Freitag, 27. März 2015

Eaglemoss ST Raumschiffmodelle - Eine Erfolgsgeschichte...

Sicher, eine etwas provokante Überschrift, aber wenn wir in 5 Jahren zurück blicken, würden wir das doch wirklich gern sagen können. Bis dahin gilt es mitzuhelfen, dass es auch dazu kommt.
Schon seit dem letzten Jahr, als Eaglemoss erstmals die Star Trek Raumschiff - Modelle auf den deutschen Markt warf um das Kundeninteresse zu testen, begleitet unser Blog diese an sich faszinierende Kollektion. Dabei versuchen wir objektiv und umfassend sowohl über die einzelnen erschienenen Modelle als auch über das Geschäftsgebaren der Firma Interabo, dem deutschen Kundenservice, zu berichten.
Im Netz und in den sozialen Netzwerken kann man immer wieder Meinungsäußerungen und Bilder zu der Modellreihe finden, und dass ist bei weitem nicht nur Gutes!
Twitter: @StarTrekCH

Nicht nur für uns ist das Meinungsbild, welches uns Deutschlandweit hier erreicht, sehr überraschend. Dabei gehen die Meinungen betreffend der einzelnen Modelle, vor allem was deren Qualität angeht, noch ein wenig auseinander, was aber den Aboservice  und die Transparenz der Firma angeht, ergibt sich doch ein eher homogenes und im Trend negatives Meinungsbild. Alles in allem sind wir aber der Meinung, dass die Raumschiffsammlung wirklich eine geniale Idee Sache ist, denn noch nie gab es so viele unterschiedliche Modelle aus allen Star Trek Serien und Filmen in einer Reihe - sieht man mal von den legendären MicroMachines ab. Und wenn man aufmerksam die Veröffentlichungen der Reihe im englischsprachigen Raum beobachtet, werden uns hoffentlich noch viele seltene und wunderschöne Schiffchen erwarten!
Hier die allerneuesten beiden Modelle:
Modell Nr. 48: USS Voyager mit ablativer Panzerung
Modell Nr. 49: ECS Fortunate

Aber schauen wir mal, wie schreibt Eaglemoss so schön auf der Homepage zum Thema Garantie:
Eaglemoss möchte Ihnen den bestmöglichen Service bieten. Falls Sie irgendwelche Fragen oder Beschwerden haben, bitten wir Sie, sich bei uns zu melden, damit wir unsere Produkte und Abläufe weiter in Ihrem Sinne optimieren können. 
Wir werden sie beim Wort nehmen!
Bedanken wollen wir uns an dieser Stelle bei Damon aus Bremerhaven. Er hat sich Gedanken gemacht und selbst einige Verbesserungen an den Modellen vorgenommen. Wir glauben, dass sich das echt sehen lassen kann und möchten Euch alle daran teilhaben lassen. Wenn sich unter der geneigten Leserschaft noch andere Leute befinden, die Veränderungen an den herkömmlichen Modellen vorgenommen haben, entweder um Details zu ergänzen oder gar ganz neue Raumschiffe zu kreieren...dann her mit Euren Fotos, wir werden sie hier posten!
NX-01 mit einer selbstgebastelten Deflektorscheibe
Enterprise-Refit mit bemalten Rumpf und gestalteten Fenstern
Weiter schrieb Damon zu seinen Modellen:
"Die größte Veränderung fand an den Warpgondeln statt. Die Warpfeldgitter waren mir mit dem blauen Kunststoff zu grell, deshalb habe ich diese aus einer Mischung aus Klarlack mit einem Tropfen mattschwarzer Farbe etwas getönt. Natürlich nicht zu extrem, damit die Gondeln, wenn man sie gegen das Licht hält, immer noch bläulich leuchten. An der Vorderseite wurden die Gondeln auch etwas vorbildgerechter bemalt. Und da ich bei dieser Sammlung die Enterprise-Reihe gerne komplett haben möchte, habe ich ein zweites Refit-Modell zur NCC-1701-A umgebaut."
Und wir finden, das Ganze ist ihm echt gut gelungen! Wir freuen uns schon auf weitere Modelle von Dir Damon!




Donnerstag, 26. März 2015

Spektralanalyse: Zombies of the Stratosphere



Einleitung. Es hätte nicht viel gefehlt und der Schauspieler, Musiker und Fotograf Leonard Nimoy hätte heute seinen vierundachtzigsten Geburtstag begangen. Um unserem Vorhaben, das Wirken dieses Mannes eben nicht der Vergessenheit anheim fallen zu lassen, ziehen wir aus diesem Grund heute unseren symbolischen Hut vor diesem einflussreichen Darsteller und werfen einen Blick auf einen besonders frühen Auftritt Nimoys in dem Fünfziger-Jahre-Grusel-Sci-Fi-Schinken „Zombies of the Stratosphere“. Den Film kann man dieser Tage mit ein wenig Glück auf der ein oder anderen bekannten Videoplattform wiederfinden, weshalb ich an dieser Stelle auch gleich um ein wenig Nachsicht ob der Qualität der eingestellten Bilder bitten möchte.



