkaufen lässt) und in Folgen wie "The Large Hadron Collision" oder "The Staircase Implementation" hämisch darauf herumreitet, dass FOX so ein tolles Konzept wie 'Firefly' einfach eingestampft hat, ist man nicht bereit einzugestehen, sich selbst durch umstrittene Absetzungen für einen erhobenen Zeigefinger disqualifiziert zu haben.
Aus diesem Grund wird wohl auch weiterhin 'Enterprise' die einzige Star-Trek-Serie neben TAS bleiben, die keinerlei Erwähnung innerhalb der "Big Bang Theory" erhalten wird, denn schweigt man sich über die erste Serie abgesehen von TOS (ebenfalls von CBS gecancelt) aus, die vor Ablauf der üblichen sieben Staffeln beendet wurde, muss man nämlich auch keine sarkastischen Kommentare auf den Sender geben, der die eigene Sendung produziert; sprich:
Man beißt nicht die Hand, die einen füttert.

Dienstag, 14. Februar 2012

Assimilation² oder Abzocke² - Turons Senf zum Who/Trek Crossover

Da dieses Comic noch nicht erschienen ist, habe ich es mal hier statt auf meinem Block angesprochen.

Das Star-Trek-Universum hat viele Facetten. Und viele Fans. Viele verschiedene Fans, die verschiedene Dinge mögen.
Die einen sympathisieren beispielsweise am meisten mit der klassischen Serie, die einen Meilenstein in der Fernseh- und Science-Fiction-Geschichte bildet. Andere bevorzugen "Das nächste Jahrhundert", mit dem sie aufgewachsen sind. Wiederum andere sind fasziniert vom Kriegsgeplänkel oder Seifenopercharakter in "Deep Space Nine", während merkwürdigerweise das Gros der weiblichen Fans "Voyager" zu bevorzugen scheint.
Nur ein unerschütterlicher Haufen besonders hartnäckiger Fans zählt hingegen 'Enterprise' zu seinen Favoriten.
Was nach den ersten beiden vergleichsweise drögen Staffeln nachvollziehbar erscheint, verliert jedoch ab der dritten, endgültig aber mit der vierten Staffel an Gewicht, denn ab diesem Zeitpunkt begann die Serie tatsächlich, Fahrt aufzunehmen. Augments, Spiegeluniversum und Augment-Klingonen!
Direkt schade, dass 'Enterprise' unmittelbar danach abgesetzt wurde.
Schließlich bargen die Pläne für die fünfte Staffel, die im Jahr 2005 gedreht worden wäre, einiges an Potential:
Die Frühgeschichte der Föderation und der Weg in den Krieg zwischen Erde und dem Romulanischen Sternenimperium sollten genauso skizziert werden wie ein erster Kontakt mit den aus TAS mehr oder weniger bekannten Kzinti.
Personen wie die Borg-Königin oder Flint sollten genauso ausgebaut werden wie serieneigene Charaktere wie der "Future Guy" oder Shran (der sogar in die Brückencrew integriert werden sollte).
Am abenteuerlichsten war allerdings ein Vorschlag von Russell Davies, einem walisischen Produzenten, der zu dieser Zeit mit der Neuauflage eines britischen Serienklassikers beschäftigt war: Doctor Who.
Davies schlug ein Crossover zwischen beiden Serien vor, das auch bei den Produzenten in den USA auf offene Ohren stieß:

" [...] back in 2004, a Doctor Who/Star Trek crossover was seriously on their list of plans, until 'Enterprise' was axed."

Meine (zugegebenerweise recht freie) Übersetzung:

"[...] damals, im Jahr 2004, spielte ein Doctor Who/ Star Trek Crossover eine ernsthafte Rolle in ihrer Planung, bis Enterprise schließlich doch abgesetzt wurde."

Eine solche Zusammenarbeit wäre durchaus von beiderseitigem Nutzen gewesen. Die junge Neuauflage der britischen Kultserie hätte genauso von der Publicity auf dem US-Fernsehmarkt profitieren können, wie die vom Damoklesschwert der niedrigen Einschaltquoten bedrohte Serie.
Doch Pustekuchen!
Zu diesem mutigen Gemeinschaftsprojekt ist es auf der Leinwand nie gekommen.
Doch sieben Jahre später schickt sich ein Comic etwas verspätet an, diesen Missstand zu korrigieren:



Bildquelle: bleedingcool.com

Natürlich bleiben da widerwillige Wortmeldungen aus den diversen und so verschiedenen Star-Trek-Lagern nicht aus. Auf den Kommentaren bei trekmovie, verschiedenen Facebookseiten oder Trek bbs kann man abwechselnd lesen, dass statt TNG die klassische Serie oder Deep Space Nine viel besser geeignet gewesen wären, um den Rahmen für dieses Gastspiel der besonderen Art zu bieten.
Andere vergleichen das mutige Werk als eine ebenso wertvolle Kombination wie die von Lachs mit Erdnussbutter (trekmovie Beitrag I, Kommentar #65), Fischstäbchen mit Vanillesoße (trekmovie Beitrag I, Kommentar #80, allerdings müsste es korrekt "fish fingers" statt "fish sticks and custard" heißen) oder Bier mit Wein (trekmovie Beitrag II, Kommentar #41).
Dabei sind solche "Kreuzungen" keine Erfindung aus dem Nichts. Bereits seit 1982 gibt es einen inoffiziellen Doctor-Who-Roman, der beide Universen zusammenführte. Nicht zu vergessen sind auch die Comics, in denen Star Trek eine Symbiose mit der 'Legion of Superheroes' oder den X-Men einging.



Bildquelle: memory-alpha.org

Andere viel kritisierte Aspekte des Comics sind in meinen Augen aber nur logisch und konsequent.
So werden die Cybermen neben die Borg gestellt - ein Eindruck, der sich mir ohnehin in der Episode "Army of Ghosts" aufdrängte. Eine nette Geste, zumal die Cybermen bereits zweiundzwanzig Jahre vor den Borg im Schwarz-Weiß-Fernsehen zu sehen waren und damit die Ursprungsidee wohl eher diesseits des großen Teiches zu suchen ist.
Ein weiterer häufiger Kritikpunkt, nämlich die Auswahl TNGs als Handlungsort, ist ebenfalls nur logisch, denn als die erste Doktor-Who-Serie 1989 eingestellt wurde, hatte die Neuauflage von Star Trek auch im britischen Fernsehen bewiesen, dass sie längst neue Standards für Science Fiction gesetzt hatte. Auf der Insel erfreute sich die runderneuerte Star-Trek-Serie großer Beliebtheit, wie man etwa im Interview mit Noel Clarke erahnen kann, der mittlerweile in beiden Franchises seinen Platz gefunden hat.
Doch während Star Trek es in der Folgezeit versäumte, sich entscheidend weiterzuentwickeln (in den verschiedenen Serien gleichbleibende Konzepte, die gleichen Produzenten, zu oft die selben Ideen), gelang mit der 2005er Neuauflage von Doctor Who nicht nur ein fulminanter Neustart, sondern auch ein von cleveren, aufeinander aufbauenden Geschichten am Leben gehaltenes modernes und spannendes Format.
Eine Rückbesinnung auf TNG ist daher eher als Geste zu verstehen; ein respektvoller "tip of the hat", wie Briten zu sagen pflegen.
Darüber hinaus ist "Assimilation²" nicht nur, wie in den Kommentaren gern behauptet wird, eine fixe Idee, die der Anhäufung von Bargeld dienen soll, denn der verantwortliche Comicbuchverlag IDW ist langjähriger Inhaber der sicherlich nicht gerade für ein Apfel und ein Ei verhökerten Rechte für Star Trek und Doctor Who. Außerdem hat er mit den Gebrüdern Tipton ein bewährtes Team von Storyschreibern, die an diesem Projekt ebenfalls mitbeteiligt sind. David und Scott glänzen zudem vor allem dann, wenn sie in der Lage sind, etwas außerhalb des normalen Star-Trek-Universums tätig zu werden - nicht von ungefähr war das im fiesen Parallel-Universum angelegte "Spiegelbilder" ihre bislang beste Arbeit.

Damit sind wir allerdings auch schon bei den Gegenargumenten angekommen, denn die Tiptons haben nicht nur gute Arbeiten abgeliefert. "Countdown", "Tor zur Apokalypse" oder "Spock" waren nicht unbedingt die größten Machwerke aus der Feder Tiptons und es bleibt nur zu hoffen, dass ihnen die Gratwanderung gelingt, ein Comic zu schaffen, in dem die TNG-Crew gleichberechtigt neben einem so präsenten Charakter wie dem Doktor stehen kann. Immerhin suggeriert das Cover bereits jetzt, dass es ein Who-Abenteuer wird, in dem Star Trek nichts weiter als ein nettes Setting ist.
Zudem hat es im Who-niverse bereits mehrere Anspielungen auf Star Trek gegeben, die letztere Franchise eindeutig als fiktional brandmarkten ("Empty Child", "Closing Time" oder "The God Complex") - ein Umstand, der nicht gerade dafür spricht, dass beide Welten so einfach miteinander verbunden werden können.

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Bildquelle: eigens erstellter Screenshot

Am schlimmsten wiegt jedoch, dass Matt Smith den Doktor verkörpert, der auf die Enterprise-D reisen wird. Es trifft nicht von ungefähr den allgemeinen Konsens, dass der zehnte Doktor, verkörpert von Neil, ähm David Tennant, die bessere Wahl gewesen wäre, zumal er bereits mit Patrick Stewart für eine BBC-Adaption von "Hamlet" zu sehen war.



Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass auch Cross Cult trotz der mangelhaften Absatzzahlen bei Star-Trek-Comic-Verkäufen dieses besondere Crossover dem Deutschen Leser zugänglich macht, denn die gleichen Argumente, die bereits 2005 CBS zu einer Kooperation mit der BBC hätten bewegen sollen, kann man auch hierzulande nicht von der Hand weisen:
Doctor Who entstaubt das träge Star Trek ein wenig, während Star Trek im Gegenzug der zu Unrecht noch immer als schrullig verschrienen britischen Serie wohlverdientes internationales Flair zukommen lässt. Es könnte ein Comic-Highlight werden, das mehrere potentielle Käuferschichten anspricht. Ein Comic - also keinen Kanon, den man auf Teufel-komm-raus vor Unreinheiten bewahren muss.

Star Trek Online meets Music

Liebe Tafelrundengemeinde und Blogbesucher,

wie ihr vielleicht wisst, spiele ich ja ab und an Star Trek Online. Aus diesem Grund dachte ich mir, meine Leidenschaft zu Star Trek und die zu der Musik zu verbinden und Videos mit eigener Musikuntermalung zu kreieren. Musik ist Geschmacksache, und da ich mich sehr im elektronischen Bereich bewege, wird es bestimmt nicht jedem gefallen. Aber falls doch, würde ich mich freuen.

Das erste Video, habe ich aus Anlass der Einführung der neuen Odyssey Class (Auch Enterprise F) gemacht.



Das zweite Video bezieht sich auf eine erdachte Liebesgeschichte im Star Trek Online Universum und beinhaltet sogar Gesang von mir ;)

 

Das dritte Video ist schon ziemlich alt und stellt die Nebulaklasse im Spiel vor.



Ich wünsche euch viel Spaß dabei, oder auch nicht ;)

Liebe Grüße

Rok

Samstag, 11. Februar 2012

Was Gips Neues in Spock`s Scanner?

Nach dem Blick in Spock´s Scanner Teil 1 und Teil 2 lassen uns die "Black Moon Studios" nun ein drittes Mal in die geheimnisvolle blaue "Wundertüte" der Wissenschaftsstation an Bord der Enterprise blicken. Und was soll man sagen, neben Alkoholexsessen und Saufgelagen (mit den anschließenden Nebenwirkungen) gleich zu Beginn des Spots gibt es doch wieder einen nützlichen Urlaubstip: Bollocks IV! Abba hiermit sei an alle Urlaubsparadiese dieses Universums appelliert: man ziehe sich nicht den Zorn eines gewissen Captains der Sternenflotte zu, sonst...
Interessant ist auch, dass man scheinbar erkannt hat, dass man auch für die Angehörigen der Star Trek Fangemeinschaft etwas auf dem Vergnügungsplaneten bieten muß, siehe ab 7:52!
Außerdem zu sehen ein grandioser Kampf a la "Amok Time" nach dem Motto: Wenn Blicke töten könnten! (ab ca. 4:09)

Donnerstag, 9. Februar 2012

Iron Sky auf der Berlinale

Seit einigen Jahren flöten Gerüchte und Berichte durch diverse Fanforen über einen wahnwitzigen Film namens Iron Sky. Ein Trailer lief sogar währen der FedConXX.
Synopsis: Eine kleine Gruppe Nazis flüchtete sich am Ende des 2. Weltkrieges auf die Rückseite des Mondes. Heute, im Jahre 2018 greifen sie mit Raumschiffen New York an.

Die Weltpremiere findet am Samstag, 11.02.2012 während der Berlinale statt.
Am Montag, 13.02.2012 läuft er nochmal im Cubix am Alexanderplatz. Der Kartenvorverkauf startet morgen (Freitag) um 10Uhr.
Okay, zugegeben, das Ganze klingt total bekloppt! Aber irgendwie auch beeindruckend: Ein Teil der 7,5Mio€ Produktionskosten sind von Fans finanziert. Hinter dem Projekt steht eine finnische Filmproduktion. Die haben auch schon StarWreck beteiligt war.
Und die Darstellerriege liest sich nicht schlechter als ein ZDF/Sat1 Abendfilm: Götz Otto, Udo Kier u.a.
Bleibt nur zu hoffen, dass das Thema so knackig umgesetzt wurde wie es das Marketing verspricht.
Ich werde mir den Streifen jedenfalls am Montag ansehen (auch weil zu befürchten ist, dass der Film ansonsten nicht nochmal auf der großen Leinwand zu sehen ist). Die Karten gibts ab Freitag, 10Uhr auch an der Internetkasse(...). Wer mitkommen will hinterläßt hier einfach eine kurze Nachricht in den Kommentaren.

Iron Sky
93min
Montag, 13.02.2012
17Uhr, Cubix 93min, im englischen Original
(läuft auch nochmal am 17.02. um 20Uhr in International)

Grüße
Miri