Story. Der Marsianer Marex hat sich mit seinem Stellvertreter Narab (Leonard Nimoy) zum Planeten Erde begeben, um einen diabolischen Plan zu verwirklichen: Durch die Zündung einer H-Bombe wollen sie nicht nur sämtliches Leben auf der beschaulichen Erde auslöschen, sondern den gesamten Planeten aus seiner Bahn werfen, um dem Mars an seiner Statt den begehrten Platz nahe der Sonne zu verschaffen.
Doch die grünhäutigen Außerirdischen haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn ein paar heroische Erdlinge nehmen den ungleichen Kampf gegen die übermächtigen Weltraumterroristen auf. Zu Wasser, zu Lande und selbst in der Luft versuchen sie immer wieder, die teuflischen Machenschaften der skrupellosen Fremdlinge zu durchkreuzen. Aber die beharrlichen Bombenleger schaffen es trotz des ein oder anderen Rückschlags schließlich doch, ihre todbringende Geheimwaffe fertigzustellen. Wird es Larry Martin und seinen Kollegen gelingen, die Marsianer aufzuhalten?



Lobenswerte Aspekte. Es gibt vor allem einen guten Grund, sich diesen immerhin über sechzig Jahre alten Streifen heutzutage noch anzusehen: Es war das fünfte Schauspielengagement überhaupt, das Leonard Nimoy in seiner schillernden Karriere annahm. Also ein echtes Frühwerk der späteren Science-Fiction-Ikone, das damit einen wahrlich historischen Wert hat: Es liefert einen Einblick in ein frühes, unbekanntes Stadium seiner Karriere, als der spätere Starrummel noch weit entfernt schien, obgleich die Hoffnungen des Schauspielers auf einen Durchbruch eng mit dem Film verbunden waren. Oder, wie Nimoy es Jahrzehnte später in einem Interview ausdrückte:

I was very important in it and I thought it would rocket me to stardom.

Meine – mal wieder – sehr freie Übersetzung dazu:

Ich war darin recht wichtig und dachte, dass es mich zu einem Filmstar machen würde.“

Auch wenn „Zombies of the Stratosphere“ in seinem Vorspann mit der stolzen Ankündigung „Introducing Leonard Nimoy“ wirbt, sollte es für den Nachwuchsdarsteller noch ein langer Weg bis zum endgültigen Durchbruch werden.


Neben Nimoy kann man mit etwas Abstraktionsvermögen übrigens noch einen weiteren Schauspieler entdecken, der ein Jahrzehnt später eine Rolle innerhalb Star Treks übernahm:


 John Crawford, der in der Episode „Notlandung der Galileo 7“ den Kommissar Ferris verkörperte, ist in diesem Film als Kleinkrimineller namens Roth zu sehen, der den ruchlosen Fremden bereitwillig zu Diensten steht.



 Zudem waren mit Tom Steele und Paul Stader zwei Stuntmen an der Produktion beteiligt, die auch in „Brot und Spiele“ mitwirkten.
Was den Film über die Besetzung hinaus so sehenswert macht ist die Tatsache, dass er so klar erkennbar das Kind seiner Zeit ist.
Das liegt noch nicht einmal daran, dass es nur eine einzige Frauenrolle im gesamten Film gibt (den Bechdel-Test besteht dieses Werk jedenfalls nicht), dass Schießereien denen bei „Die nackte Kanone“ auf erschreckende Art und Weise ähneln oder dass geraucht wird, als wäre Lungenkrebs nur ein Fantasieprodukt überbesorgter Hausfrauen.
Nein, das wirklich Unterhaltsame daran ist die nur mäßig verschleierte Allegorie auf den damals schwelenden Konflikt mit der Sowjetunion. Die fremdländisch anmutenden, uniformierten Außerirdischen müssen als Ersatzbösewichte für das viel größere kommunistische Übel herhalten und immer wieder wird ein nicht näher genannter anderer Staat ins Spiel gebracht, der den Marsianern waffenfähiges, radioaktives Material veräußern könnte.
Die Rezension auf Million Monkey Theatre geht sogar noch einen Schritt weiter und vergleicht den Wissenschaftler mit den Rosenbergs und stellt den Namen Marex in einen interessanten Zusammenhang mit Karl Marx, dem Begründer der kommunistischen Lehre. Vor allem aber die markigen Schlussworte, die an Pathos kaum mehr zu überbieten sind, schwören den Zuschauer während des Höhepunkts der McCarthy-Ära auf einen unsichtbaren Gegner ein, den es gemeinschaftlich zu bekämpfen gilt:

Yeah, we're save now!
For the time being. But there are undoubtedly more of these power man creatures loose on other planets. So it will take constant vision on our part to ensure safety of this world.

Meine wiederum sehr freie Übersetzung:

Genau, wir sind jetzt sicher!
Im Moment vielleicht. Aber auf anderen Planeten laufen zweifelsohne noch mehr solcher machtbesessenen Wesen herum. Daher müssen wir ständig auf der Hut sein um die Sicherheit dieser Welt zu gewährleisten.

Alles in allem wäre „Zombies of the Stratosphere“ damit ein Film gewesen, der den völlig gegen die Wand gefahrenen „Frogs und Tribbles“-Vortrag mit seiner unverhohlenen antikommunistischen Haltung zweifelsohne aufgewertet hätte.



Kritikwürdige Aspekte. Der „Web-Duden“ Wictionary definiert die „Stratosphäre“ als „ […] zweite Schicht der Erdatmosphäre im Bereich von etwa 12 bis 50 Kilometer Höhe über der Erdatmosphäre.“, während ferner der Begriff „Zombie“ als „[...] Untoter, wandelnde Leiche“ definiert wird.
Mit diesen Erklärungen im Hinterkopf fällt zuerst einmal auf, dass dieses 'Serial' weder etwas mit der Stratosphäre, noch mit Zombies zu tun hat. Der Titel ist völlig irreführend und am Inhalt vorbei gewählt worden, so dass es kaum verwunderlich scheint, dass bei der erneuten Veröffentlichung dieses Werkes als Kinofilm im Jahre 1958 ein völlig anderen Titel ausgesucht wurde, nämlich „Satan's Satellites“.
Der „Web-Duden“ Wictionary definiert übrigens „Satan“ als „[...] der Gegenspieler Gottes, der Teufel, der Versucher“, während ferner der Begriff „Satellit“ als „[...] menschengemachter Körper, der einen Himmelskörper umkreist“ definiert wird.
Selbst wenn man in einem Anflug von Wohlwollen den Sputnikschock als Entschuldigung für diesen lausigen Titel heranzieht, kommt man nicht umhin zu bemerken, dass auch diese Überschrift aber so wirklich gar nichts mit dem Inhalt zu tun hat. Wenn es nicht auf so sympathische Weise an die nicht minder deplatzierte Benennung des fünften Star-Trek-Films „Am Rande des Universums“ erinnern würde, könnte man schon daran die fehlende Qualität dieses Werkes festmachen.
Doch die Logiklücke zwischen Titel und Produkt setzt sich in der Handlung nahtlos fort.

Der Held könnte den Bösewichtern niemals so schnell folgen?
Kein Problem, er hat doch einen Raketenanzug!


Der verkappte "Rocketeer" darf aus Handlungsgründen die Rakete der Marsmenschen nicht sehen?
Kein Problem, wir verstecken sie unter ein paar Zweigen!

In diesem Bild ist eine Rakete vom Mars versteckt. Gelingt es Dir sie zu finden?
Die Bösewichter fliehen mit einem Zug?
Kein Problem, wir stellen einfach einen Minipanzer neben das Stationswärterhäuschen!


Ja, in „Zombies of the Stratosphere“ schlägt die Handlung ein ums andere Mal Purzelbäume, da versanden Handlungsstränge in der Wüste von Nevada und auch die Handlungsorte sind so generisch, dass sie auch problemlos für einen Western, einen Krimi oder eine Liebesschnulze hätten herhalten können.
Natürlich sollte man das nicht überbewerten, denn dieser Film kostete mit insgesamt 176,357$ in etwa zehntausend Dollar weniger, als eine durchschnittliche Star-Trek-Episode während der zweiten Staffel TOS (vgl. Justman, Robert H.; Solow, Herbert. Star Trek. Die wahre Geschichte. Heyne, 1998, S. 339). Da kann man sich fraglos an einer Hand ausrechnen, dass bei diesem Budget nicht allzu viel Spielraum für große Sprünge blieb. Und daher bediente man sich frei nach den Prinzen munter in der Grabbelkiste vorangegangener Science-Fiction-Produktionen, um die eigene Billig-Fertigung optisch aufzumotzen.
Die ausgedehnten Flugeinlagen des Rocketeer-Vorbildes?
Sämtlich aus „King of the Rocketmen“ entliehen.
Der Einschub mit den Cowboys, die ein Flugzeug beliefern?
Aus dem Western „Bells of Coronado“ gemopst.
Der plumpe Roboter, der Banken überfällt?
Fast die gesamte Szene aus „Mysterious Dr. Satan“ geklaut.


Dieser Raubzug setzte sich sogar soweit fort, dass nicht einmal die Farbversion dieses Films original ist, sondern auf eine Kolorierungskampagne in den Neunzigern zurückging (bei der Gelegenheit fügte man auch das 'introducing Leonard Nimoy' ein, um das Produkt unter den damals zahlreichen Star-Trek-Fans besser verkaufen zu können). Ursprünglich war „Zombies of the Stratosphere“ nämlich ein sogenanntes Serial, also ein mehrteiliges Gesamtwerk in zwölf Akten, dessen Einzelteile üblicherweise vor einem häufig sehenswerteren Hauptfilm liefen und primär dazu dienten, Spannung zu erzeugen, um das Publikum auch in der darauf folgenden Woche ins Lichtspielhaus zu locken. Damit steht es in einer Ahnenreihe mit ähnlichen Vorläufern wie den frühen Ablegern von „Flash Gordon“ oder „Buck Rogers“.
So erklären sich auch die abstrusen Cliffhanger vor jedem Kapitelfinale, die das unausweichliche Ende des Haupthelden heraufbeschwören, nur um kurz darauf zu zeigen, dass der 'Rocketman' und seine Helfershelfer nicht einmal einen Kratzer oder eine Falte in ihre Anzüge bekommen haben.

Vorsicht! Leute die eine Handlung in diesem Film suchen!!
Entsprechend blieb auch nicht sonderlich viel Zeit um sich mit Figurenmotivation, Charakterzeichnung oder besonders viel Handlung abzugeben und daher verwundert es wohl kaum, dass es neben böse und gut, außerirdisch-kriminell und menschlich-heroisch sowie schwarz und weiß kaum Platz für Schattierungen bleibt.
Obwohl gerade letzterer Punkt weder inhaltlich noch politisch korrekt formuliert ist, fällt wenn man sich die ethnische Zusammensetzung der Darsteller einmal genauer ansieht auf, dass in diesem Film Zustände wie in den Hochzeiten der südafrikanischen Apartheid herrschen: Es wird das wirklichkeitsfremde Bild einer rein kaukasischen Population in Kalifornien gezeichnet und nicht einmal im Hintergrund kann man einen schwarzen Passanten ausmachen. Natürlich ist auch das ein der Entstehungszeit geschuldeter Umstand, aber es bleibt festzuhalten, dass dies dann doch eine ganz andere Qualität aufweist: Die Produzenten dieses Films waren scheinbar eher bereit, die Existenz von Tabakwaren, Frauen und kommunistischen Marsmenschen auf Zelluloid zu bannen, als die Präsenz von damals knapp fünfzehn Millionen amerikanischen Staatsbürgern anzuerkennen.


Und wenn wir schon die Entstehungszeit hervorkramen: Die Fünfziger waren eine Zeit, in der Feuerwerkskörper Tricktechnik ersetzten, schnelles Vorspulen als 'Special Effect' verschrien war und ein Film erst dann gut war, wenn auch ein Stuhl auf dem Rücken irgend eines Stuntmans zerschlagen wurde.

Coitus interruptus auf marsianisch

Wer allerdings anhand der Masken eine Traditionslinie zu erkennen glaubt, in der auch der Umstand steht, dass in den ursprünglichen Planungen Spock eine rote Hautfarbe verpasst werden sollte, muss sich in Erinnerung rufen, dass es sich bei „Zombies of the Stratosphere“ ursprünglich um eine Schwarz-Weiß-Produktion handelte, in der man das gesunde Grün der Marsmenschen ohnehin nicht hätte erkennen können.



Wie man im Anschluss auch an den „Denkwürdigen Zitaten“ feststellen kann, die den Gesamtumfang des Textes darstellen, den Leonard Nimoy damals auswendig lernen musste, bietet dieser Film zwar einen Einblick in die erste nennenswerte Rolle seiner Karriere, aber dennoch ist sie weit davon entfernt, allen Ernstes als „recht wichtig“ bezeichnet zu werden. Die echten Hauptrollen in diesem Streifen hatten ganz andere Personen inne und es verwundert in diesem Zusammenhang wohl kaum, dass Nimoys Name ursprünglich statt im Vorspann erst an neunter Stelle des Abspanns zu finden war.

Eine heiße Schokolade mit Extra Sahne und ein zellularer Peptidekuchen mit Pfefferminzüberzug
Fazit. Die Angst vor Kommunisten, Afroamerikanern und Außerirdischen bestimmt diesen Film aus heutiger Sicht. Der über sechzig Jahre alte Streifen wirkt in den meisten Belangen so unzeitgemäß und antiquiert, dass er für normale Menschen mit modernen Sehgewohnheiten nur schwer zu ertragen ist.
Aber selbst wenn man sich darüber seitenlang auslassen kann bleibt festzuhalten, dass es die erste große Rolle des Mannes war, der Jahre später mit seiner Darstellung Spocks zu Recht Kultstatus erreichte. Der Wert dieses Films liegt daher nicht in seiner Qualität, sondern in seinem historischen Gewicht.



Denkwürdige Zitate.

Someone is on the top of the truck!
Narab

Is that the last of it?
Yes, Sir!
Marex und Narab

Sure that box is watertight?
Absolutely! I'll radio Marex, that you arrived safely. You better wait to see if he has any further orders.“
Roth und Narab

Calling Marex, calling Marex! Roth and Shane got here with the money, alright, but someone has just captured them on the outer area.
Is the robot still there?
Yes.“
Narab und Marex

Do we have any explosives that can be detonated under water?
Yes, some of our small TNT bombs will do.
Then get one ready at once. We must set up a booby trap on the shaft.
Yes, Sir!
Marex und Narab

They are right over there, Sir!
Narab

How about the others?
I think they are dead.“
You are in a pretty bad shape yourself. Take it easy and I will call for an ambulance...“
No... You first must stop the bomb!
What bomb?!
In the back cave through the water tunnel. It will blow up soon...“
How can I get in there?
Turn the rock knob at the left wall – just ahead of the trap door... Hurry!
Larry Martin und Narab


Schlussworte. Bei der Auflistung der Must-See-Auftritte Leonard Nimoys haben wir „Zombies of the Stratosphere“ zu Unrecht unterschlagen, obwohl er definitiv sehenswerter ist, als Nimoys Auftritt in Bonanza. Mit diesem kleinen Geburtstagsständchen wollen wir diesen Faux-Pas nun wieder gut machen.
Wer mehr über Leonard Nimoy und seine Karriere erfahren möchte, hat an diesem Wochenende bei der RetroSpockTive in der kleinsten Star-Trek-Ausstellung in Eberswalde die Gelegenheit dazu, denn dort wird das Tafelrundenmitglied Turon einen Vortrag unter dem Titel „Auf der Suche nach Mr. Spock – Leonard Nimoys Karriere in Bild, Video und Ton“ halten.

Mittwoch, 25. März 2015

Klein aber oho....


...und mit dem Herzen auf dem richtigen Fleck, das ist unsere Miri. Ich glaube noch nie jemanden erlebt zu haben, der bei der Aussicht, einen köstlichen Amarettini verspeisen zu können, in solch Tribblegleiches schnurren verfällt. Außerdem hast Du einen Sinn für das "Schöne" obendrauf, erinnert sei an dieser Stelle an die wundervolle Uniformwimpelkette zu unserer 5-Jahresfeier, an die kleinen Nikolaussäcke mit selbstgebackenen TOS-Mannschaftsmitgliedern und an so vieles mehr.
Miri, Kleinlinge werden oft verkannt, Du bist der Beweis dafür, das ware Größe nichts mit der Körperhöhe zu tun hat! Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!


Und als sei es für Dich gemacht, hat FYM einen Klassiker von unser aller Lieblingsvulkanier vor kurzem im Lafayette als Tribut an Leonard Nimoy vorgetragen! Etwas schräg, aber doch schön. Bilbo....
LLAP!

Dienstag, 24. März 2015

Boston Legal vs. Star Trek: Die Staffeln vier und fünf

Pünktlich ist dieser eigentlich als Geburtstagsgruß für William Shatner gedachte Blogbeitrag mal wieder nicht. Nichtsdestotrotz schreibt er Geschichte, denn in der Tradition der Star-Trek-Tafelrunde „Hermann Darnell“ ist "Boston Legal vs. Star Trek" wohl die bislang langwierigste Reihe, die jemals (2011) auf dieser Seite begonnen wurde. Doch genug der langen Vorrede:
'Vorhang auf' für den dritten und letzten Teil unserer Betrachtungen zu Boston Legal!


Melancholisch kann man den guten alten Denny Crane in der Episode „Hinrichtung“ folgendes sagen hören:

Teufel, das ist unsere letzte Staffel! Und wenn ich eins im Laufe der Jahre gelernt habe, dann ist es 'Du darfst niemals nein sagen wenn's um einen Ausflug geht'.“

Tatsächlich war dieses Statement Programm, denn die letzten beiden Staffeln Boston Legal waren vom Niedergang geprägt. Dabei war zwar inhaltlich noch immer vieles ansprechend, doch mit Beginn der vierten Staffel hatte die Serie ihren eigenen „Jumping the Shark“-Moment und wurde langsam aber sicher vom Sender kurz gehalten. Am Ende waren der fünften und finalen Staffel gerade einmal dreizehn Folgen vergönnt.

Dennoch blieb in dieser kurzen Abschiedszeit, die dem Publikum in der vierten und fünften Season vergönnt war, noch ein großes Star-Trek-Veteranen-Aufgebot übrig, dass diesen abschließenden Beitrag mehr als rechtfertigt.

Star-Trek-Hauptdarsteller.


An erster Stelle ist natürlich der Altmeister William Shatner zu nennen, dem es mit seiner Rolle des Denny Crane in „Boston Legal“ am Ende immerhin gelang, die 79 Episoden der Star-Trek-Originalserie und die 91 Folgen „T.J. Hooker“ quantitativ zu überbieten.


Stiefmütterliche Behandlung erfuhr hingegen sein Schauspielerkollege René Auberjonois, den man nicht nur als Odo aus „Deep Space Nine“ (und anderen Star-Trek-Auftritten) kennen könnte, sondern auch als Anwalt Paul Lewiston in dieser Serie. Doch zu Beginn der vierten Staffel flog er nicht nur aus der Haupdarstellerriege, sondern war auch immer seltener zu sehen.


Einen besonderen Gastauftritt legte der „Enterprise“-Captain Scott Bacula hin: Als Intimus von Shirley Schmidt und Intimfeind von Denny Crane in „Der Nächste, bitte“ stellte er drei Jahre nach dem aus der bislang letzten Star-Trek-Serie lebhaft unter Beweis, wie viel schauspielerisches Können noch immer in ihm steckte.

Boston-Legal Hauptdarsteller:


Unter den Mitgliedern des Maincasts findet sich ab der siebenten Staffel auch ein Name, der für „Boston Legal“ zwar von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist, aber nur einen dürftigen Bezug zu Star Trek aufweist. John Laroquette, alias Carl Sack, war tatsächlich im dritten Star-Trek-Kinofilm „Auf der Suche nach Mr. Spock“ unter schwerem Makeup versteckt als Klingone Maltz zu sehen. Er war das einzige überlebende ursprüngliche Besatzungsmitglied des später als „Bounty“ bekannten Bird of Preys.

Sollte man auch aus Star Trek kennen:


Eines der bekannteren Gesichter Star Treks gehört Tony Todd, der mit seiner Darstellung Kurns, des leiblichen Bruders Worfs, einige Bekanntheit erlangte. Aber auch ohne Maske wirkt sein Gesicht vertraut, was nicht zuletzt daran lag, dass er in der DS9-Folge „Der Besuch“ die erwachsene Version von Jake Sisko verkörperte. Zuletzt war er als Alpha Hirogen in der Voyager-Folge „Die Beute“ zwar zu sehen, aber erneut aufgrund des schweren Makeups kaum zu erkennen.
Bei Boston Legal war ihm keine größere Mattscheibenpräsenz vergönnt; als Polizeivertreter vor Gericht waren seiner Szene gerade einmal eine Minute und 51 Sekunden zugewiesen, in denen er noch nicht einmal die ganze Zeit zu sehen war. Hoffen wir einmal, dass seine Beteiligung am Fanfilm „Axanar“ mit deutlich mehr Screentime verbunden ist... 


Ein ähnlich familiäres Verhältnis wie Todd hat auch Paul Dooley zu bieten. Als Garaks Erzeuger Enabran Tain war er in einigen DS9-Episoden zu sehen, doch während er bei Star Trek seinen Einfluss über zwei Quadranten der Galaxis zu erweitern versuchte, spielte er in Boston Legal lediglich einen parteiischen Kleinstadtrichter.


In der selben Episode war auch Mark Moses als Staatsanwalt des selben kleinen Städtchen zu sehen und es verwundert sicherlich nicht sonderlich, dass auch er ein verwandtschaftliches Verhältnis bei seinem Star-Trek-Auftritt aufzuweisen hat. Zugegeben: Vielleicht nicht bei seinem Auftritt, bei dem er in der Voyager-Folge „Rätsel“ den Ermittler Naroq verkörperte, aber im Anschluss war im „Enterprise“-Pilotfilm „Aufbruch ins Unbekannte“ als Vater Jonathan Archers zu sehen.


Ebenfalls aus „Enterprise“ sollte man Steven Culp, der in Boston Legal auch als Staatsanwalt bewundern kann. Im Verlauf der dritten Staffel wurde er beinahe ein vollwertiges Mitglied der NX-01-Crew, bevor der von ihm porträtierte Major Hayes im Staffelfinale das Zeitliche segnete. Eher seltener hingegen wird beachtet, dass er auch im zehnten Kinofilm „Nemesis“ als Rikers Nachfolger Commander Martin Madden auftrat. Allerdings fielen seine Szenen den Kürzungen des Regisseurs zum Opfer, obwohl sie den Film zweifelsohne gut getan hätten.


In der Achtziger-Jahre-Serie „Hardcastle und McCormick“ verlebte Daniel Hugh Kelly als Mark „Skid“ McCormick die Hochzeit seiner Karriere, doch anschließend war er immerhin im neunten Kinofilm „Der Aufstand“ zu sehen, ohne am Ende herausgekürzt zu werden. Während er als Ba'ku Sojef noch der Willkür anderer Mächte ausgesetzt war, versuchte er in Boston Legal als Vertreter Nantuckets eine Atombombe zur Verteidigung seines Feriendomizils gerichtlich zu erwirken.


Bruce French kann mit Fug und Recht als verdienter Star-Trek-Veteran bezeichnet werden, der sowohl in TNG, als auch einem Kinofilm, sowie „Voyager“ und „Enterprise“ zu sehen war. Bei Boston Legal hielt sich seine Beteiligung allerdings in Grenzen; ihm blieb die unglückliche Rolle des Krankenhauschefs auszufüllen, der Shirley Schmidt sagen muss, dass er ihrem dahinsiechenden Vater kein Morphium verabreichen darf.


Commander Shelby wurde in den beiden Grusel-Borg-Klassikern „Angriffsziel Erde“ und „In denHänden der Borg“ die Aussicht auf einen steilen Aufstieg innerhalb der Hierarchie der Sternenflotte prophezeit. Die Schauspielkarierre Elizabeth Dennehys verlief hingegen vergleichsweise gemächlich. Auch als Zeugin vor Gericht blieb ihr in Boston Legal kaum mehr als eine beiläufige Nebenrolle.


Als Kommandant der USS Phoenix in „DerRachefeldzug“ war Bob Gunton einen Befehlston bereits gewohnt, den er in Boston Legal nicht abzulegen brauchte. In der Episode „Höhepunkt“ bereitete er nämlich in einem Probelauf Denny Crane und Alan Shore auf den Ernstfall vor, vor dem Bundesverfassungsgericht der USA zu stehen.


Was ein Bart so alles ausmachen kann, kann man besonders gut an Matt Winston erkennen. Während er in „Enterprise“ als Temporaler Augent aus dem 29. Jahrhundert für die Unversehrtheit Archers Verantwortung trägt, spielt er in „Geschwisterliebe“ den auskunftsunwilligen Leiter einer Samenspendefiliale, dem der Bart wohl nicht zuletzt deshalb verpasst wurde, um ihn eine Spur autoritärer wirken zu lassen.


Ob ähnliche Gründe auch für die Gesichtsbehaarung Alan Rucks geltend gemacht werden können, die man in „Hinrichtung“ bewundern kann, sei einmal dahingestellt. Ob der Nimbus eines Captains der Enterprise (und wenn es auch nur die 'B' ist) mit dem eines siegreichen Anwalts gegen Alan Shore zu vergleichen ist, scheint zumindest diskussionswürdig – ob nun mit oder ohne Bart.


Nein, als Admiral Chekote ist Bruce Gray wahrlich nicht in Erinnerung geblieben. Auch nicht als vermeintlicher Arzt, der Denny Crane auf die Bühne führt, um ihm vor versammelter Elite Bostons der Lächerlichkeit preiszugeben.
Nein Grays herausragendste Rolle war die des herausragendsten Vulkaniers der Geschichte dieses Wüstenplanetens: Surak.


Auf immerhin zwei Auftritte als Barclays Vorgesetzter Peter Harkins brachte es Richard McGonagle bei "Voyager". Aber bereits zuvor hatte er sich als Dr. Ja'Dar in der TNG-Folge „Die Soliton-Welle“ erste Sporen verdient. In der Boston-Legal-Episode „Bruderkrieg“ zog er sich als Staatsanwalt Norman Wood auf die billigeren Plätze zurück, um einem Mann von größerem Kaliber Platz zu machen: Denny Crane.

Hätte man beinahe aus Star Trek gekannt:


Natürlich hat auch David Gautreaux einen Star-Trek-Auftritt absolviert. Als Commander Branch durfte er zu Beginn des ersten Star-Trek-Kinofilm zusammen mit der von ihm befehligten Station Epsilon IX untergehen.
Dabei standen die Anzeichen ursprünglich viel aussichtsreicher!
Ihm gelang es nämlich, für das lange geplante, aber letztendlich nie realisierte Serien-Projekt „Phase II“ die Rolle des Spock-Nachfolgers Xon zu ergattern. Doch als die Serienpläne Ende der Siebziger immer mehr ad acta gelegt wurden und schließlich in dem endeten, was wir heute als „The Motionless Picture“ kennen, geriet auch Gautreaux auf ein Abstellgleis.
Immerhin konnte er bei Boston Legal als Staatsanwalt in den Schoß der großen Familie zurückkehren.

Könnte man in Star Trek mal gesehen haben:


Als Hochstapler könnte die ein oder andere Leserin vielleicht Gregg Daniel in Erinnerung behalten haben, denn in der Voyager-Folge „Lebe flott und in Frieden“ verkörperte er mit Mobar den wenig überzeugenden Doppelgänger Tuvoks. Bei Boston Legal war er als Sachverständiger zu einer Gerichtsverhandlung geladen, um die Unzurechnungsfähigkeit einer Angeklagten in einem Mordfall zu stützen.


Als unsterblicher Zlangco aus der Folge „Die Prophezeiung“ erwarb sich Paul Collins ein wenig Bekanntheit unter der Star-Trek-Anhängerschaft. Das genaue Gegenteil von Unsterblichkeit markierte Collins hingegen in Boston Legal, wo er einen rückgratlosen Vertreter der US-Tabakindustrie spielte.


Der Schauspieler Saul Rubinek ist als windiger Händler und erfolgloser Data-Entführer Kivas Fajo bekannt. Auch bei Boston Legal spielt er den Inhaber einer Firma, der nicht nur eine Angestellte wegen latenter Dummheit feuert, sondern sich damit selbst gegen Alan Shore vor Gericht durchsetzen kann.


Denny Cranes Verzückung gegenüber der resoluten Richterin Judy Beacon kommt nicht von ungefähr, denn die Schauspielerin Brenda Strong trat bereits als Aldeanerin Rashella in der ersten Staffel TNG auf. In dieser Funktion versprühte sie soviel TOS-Flair, dass die Bewunderung des Kirk-Darstellers nur allzu verständlich wirkt.


Die englische Version Memory Alphas beschreibt den Darsteller David Bowe (man bemerke das fehlende 'i') als „[...] häufig zu sehen, aber selten erkannt [...]“ („[...] often seen, but rarely recognized [...]“). Tatsächlich wirkte Bowe in Produktionen wie Boston Legal, Deep Space Nine, Castle, Dr. House, CSI, Diagnose Mord, Akte X, Time Trax oder ein Engel auf Erden mit, ohne dass man sich seiner erinnern könnte oder den Namen einer seiner Rollen im Gedächtnis bliebe. Daran sollte man wirklich etwas ändern!


Als Cowboy-Tourguide und Hilfssheriff lässt sich Grainger Hines problemlos bei Boston Legal wiederfinden. Auf seine Rolle in der TNG-Episode „Die Macht der Paragraphen“ blickte er hingegen weniger gern zurück, denn im englischsprachigen Original wurde seine Stimme von jemand anderem neu eingesprochen. Daraufhin ließ Hines die Nennung seines Namens unterbinden und distanzierte sich von der Rolle. Dem deutschsprachigen Zuschauer fällt so etwas im Normalfall allerdings weder bei Star Trek, noch bei Boston Legal auf, wo gar zwei verschiedene Synchronsprecher seine Rollen übernahmen.


Als Experte für BSE-Tests kann man Ned Vaughn bei Boston Legal vor Gericht bewundern. Optisch viel reizvoller ist allerdings sein Auftritt als Picards Akademie-Kumpane Cortan "Corey" Zweller in „Willkommen im Leben nach dem Tode“, den dort wurde sein charakteristisches rotes Haupthaar optisch durch die klassische Kinofilm-Uniform ergänzt.


Jude Ciccolella hatte bereits als romulanischer Commander Suran im zehnten Kinofilm „Nemesis“ einen Vertreter des Militärs gemimt und dieser Tradition blieb er auch bei Boston Legal treu: Als General der US-Streitkräfte rechtfertigte er vor Gericht den Kurs der Vereinigten Staaten gegen den internationalen Terrorismus.


Ivar Brogger war in zwei Voyager-Episoden als ehemaliger Borg Dr. Orum und als Ledosianer Barus zu sehen, bevor ein bei Boston Legal auftrat. Dort war auch er als Experte vor Gericht zu zugegen, um sich für die Verwendung fragwürdiger Hirntests einzusetzen.


Wirklich viel Platz zur Präsentation seiner schauspielerischen Fähigkeiten boten John Prosky weder sein Engagement als Bolianer Brathaw in der DS9-Episode „In eigener Sache“, noch seine Rolle als Anwalt Walt Devlin in der Boston-Legal-Folge „Baden gegangen“.
Wenn man jedoch ein Eindruck seines Könnens erhalten möchte, kann man dies in der Voyager-Episode „Friendship One“ nachholen, wo Prosky mit der Figur des Otrins etwas mehr Bühne erhielt.


Nanu, wird sich der ein oder andere aufmerksame Leser vielleicht denken, den ollen Aaron Lustig hatten wir doch schon in der ersten Staffel der Anwaltsserie erwähnt!?
Das stimmt natürlich, doch Aaron Lustig gelang es, im Verlauf der fünf Staffeln noch einen zweiten Part zu ergattern. Als Reporter mit dem ebenso schillernden wie gewöhnungsbedürftigen Namen Wolfgang Blitzkrieg in „Fleischeslust“ gelang es ihm, sich ein zweites Mal in diese Liste zu mogeln.


Als träger Bürokrat Chellick blieb Larry Drake vielleicht dem ein oder anderen aus der Voyager-Folge „Kritische Versorgung“ in Erinnerung. Seine Boston-Legal-Rolle unterschied sich hingegen grundsätzlich von diesem Bild, denn hier verkörperte er einen trägen Kirchenvertreter.


Als Mitglied des vermeintlichen Prüfungskommission für Denny Cranes Präsidentschaftskandidatur kann man Leonard Kelly-Youngs Auftritt schnell verpassen, wenn man nicht aufmerksam zusieht. Eine ungleich längere Auftrittszeit war ihm in der Enterprise-Folge „Kalter Krieg“ vergönnt, wo er ein Alter-Ego des Suliban-Söldners Silik das Gesicht lieh.

Ferner liefen:


Pamela Adlon spielte in insgesamt vier Folgen die ehrgeizige Anwältin Emma Path, deren Pfad des Öfteren den der Anwaltskanzlei Crane, Poole und Schmidt kreuzte. Allerdings muss man schon einige Detektivarbeit investieren, um ihren Star-Trek-Auftritt ausfindig zu machen, denn als sie in jungen Jahren die juvenile Mintakerin Oji verkörperte, trug sie noch ihren Mädchennamen Segall.


Miriam Flynn war als Geburtshelferin unter Gul Dukat bei seinem Sektenexil auf Empok Nor wenig auffällig. Dergleichen lässt sich über ihr Boston-Legal-Gastspiel nicht sagen. Ob es an dem roten Oberteil oder an der ausgeprägten Sensationslust ihrer Rolle lag, liegt wohl im Auge des Betrachters.


Matt Williamson war bei Star Trek in drei verschiendenen Rollen zu sehen. Er verkörperte sowohl einen Quarren, als auch zwei Klingonen. Sonderlich viel Dialog war ihm dabei nicht vergönnt, was sich auch bei Boston Legal nicht grundlegend änderte. In einer schwarz-weiß gehaltenen Rückblende oblag es ihm, das Mordopfer mit Leben (beziehungsweise Tod) zu erfüllen.


Als austauschbaren Sternenflottenbürokraten ohne Entscheidungsgewalt konnte man Colby French in der finalen Deep-Space-Nine-Staffel sehen. Diesem Motiv blieb er auch bei Boston Legal treu, als er einen Rekrutierungsoffizier spielte, der den bohrenden Nachfragen Denny Cranes und Alan Shores nicht sonderlich viel entgegenzusetzen hat. 

Lt. Sanders war als verantwortlicher Wissenschaftsoffizier vom Dienst auf Calder II nur kurz und auf einen Mini-Bildschirm gepresst zu sehen. Als behandelnder Arzt des Vaters von Shirley Schmidt stand Derek Webster bei Boston Legal hingegen bedeutend mehr Screentime zu Verfügung.


TOS-Schauspieler sind gerade in diesem Jahrtausend immer spärlicher gesät und dahingehend ist es erfreulich, dass neben Shatner mit Lee Duncan noch einer weiterer 'wirklicher' Veteran diesen Sprung geschafft hat. Und auch seine Rolle bietet einige Bekanntheit, denn Duncan durfte den Obersten Verfassungsrichter Clarence Thomas spielen, der tatsächlich als einziger schwarzen in diesem höchsten Gremium der US-Justiz zu finden ist. Über die Ähnlichkeit mit dem Vorbild lässt sich sicher streiten, aber es bleibt festzuhalten, dass Duncan für diese Verpflichtung nicht all zu viel Text lernen musste.


Als Opfer der 'Männer fressenden Weltraumamazonen von Taresia' wurde Patrick Fabian in „Die neue Identität“ sämtliche Lebensenergie förmlich ausgesaugt. Darunter scheint der Schauspieler tatsächlich gelitten zu haben, denn der Zahn der Zeit nagte deutlich an ihm (vor allem an seinem Haar), wie man in „Stolperfalle“ deutlich sehen kann.


Als Richter im US-Bundesstaat Utah, dessen beschauliches Dasein durch die Ankunft Denny Cranes und Alan Shores gehörig durcheinandergewirbelt wird, blieb David Doty immerhin das Schicksal erspart, das seiner Rolle in Voyager blühte: Als Kapitän eines unbedeutenden Handelsfrachters wurde seinem Leben von rebellischen Hologrammen ein jähes Ende bereitet.


Wer schon der Doppelnennung Aaron Lustigs nichts abgewinnen konnte, wird sich wohl auch an Thomas Knickerbockers Wiederholungstat nicht erfreuen können. Der Vollständigkeit halber sei dennoch an dieser Stelle erwähnt, dass er einen völlig anderen Charakter als beim ersten Auftritt spielte, nämlich einen Psychiater, der wegen angeblichen Behandlungsfehlern verklagt werden soll.

Statisten:


Ken Edling soll irgendwo im elften Kinofilm als Doktor zu sehen sein, doch bislang gelang es mir trotz mehrerer Anläufe nicht, die entsprechende Stelle ausfindig zu machen. Gemessen an seinem Auftritt bei Boston Legal, bei dem er nur eine Person in einem ganzen Pulk von Reportern war, mag dieser Umstand vielleicht nicht unbedingt sonderlich verwunderlich erscheinen.


Bei Brian Waller ist es genau umgekehrt, denn hier ist es relativ einfach, seinen Beitrag zum elften Star-Trek-Film zu bestimmen. Wo er allerdings in Boston Legal zu sehen ist, lässt sich weniger genau bestimmen.


Vergleichsweise umfangreich war der Auftritt, den Don Pugsley als Hehler in der Voyager-Folge „Apropos Fliegen“ ablieferte im Vergleich zu dem, was er in Boston Legal zu leisten hatte: In der Episode „Die Neue und das Biest“ war er einer der Gefängnisinsassen, schaffte es aber scheinbar nicht in die Endfassung der Folge.

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Etwas wehmütig schließen wir damit das Kapitel „Boston Legal vs. Star Trek“ auf diesem Blog und danken allen Lesern, die sich diese umfangreichen Beiträge tapfer bis zum Ende durchgelesen haben. Und da wir gerade den Schlussstrich ziehen, erwähnen wir bei der Gelegenheit wenigstens pro forma, dass James Spader bereits im (mit Abstand) besten Stargate-Ableger zu sehen war,



und dass Candice Bergen (Shirley Schmidt) in jungen Jahren in der Muppetshow auftrat:


Weiterführende Leseliste:

Boston Legal vs. Star Trek, Teil I: Staffel eins 
Boston Legal vs. Star Trek, Teil II: Staffeln zwei und drei
Boston Legal vs. Star Trek, Teil III: Staffeln vier und fünf